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Emotionale Momente: Begeisterte Menge feiert unerwarteten "Heimsieg"

Berlin-Hoppegarten 23. Mai 2010

Daß es auf der Rennbahn beinahe so so klingt wie beim Fußball, ist äußerst selten. Am Pfingstsonntag in Hoppegarten kam dieser ungewöhnliche Fall für einige Momente aber vor.

Es war 16:58 Uhr, als ein Aufschrei der 8.400 Zuschauer die soliden Tribünen beinahe erbeben ließ: 350 Meter vor dem Ziel kam nämlich der Punkt, an dem man von einer Sekunde auf die andere die nicht für möglich gehaltene Niederlage der kochend heißen Favoritin Elle Shadow hereinbrechen sah. Nach zeitweise etwas ungestümer, dann von Jockey Andrasch Starke aber wieder regulierter Führung war es um Elle Shadows Chancen schlagartig geschehen. Tank leer! Man konnte erkennen, daß ihre erste Verfolgerin, die ebenfalls recht hoch eingeschätzte Waldjagd aus dem Traditionsgestüt Ravensberg sie schon klar vor dem Ziel einholen und an der von Peter Schiergen in Köln trainierten Superstute vorbeigehen würde. Der zweite erstaunliche Soundeffekt von den Zuschauerplätzen entfesselte sich dann nach weiteren 150 Metern, denn es bahnte sich ein ganz unerwarteter Heimsieg an! Zwischen Waldjagd unter dem dreifachen Jockeychampion Eduardo Pedroza und der in Hoppegarten trainierten Vanjura entspann sich ein dramatischer Endkampf, bei dem die Trennlinie unter den Zuschauern offenkundig war: Ein riesiger Teil des Publikums wollte den Sieg für das Pferd aus Hoppegarten, feuerte die an der Außenseite des Geläufs angreifende Vanjura mit gänzlich ungewohnter Lautstärke an. Mit 10 Längen Vorsprung vor Elle Shadow rangen Waldjagd und Vanjura um den Sieg in dem international beachteten „Diana Trial“ und die Hoppegartenerin unter dem aus Dresden stammenden Jockey Alexander Pietsch hatte auf den letzten Metern tatsächlich die größeren Reserven. Exakt eineinviertel Längen betrug ihr Vorsprung auf der Ziellinie, Jockey Pietsch jubelte gestikulierend noch im Sattel, die Tribünen brodelten.

Eine so große Zuschauerzahl bei einer Siegerehrung wie nach diesem 2000 Meter-Stuten-Rennen hat man auf einer deutschen Rennbahn in den letzten Jahrzehnten höchst selten gesehen. Ergriffen verfolgten die Besucher die Übergabe des silbernen Ehrenpreises an Pietsch, Trainer Roland Dzubasz und den Berliner Unternehmer Sven Goldmann als Besitzer von Vanjura, mit den Klängen des Deutschlandliedes im Hintergrund.

Überglücklich war besonders auch Rennbahneigner Gerhard Schöningh, und das keinesfalls nur, weil er aus lokaler Anhänglichkeit am Wettschalter eine Wette auf Vanjura abgegeben hatte: „Es ist wunderbar, daß dieser Sieg über die hocheingeschätzten Stuten aus Westdeutschland erneut die großartigen Trainingsmöglichkeiten Hoppegartens unter Beweis stellt. Nach den enormen Investitionen in die Bollensdorfer Trainingsbahn im vergangenen Jahr sind wir glücklich und stolz über dieses Ergebnis.“ Trainer Dzubasz ergänzte: „Es ist absolut an der Zeit, daß die Züchter und Besitzer wieder mehr wirklich hochklassige Pferde nach Hoppegarten in Training geben. Das haben wir verdient.“ Bereits im Oktober letzten Jahres hatte die Hoppegartener Stute Antara (ebenfalls von Dzubasz vorbereitet) mit einem hochüberlegenen Sieg im Westminster Preis der Deutschen Einheit an die Qualität des Trainings in Hoppegarten erinnert.

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