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Frauen-Power der unbekannten Art

Berlin-Hoppegarten 23. April 2010

Auch wenn Galopprennen der älteste Sport überhaupt sind (in Deutschland seit 1822): Immer wieder – fast jede Woche - kommt noch immer wieder etwas vor, das völlig neuartig ist. Aktuell ist das die sensationelle Siegesserie von Stefanie Hofer. Die 22jährige steht nicht nur an der Spitze der aktuellen...

Auch wenn Galopprennen der älteste Sport überhaupt sind (in Deutschland seit 1822): Immer wieder – fast jede Woche - kommt noch immer wieder etwas vor, das völlig neuartig ist. Aktuell ist das die sensationelle Siegesserie von Stefanie Hofer. Die 22jährige steht nicht nur an der Spitze der aktuellen Jockey-Statistik, mit 25 Siegen hat sie sogar einen respektheischenden Vorsprung vor dem amtierenden Titelträger Eduardo Pedroza mit bisher 14 Jahressiegen und Andrasch Starke mit 13.

Es vergeht fast kein Renntag mehr in Deutschland, an dem die 1,50 m „große“ Steffi nicht wenigstens einmal als Erste durchs Ziel reitet. Dabei ist sie (bis zum Juni) offiziell erst Auszubildende, am Trainingsstall ihres Vaters Mario in Krefeld. Aber die „Jockey-Azubine“ reitet längst meisterlich. Im rasenden Galopp trumpft das couragierte Energiebündel von nur 50 Kilo „Kampfgewicht“ auch gegen prominenteste Konkurrenten Tag für Tag auf. Dabei hilft ihr zwar spürbar die Unterstützung des Vaters mit oftmals siegfertigen Pferden, aber im Rennen ist jeder allein und muß sich beweisen. „Geschenkt bekommt man auf der Rennbahn nichts“, weiß Mario Hofer, der früher selbst ein erfolgreicher und besonders professioneller Jockey war, genau wie sein Bruder Manfred, Steffis Onkel, der in den 90er Jahren dreimal Champion der Berufsrennreiter war und über 1000mal siegte.

Am Sonnabend wird Steffi Hofer sich in Hoppegarten fünfmal in den Sattelschwingen und mit jeweils ca. 60 km/h um die Rennbahn jagen. Daß sie auch an diesem Tag auf die gesamte Jockey-Elite des Landes stößt, ist normal für Steffi. Beeindrucken läßt sie sich selbst von Größen wie Andrasch Starke, Eddy Pedroza, Alexander Pietsch oder Filip Minarik schon lange nicht mehr. Was zählt, ist allein das Können der Pferde, auf denen sie sitzt. „Du kannst kein Pferd schneller machen, als es ist“, weiß sie. „Die Aufgabe des Jockeys ist, alles zu tun, damit das vorhandene Können des Pferdes zur Geltung kommt.“Daß ihr das sehr regelmäßig gelingt, daran hat trotz ihrer selbst fürJockeyverhältnisse kleinen Statur kaum noch jemand einen Zweifel. Zahlensprechen schließlich für sich. Beim Internet-Buchmacher Qatar fest. Dort war er den ganzen Winter über im Einsatz. Wegen fehlender Flugmöglichkeit nach Deutschland fehlte er letzte Woche beim Kölner Grand Prix-Aufgalopp und konnte auch für den Renntag in Hoppegarten keine Verpflichtungen annehmen. Schon ungewöhnlich, wenn eine isländische Aschewolke verhindert, daß sich ein in Qatar wartender Niederländer in Hoppegarten auf`s Pferd schwingt...

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