Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Mehr Vorsicht vor Hasen!!

Köln 10. Mai 2010

Hasen sind und bleiben friedliebende Tiere. Aber am Sonntag, 9. Mai, schrieb ein „Hase“ Galoppsportgeschichte

Hasen sind und bleiben friedliebende Tiere. Aber am Sonntag, 9. Mai, schrieb ein „Hase“ Galoppsportgeschichte als ganz gefährlicher Vierbeiner: ein Hase mit dem ungewöhnlichen Namen „Eye of the Tiger“. Die Rede ist in Wirklichkeit von einem fünfjährigen Galopper. Im 75. Gerling-Preis in Köln wurde dieser als Pacemaker oder Tempomacher eingesetzt. Jens Hirschberger, der Trainer des deutschen Topgaloppers Getaway hatte sich Sorgen gemacht, ob das Rennen mit seinem kleinen Feld genügend Tempo für seinen Crack ergeben würde. Deshalb entschied er sich kurzfristig zur Nachnominierung eines Starters, der in Front Tempo garantieren sollte. In der Leichtathletik und anderen Sportarten werden solche Tempomacher gerne als Hasen bezeichnet.Hier fiel die Rolle Eye of the Tiger zu, einem Hengst von erwiesenermaßen guter Rennklasse, der bisher aber noch nicht in Spitzenrennen unterwegs gewesen war, sondern an diese eigentlich erst schrittweise herangeführt werden sollte. Aber soviel ist klar: „Wenn eine solche Taktik gelingen soll“, so Hirschberger, „dann muß man dafür schon ein Pferd von einer gewissen Qualität einsetzen, sonst wird es von den Jockeys der anderen Pferde nicht ernstgenommen und das Feld geht nicht direkt hinter ihm her.“ So fiel Hirschbergers Wahl nach einigem Überlegen auf Eye of the Tiger.Das Verrückte war: Am Ende schnitt der Hase besser ab, als derjenige, dem er dienen sollte. Eye of the Tiger konnte bis zum Ziel einen Vorsprung von einem „kurzen Kopf“, einigen Zentimetern halten. Als Jahresdebutant Getaway, den Adrie de Vries überraschenderweise im Rennverlauf auf dem letzten Platz hielt, eingangs der Zielgeraden in vermeintlicher Siegerhaltung außen am Feld vorbeimarschierte, flachte sein Schwung nach einer gewissen Strecke etwas ab und er kam an das Führpferd nicht mehr heran, blieb Zweiter. Damit wurde etwas nur schwer Vorstellbares wahr, denn in voller Kondition dürfte Getaway nicht die geringsten Schwierigkeiten mit Eye of the Tiger haben, obwohl man diesem zugestehen muß, daß er viel Steigerungspotential hat. Dritte wurde, Längen zurück, die vierjährige Stute Norderney. Alle anderen hatten nie eine Chance auf einen der ersten Plätze.„Im vergangenen Jahr war es auch so, daß Getaway nicht beim ersten Jahresstart voll da war und erst einen Anlauf brauchte“, kommentierte Trainer Hirschberger den ungewöhnlichen Stalleinlauf der beiden Pferde von Besitzer Georg Baron von Ullmann. Daß ein Tempomacher das Rennen für sich selbst entscheiden kann, kommt außerordentlich selten vor. In einem großen deutschen Rennen ist es seit 25 Jahren (Al Mundhir im Großen Preis der Gelsenkirchener Wirtschaft) nicht mehr vorgekommen. Aber so ist es nun einmal, bei Pferderennen und auch sonst im Leben: Das Spezielle am Unwahrscheinlichen ist, daß es eben nicht unmöglich ist, sondern manchmal tatsächlich eintritt. Und dann gewinnt der Hase.

Champions League

Weitere News

  • Champions League: Imponierender Gästesieg in Köln

    Europa-Held Aspetar macht Katar-Scheich glücklich

    Köln 22.09.2019

    Internationaler geht es nicht: Der von Roger Charlton in England für Katar-Scheich Mohammed bin Khalifa Al Thani trainierte und in Frankreich gezogene vierjährige Wallach Aspetar (8,2:1) gewann am Sonntag das bedeutendste Galopprennen der Kölner Rennsaison in der German Racing Champions League. Vor 15.000 Zuschauern dominierte der von Jason Watson gerittene Außenseiter, der in diesem Jahr den Grand Prix de Chantilly gewonnen und Platz vier im Grand Prix de Saint-Cloud belegt hatte, im 57. Preis von Europa (Gruppe I, 155.000 Euro, 2.400 m) in einer atemberaubenden Manier.

  • Fünf Rennen werden von Frauen gewonnen

    Ladies Day in Seckenheim

    Mannheim 22.09.2019

    Lokalmatador Marco Klein ist auf seiner Heimatbahn in Seckenheim immer erfolgreich. Nachdem der Mannheimer Trainer bereits an Fronleichnam vier Rennen gewonnen hatte, stellte er auf der Waldrennbahn am Sonntag beim Radio Regenbogen-Renntag zwei Sieger. Gleich das erste Rennen, eine Prüfung für Dreijährige über 1900 Meter, ging durch Reine Noire in sein Quartier. Stalljockey Tommaso Scardino zeigte auf der Stute, die mit einer Quote von 5,5:1 nicht einmal favorisiert war, einen ganz abgezockten Ritt, führte die im Besitz des Südwestdeutschen Galoppclubs, einer großen Besitzergemeinschaft, stehende Stute zu einem leichten Sieg. "Das war heute mein größter Mumm von allen meinen Startern”, erklärte Klein nach dem Rennen.

  • Der beste Preis von Europa seit Jahren: Großer Saisonhöhepunkt in der Domstadt

    Der Köln-Kracher in der Champions League

    Köln 22.09.2019

    Chef-Handicapper Harald Siemen hat es auf den Punkt gebracht: „Hier können wir uns wohl auf den interessantesten Preis von Europa seit Jahren freuen.“ Am Sonntag ist es soweit, dann beginnt der spannende Endspurt in der German Racing Champions League in diesem Event: Das drittletzte Rennen der elf Top-Prüfungen in sechs deutschen Turf-Metropolen umfassenden Rennserie 2019 ist der absolute Saisonhöhepunkt auf der Galopprennbahn in Köln: Im 57. Preis von Europa (155.000 Euro, 2.400 m, 7. Rennen um 17:10 Uhr) wird der vorletzte Gruppe I-Sieger des Jahres gesucht!

 
 

Newsletter abonnieren

GERMAN RACING

Seit 2010 bildet GERMAN RACING die große Dachmarke, unter der regelmäßig spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen stattfinden. Gleichzeitig fungiert die Marke als Oberbegriff für den Galopprennsport in Deutschland.

Imagefilm

GERMAN RACING Imagefilm