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Steffi Hofer garantiert Frauenpower auch in den Top-Rennen

Juppis Wetterbericht Folge 6: Derby-Woche startet am Samstag in Hamburg-Horn

Hamburg 9. Juli 2010

Wenn am 18. Juli der letzte Gewinner des Derby-Meetings 2010 abgesattelt ist, schlägt wieder die große Stunde der Statistiker. Die meisten Siege, die höchsten Quoten, die schnellsten Zeiten. Alles wird sorgfältig addiert und verglichen mit den Vorjahren - und natürlich ausgiebig analysiert.

Nur ein paar Jahre später bleibt jedoch allein noch der Name des Derby-Siegers in der Erinnerung. Das Jahr, in dem Zazou gewann. Vielleicht aber auch das Jahr von Scalo – oder eines ganz anderen dreijährigen Hengstes, von dem heute noch keiner redet und allenfalls nur absolute Insider wissen, welche Überraschung am übernächsten Sonntag auf Galopp-Deutschland wartet.

In diesem Jahr könnten meines Erachtens jedoch aus den Reihen der Aktiven obendrein völlig neue Akzente gesetzt werden. Nämlich durch die 22-jährige Steffi Hofer. Schon seit langem drückt sie der laufenden Saison ihren Stempel auf, wie es eine Reiterin in dieser Nachhaltigkeit zuvor noch nie tat.Gut, könnte man einwenden, sie war schon als Amateurrennreiterin eine Klasse für sich. Und zudem gibt es ja noch andere weibliche Jockeys, die inzwischen ihren Weg machen. Was ist denn ungewöhnlich daran?Ungewöhnlich daran ist, dass sie Anfang der Woche schon für einen Ritt im Derby engagiert wurde. Anstelle eines namhaften Briten oder Franzosen hat Trainer Peter Schiergen die Tochter seines Kollegen Mario Hofer für den Hengst Nordfalke verpflichtet. Selbst eingedenk aller Emanzipation, die Renntag für Renntag auf allen deutschen Rennbahnen und vor allem in den Amateurprüfungen zu konstatieren ist, hat diese Rittverpflichtung etwas von einem sportlichen Ritterschlag. Schließlich kann man die weiblichen Jockeys, die in den 140 vorausgegangenen Entscheidungen im „Rennen der Rennen“ geritten haben, schon an einer Hand abzählen.Und sowieso: Auch im Verlauf der am 10. Juli beginnenden Derby-Woche dürfte Steffi Hofer noch öfter von sich reden machen. Wie beispielsweise bereits am Premierentag im Franz-Günther von Gaertner-Gedächtnisrennen. Im Top-Rennen der ersten 11 Prüfungen schwingt sie sich in den Sattel des dreijährigen Kite Hunter. Hinter dem voraussichtlichen Favoriten Win for Sure ist der Hengst für die viele Experten sogar der zweite oder dritte Favorit. Dass sie den Zweitplatzierten des klassischen Mehl-Mülhens-Rennens überhaupt reitet, ist bereits eine neue Qualität von Frauenpower in der deutschen Jockey-Elite. Dank Steffi Hofer spiegelt sie sich insbesondere auch im aktuellen statistischen Bild wider. Der unangefochtene „Platzhirsch“ Eduardo Pedroza war es bislang gewohnt, stets den Atem von Filip Minarik als Verfolger in seinem Nacken zu spüren. Momentan ist es das Parfum von Steffi Hofer, welches Tuchfühlung zu ihm und der Tabellenspitze signalisiert. 48:43 steht’s vor der Derby-Woche zwar für den Panamesen. In den vorausgegangenen Monaten und Wochen war er freilich lange Zeit ihrem Parfum nur auf der Spur gewesen, als Steffi Hofer das Ranking eindeutig dominiert hatte.Vielleicht kommt’s ja wieder anders. Man wird es sehen. Das Hamburger Galopp-Festival 2010 könnte für Steffi Hofer jedenfalls eine ganz besondere Derby-Woche werden und der Ritt auf Kite Hunter am Samstag nur der Anfang einer ganz speziellen Erfolgsgeschichte sein. Alice Schwarzer würde sie jedenfalls mit Interesse lesen, sollte sie denn ausreichend Kenntnis um die Männerdomäne Galopprennsport besitzen. Wie sich die Story entwickelt, lesen wir in den nächsten Tagen. Die einzelnen Kapitel werden geschrieben am 10., 11., 13., 14., 16., 17. und 18. Juli. Und vor allem auch im 141. IDEE Deutschen Derby mit Nordfalke. Egal, wie das zentrale Kapitel am Ende ausgeht: Juppis Wetterkarte sagt für die Hamburger Renntage auf jeden Fall ein lang anhaltendes Hoch namens „Steffi“ voraus.

Text: Juppi Kammerinke

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