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"One Horse Show" von Zazou

Köln 13. Juni 2010

Das Duell fiel aus: Im 175. Oppenheim Union-Rennen hatte am Ende nur einer das Sagen.

Manche Rennstallbesitzer im Galoppsport kaufen oder züchten 20 Jahre lang Pferde, ohne auch nur ein besseres Rennen zu gewinnen. Es gibt sogar alte und große Gestüte, für die Ähnliches gilt. Das Gegenteil tritt aber auch immer wieder auf: Manchen scheint auf dem Rasen der Rennbahnen alles zu glücken, was sie anfangen. Seine führende Rolle unter diesen beneidenswerten Individuen hat der Trierer Sportvermarkter Werner Heinz jetzt wieder besonders wirkungsvoll bekräftigt: Sein Hengst Zazou, ohnehin schon gewinnreichster deutscher Dreijähriger, gewann das mit 100.000 Euro dotierte Oppenheim, und das in einem Stil, der ihn auf einen Schlag zum überragenden Favoriten für das Rennen der Rennen machte, das IDEE Deutsche Derby am 18. Juli in Hamburg-Horn.

Der Vorsprung des von Terence Hellier gerittenen Siegers vor dem Außenseiter Lindentree betrug zwar nur zwei Längen (Dritter wurde mit Baschar ein weiterer Außenseiter), doch auch hier war es der Ton, der die Musik machte und Zazou wie ein Pferd anderer Klasse erscheinen ließ.

Erwartet hatte die Mehrheit ein reines Zwei-Pferde-Rennen zwischen dem auf eine Siegquote von 18:10 heruntergewetteten Scalo und Zazou, aber als es auf die Zielgerade ging, hatten diese beiden Pferde dasselbe Problem: Nach zuvor wenig selektivem, mäßigem Tempo lag vor Beiden ein Wall noch frisch galoppierender Pferde, es gab keine Lücken zum Vorstoßen. Während der dreifache Champion Eduardo Pedroza auf Scalo an der Innenseite alles auf eine Karte setzen mußte, dort aber vergeblich auf eine Veränderung wartete, nahm Hellier, der Routinier, der noch weiter zurück lag, sein Pferd auf eine mittlere Spur. Dort wartete er auf das Aufgehen einer freien Bahn zum Durchschlupf zu seiner Rechten oder Linken. Als die Situation sich nicht veränderte, zog er seinen Hengst in zunächst noch schwer verständlicher Ruhe ganz an die Außenseite. Bis zum Ziel waren es von da an nur noch 200 Meter, doch das reichte locker: In einer Manier, die sehr selten ist, warf der Sohn des gradiosen Vererbers Shamardal quasi den Turbo an und beschleunigte unwiderstehlich. Obwohl Lindentree, das Derbypferd von Galopperpräsident Albrecht Woeste, sich bereits einen vermeintlich ausreichenden Vorsprung erarbeitet hatte, war auf einmal klar, daß der Sieg nur noch Zazou gehören konnte, und schon nach wenigen Galoppsprüngen war alles geklärt.

„Das war spät,“ gab Siegreiter Hellier zu, „aber ich mußte so reiten und ich hatte auch immer das Gefühl, daß Zazou dafür noch genug im Tank hatte.“ Seinen beeindruckten Kollegen, vor allem Pedroza auf Scalo, der später von Next Hight auch noch behindert wurde, blieb nichts, als Hellier machtlos und erstaunt hinterherzublicken.

Für das Deutsche Derby gibt es mit den Ullmann-Pferden Scorcher und Solidaro zwar mindestens zwei Pferde, denen sehr großes Potential zugetraut wird. Aber die Meßlatte hat seit der Union nur einen Namen, er lautet Zazou.

Deutschlands beste Pferde der älteren Jahrgänge starteten am selben Tag dagegen im mit einer runden Viertelmillion Euro ausgestatteten Großen Preis von Mailand. Georg Baron von Ullmanns Getaway belegte hinter dem italienischen Sieger Jakkalberry Platz zwei, Gestüt Fährhofs Turf-Weltenbummler Quijao, zweimal schon Gewinner des Rennens, wurde Vierter vor Estejo aus dem Düsseldorfer Stall von Ralf Rohne.

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