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Nachgenannter Engländer Monterosso ein echter Sieganwärter

Deutsches Derby: Absolutes Novum ist möglich

Hamburg 16. Juli 2010

Das Prozedere war wie immer. Am Tag der Streichung für das 141. IDEE Deutsche Derby am 18. Juli in Hamburg-Horn gab es keine sonderlichen Sensationen. Mit Nachnennungen war ohnehin gerechnet worden, nachdem einige der „gut unterrichteten Kreise“ im deutschen Galopprennsports schon Tage vorher verbreitet hatten, dass zwei oder drei größere Ställe in England das Deutsche Derby im Nachhinein noch ins Visier genommen hätten und sich dies auch etwas kosten lassen wollten.

Das alles ist nun erwartungsgemäß passiert. Pünktlich sind die Nachnennungen beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen eingegangen. Wahrscheinlich auch zur großen Freude des Schatzmeisters des Hamburger Renn-Clubs. Denn Nachnennungen im Deutschen Derby sind kein billiges Vergnügen. Stattliche 50.000 Euro müssen dafür locker gemacht werden. Was immerhin ein Zehntel der im Ausschreibungsheft ausgewiesenen Gesamtgewinnsumme ausmacht. Die nachgenannten Pferde aus Großbritannien sind die Hengste Monterosso und Buzzword. Inzwischen hat außerdem die lebende Turflegende Hein Bollow wieder die 20 Startnummern gezogen. Die Dinge können jetzt also wie jedes Jahr ihren Lauf nehmen. Leider jedoch ohne einen weiblichen Jockey im Rennen, nachdem Steffi Hofer am Eröffnungstag des Derby-Meetings schwer gestürzt ist. Gute Besserung natürlich auch von dieser Stelle.Die bereits für Nordfalke engagierte Reiterin wird das Derby sicherlich am Sonntag vom Krankenbett aus im Internet verfolgen. Und - wie wir alle – möglicherweise Zeuge von etwas, nun ja: Geschichtsträchtigem werden: Dass das Deutsche Derby 2010 nämlich möglicherweise erstmals an einen ausländischen Starter gehen wird.Seit das Blaue Band international ausgeschrieben ist, hatte es zwar schon zahlreiche Versuche gegeben, das Hamburger Derby vor allem nach England und Irland zu holen. Die deutschen Ställe schlugen sich bisher jedoch immer wacker und hielten wie ein Bollwerk dagegen. So war 2007 der hoch eingeschätzte Anton Chekhov aus Irland in Adlerflugs Derby nicht über den dritten Platz hinausgekommen. Ein Jahr später beim Sieg von Kamsin blieb der Ire King Of Rome gar auf Platz sechs stecken, und im letzten Jahr gab es überhaupt nichts zu befürchten. Vor 12 Monaten blieb man schließlich ganz unter sich. Die englischen, irischen und skandinavischen Ställe glänzten nur mit Abwesenheit. Denn sie sind es ja meistens, die Hamburg anpeilen. Die großen französischen Quartiere kommen dagegen eher selten zum Horner Derby.Es gab in der Zeit nach der internationalen Öffnung des Rennens aber auch durchaus brenzlige Momente. Insbesondere in der Saison 1994 beim Derby-Sieg von Laroche. Der enorm starke Schlussakkord des Briten Overbury schien den Bruder des im Jahr zuvor ebenfalls im Derby erfolgreichen Lando fast noch an den Rand einer Niederlage zu bringen. Der Zielpfosten stand aber genau richtig für Laroche, und der Spuk hatte damit schnell wieder ein Ende gefunden.Ob es diesmal ähnlich ausgeht? Ich jedenfalls meine, es könnte am Sonntag für Zazou und für Scalo & Co sehr, sehr eng werden. Die Gefahr für sie und für alle anderen Starter trägt den Namen Monterosso. Mark Johnston trainiert ihn, und ein Derby hat der Hengst nebenbei auch schon gewonnen. Wenngleich es sich um ein inoffizielles handelt, da die King Edward Stakes VII Stakes während Royal Ascot lediglich landläufig auf der Insel ganz gerne als das „Derby von Ascot“ bezeichnet werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Buzzword hier nur Dritter war, und dies in respektvollem Abstand von viereinhalb Längen. Ein relativ zeitnaher Vergleich weist Monterosso also als den klar stärkeren von beiden der nachgenannten Hengste aus.Da sich Monterosso danach als Vierter im Irish Derby obendrein noch ein weiteres Mal sehr gut zu verkaufen wusste, verdichten sich die Fakten, dass er sogar der gefährlichste aller Dreijährigen sein dürfte, die in jüngerer Vergangenheit zum Derby auf das Horner Moor gekommen sind.
Juppi Kammerinke

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