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Eine kurze Geschichte von einem schnellen Pferd

Legende Overdose kommt nach Iffezheim - Teil 1

Köln 24. August 2010

Um bereits zu Lebzeiten zu einer Legende zu werden, bedarf es außerordentlicher Fähigkeiten oder einer besonderen Leistung, manchmal


genügt auch ein gut platziertes Gerücht. Der ungarische Ausnahmegalopper Overdose kann alle drei Punkte anbieten.

In den letzten 15 Monaten rankten sich viele Gerüchte um den Gesundheitszustand des ungarischen Sprinters, der in den rot-weiß-grünen Rennfarben des slowakischen Unternehmers Zoltán Mikoczy startet. Overdose ist ein Rennpferd, das bislang noch keinen Gegner vor sich anerkennen musste und der die 1000 Meter unter 60 Sekunden laufen kann. Eine schwere Hufverletzung, es war die Rede von einer Entzündung der Huflederhaut, die unter dem medizinischen Begriff Hufrehe in der Pferdewelt eine erschreckende Diagnose ist, bedeutete schon fast das frühe Karierende für die galoppierende Legende Overdose.

Bis zu seiner Erkrankung gewann der Hengst, der 2005 im Mutterland des Rennsports in England geboren wurde, 12 Rennen bei ebenso vielen Starts. Er triumphierte als zweijähriges Pferd ganze fünf Mal und seine Siege waren immer eine regelrechte Demontage seiner Gegner. Der Abstand zu seinen Verfolgern betrug im Durchschnitt 12 Pferdelängen, das sind ungefähr 30 Meter. Für ein Rennpferd, das über Distanzen von 1000 bis 1300 Meter antritt, ist das eine bemerkenswerte Leistung die vergleichbar ist mit den Erfolgen des jamaikanischen Sprinters, dreifachen Olympiasiegers und Weltrekordhalters im 100- und im 200-Meter-Lauf Usain Bolt.

Als dreijähriges Pferd wagte Overdose nach seinen Siegen in Ungarn, der Slowakei und in Österreich den Sprung nach Westeuropa. Sein Start im Lanson-Cup (Ex-Scherping-Rennen) in Iffezheim im Mai 2008 stand unter der besonderen Beobachtung der Fachpresse und des interessierten Publikums. Der Ruf des Unbesiegbaren war ihm schon längt voraus geeilt, bei Youtube gab es viele selfmade – Videos zu bestaunen, die die Erfolge des Starborough-Sohns genau dokumentierten. Die ersten Overdose-Fanclubs wurden gegründet.

Bis zum einbiegen in die Iffezheimer Zielgerade sprach der Rennbahnkommentaror Manfred Chapman: „ Ich sehe noch keine Explosion.“, sechs Galoppsprünge später revidierte er seinen Kommentar mit den Worten:“ … jetzt geht der ab, boah der geht ja ab. Herrschaften, das ist ein Rennpferd“. Seit diesem Sieg stand eindeutig fest, dass sein ungarischer Trainer Sandor Ribarszki einen außergewöhnlichen Galopper in seinem Stall hatte.

Nach seinem Sieg in Iffezheim folgten Erfolge in der LOTTO-Hamburg-Trophy, einer Gruppe III Prüfung in Hamburg-Horn, der Sieg in Deutschlands wichtigstem Sprintrennen der Saison, der Goldenen Peitsche, ein Gruppe II Rennen in Iffezheim und ein weiterer Gruppe III Triumph in Rom. Ebenfalls nicht zu vergessen sein Sieglauf in Bratislava im gleichen Jahr. Seine Reifeprüfung sollte Overdose in Longchamp im berüchtigten Prix de l´Abbaye ablegen. Ein Sprintrennen welches die besten Kurzstreckenpferde aus Europa anzieht. Es gab einen Fehlstart, Andreas Suborics, der seit dem Hamburger Erfolg als neuer Steuermann von Overdose verpflichtet wurde, erkannte zwar die Lage war sich aber nicht sicher und ritt das Rennen zu Ende. Overdose gewann, aber das Rennen war ungültig. Trainer Ribarszki und Besitzer Mikoczy nahmen die Option nicht wahr, am Ende des Renntages erneut mit dem „Budapest-Bullet“, wie Overdose von der englischen Presse getauft wurde, erneut anzutreten. Am Ende der Saison 2008 verbreiteten sich bereits erste Gerüchte, dass es um die Gesundheit von Overdose nicht zum Besten stehe. ....
Fortsetzung folgt am 26.08.2010


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