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Die besten deutschen Galopper am Start

Köln: Internationale Besetzung im Rheinland Pokal

Köln 15. August 2010

Das nächste Turfhighlight der laufenden Saison steht in den Startlöchern. Sieben Gruppe I Rennen bietet der deutsche Turfkalender seinen Fans pro Saison, vier sind in der laufenden Saison bereits entschieden, drei davon nach England entführt worden.




3:1 für England. Anders als bei der Fußball WM in Südafrika konnten die deutschen Pferde auf deutschem Rasen ihren englischen Kontrahenten den Weg zum Tor nicht gut genug verstellen. Der letzte Gruppe I Triumph ging an die von Mark Johnston für Kirsten Rausing trainierte Lady Jane Digby im Großen Dallmayr Preis in München-Riem. Das Derby mit dem Sieger Buzzword aus dem Hause Godolphin war gerade halbwegs verdaut, dann das. Einen Tag vor dem Derby der nächste Hammer durch Campanologist, der sich den Großen Preis der LOTTO Hamburg – ehemals Deutschland-Preis/Großer Hansa Preis - sicherte, auch ein in England trainierter Godolphin Vertreter. Zumindest die deutschen Ladies im Stutenderby konnten sich schadlos halten, fünf deutsche Stuten legten sich vor die favorisierte englische Stute Hibaayeb und versperrten den Weg ins Tor.

Am Sonntag nun könnte die „deutsche Elf“ das Anschlusstor erzielen und auf 3:2 an die englische Elf herankommen. Könnte, aber auch die englische Riege wird stark vertreten ins Rennen gehen. Wahrscheinlich hat es sich dort mittlerweile rumgesprochen, dass sich in Deutschland dieses Jahr gute Torchancen bieten. Drei englische Pferde stehen aktuell noch in der Startaufstellung. Einmal, der bereits erwähnte Campanologist (Saeed Bin Suroor/Lanfranco Dettori) – Sieger des Großen Preis der LOTTO Hamburg. Dann die Stute Eastern Aria (Mark Johnston), die zuletzt im Gerling Preis (Gruppe II) am Start war und sich das vierte Geld bei fünf Startern geholt hat. Sie ist noch ohne Reiter angegeben. Halicarnassus, trainiert von Michael Channon, geritten von Sam Hitchcott, mittlerweile sechsjährig – Seriensieger als Dreijähriger. Er war in Deutschland noch nicht engagiert, weist aber internationale Erfahrung auf, Nad-Al-Sheba und Meydan kennt er, auch in Mailand war er schon am Start und er hat letztes Jahr in Istanbul den Bosporus Cup (Gruppe II) gewonnen.

Aber Deutschland will sich diesmal nicht die Butter versalzen lassen und ist mit einer Auswahl vertreten, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Weltenbummler Quijano (Peter Schiergen/Andrasch Starke) gibt sich die Ehre in seinem Heimatland. Mittlerweile acht Jahre alt, weit gereist und mit einer Gewinnsumme von knapp 1,8 Mio Euro ausgestattet, ist er ein potentieller Torschütze. Erfahren auf Gruppe I Parkett, Sieger im Gran Premio di Milano 2008 und 2009, Sieger im Großen Preis von Baden 2007, platziert in Hong Kong, Dubai und Woodbine (Kanada) und so weiter und so weiter. Dann Titurel (Manfred Hofer/Yann Lerner), der sich durch die Handicaps auf Gruppeebene hochgearbeitet hat und zuletzt in Longchamp auf Gruppe II Parkett als Drittplatzierter mitgemischt hat. Der Derbysieger 2009 und Sieger des Rheinland Pokal 2009 Wiener Walzer (Jens Hirschberger/Adrie de Vries) ist ebenso engagiert. Er musste sich zuletzt Campanologist in Hamburg geschlagen geben und sucht sicherlich die Revanche. Zur Freude aller wird nun auch der diesjährige Derbyzweite Zazou (Mario Hofer/Terence Hellier) starten. Zazou, der das Deutsche Derby als zweiter hinter Buzzword aber weit genug vor dem Rest der Derbyprüflinge beendete, ist auch ein Stürmer in der deutschen Elf. Er wird zudem noch durch den ebenfalls dreijährigen Lyssio (Peter Schiergen) verstärkt.

Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Das könnte der Norweger Apple au Maitre (Wido Neuroth/Fredrik Johansson) sein. Er gewann im Mai den yoobet.de-Grand Prix Premiere Gruppe III in Köln. Oder wird am Ende eine französiche Lady einen Elfmeter verwandeln? Superstition (Alain de Royer-Dupre) ist in Besitz von Rupert Plersch und war im Mai in Chantilly in einer Gruppe II Prüfung nur einen Hals hinter der Aga Khan Stute Shemiyla.

Die Frage wer sich die 100.000 Euro Siegprämie schnappt tritt fast zurück hinter der Frage ob Deutschland das Anschlusstor zu England gelingt. Die Wetter müssen sich diesmal ohne Paul den Kraken entscheiden.

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