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Eine kurze Geschichte von einem schnellen Pferd

Legende Overdose kommt nach Iffezheim - Teil 2

Baden-Baden 26. August 2010

Im April 2009 gab Overdose im Kincsem Park in Ungarn sein Saisondebüt mit dem Belgier Christophe Soumillon der in Frankreich zu den besten Jockeys zählt.

Fortsetzung vom 24.08.2010
Das Rennen war eine eher harmlose Leistungsprüfung und als Vorbereitung für die hochkarätigen Sprintrennen in Europa gedacht.

Sein Erfolg fiel gewohnt überlegen aus und die ungarische Rennsportseele hatte nach Kincsem und Imperial wieder ein Rennpferd von internationalem Format und einen neuen Nationalhelden. Die Ungarn konnten endlich wieder träumen. Das Team um den Ausnahmegalopper wollte in den renommiertesten Kurzstreckenrennen in England, Frankreich und Deutschland antreten. Die Golden Jubilee Stakes im Rahmen des Royal Ascot Meetings und der July Cup in Newmarket waren erklärte Ziele in der Wiege des Vollblutsports. Sein Erfolg in Ungarn hatte jedoch eine Schattenseite. Bei dem Sprint über 1000 Meter, wo Overdose erstmals unter 60 Sekunden lief, verlor er ein Hufeisen und verletzte sich dabei am linken Vorderfuß.

Es folgten Reisen zu Huf-Spezialisten und Reha-Aufenthalten in Frankreich und England. Overdose, seine ständige Arbeitsreiterin Barbara Budinszki und sein Trainer Ribarzki waren in täglichen Telefonkonferenzen miteinander verbunden. Budinzki musste ihr Telefon an das Ohr des Hengstes halten, damit sein Trainer ihm tröstende oder heilende Worte aus dem ungarischen Alag zuflüstern konnte.

Sandor Ribarszki verlegte Anfang 2010 seinen Trainingsstandort von Ungarn nach Berlin-Hoppegarten, er wollte sich in Deutschland einen Namen als Trainer machen. Zwischenzeitlich kam der Besitzer des Hengstes, Zoltán Mikoczy, mit dem Gesetz in Konflikt und wurde in Rumänien verhaftet. Er kam gegen Kaution wieder frei und wurde letztendlich zu 17 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Trainer Ribarszki wurde von Mikoczy für die Aussenstehenden unerwartet gegen den ebenso in Ungarn ansässigen Trainer Jozef Roszival ausgetauscht. Die offizielle Version lautete, dass Overdose weiterhin als ein in Ungarn trainiertes Pferd an den Start gehen sollte. Dafür sollte der Starborough-Hengst zwischen Berlin-Hoppegarten und dem ungarischen Trainingsstandort Alag pendeln. Letztendlich aber zog es Sandor Ribarszki im Mai 2010 zurück nach Ungarn und mit ihm seine Pferde. Overdose blieb aber in der Obhut von Jozef Roszival.

Dieses Jahr im Juli war es dann soweit. Overdose, der als Jährling für nur 3.000 Euro von Zoltán Mikoczy in England auf einer Auktion gekauft wurde, kam zurück auf die Rennbahn. Am 15.07.2010 gewann er mit Gary Hind im Sattel ein Aufbaurennen in Bratislava mit ungefähr zwei Metern Vorsprung. Die Fachpresse war enttäuscht oder zu verwöhnt, von einem glanzlosen Comeback war die Rede. Wie auch immer, einen Monat später gewann Overdose im ungarischen Kincsem Park wieder mit 25 Metern Vorsprung – er hatte alle Unkenden eines besseren belehrt und sich die Krone wieder gerade gerückt.

Bereits jetzt bietet die Geschichte des unscheinbaren Rennpferds Overdose genug Stoff für einen Kinofilm – vielleicht sogar mit Überlänge. Den Hengst könnte man, betrachtet man seine Abstammung, als Underdog bezeichnen. Seine Pferdeeltern mit Vater Starborough und Mutter Our Poppet waren Rennpferde der Mittelklasse. Eben nichts Aufregendes. Dass aus dieser Liaison einmal ein Galopper entsteht, der sich in die internationale Elite hochgaloppiert, ist wie ein Sechser im Lotto, das Emporkommen von 50 Cent oder Eminem, vom Tellerwäscher zum Millionär. Overdoses Fähigkeit 1000 Meter unter 60 Sekunden zu galoppieren und sein Kämpferherz, machen dies möglich. Gary Hind hat einmal gesagt als er ihn als zweijähriges Pferd geritten hatte:“He is a freak.“ Da ist sicher was dran.

Zoltán Mikoczy sucht nun neue Gegner für den unbesiegten Magyaren-Sprinter. “Es wird Zeit auch wieder gegen Pferde außerhalb Osteuropas zu laufen, das Pferd ist wieder der Alte”, sagte Besitzer Mikoczy auf Anfrage von Baden Racing-Geschäftsführer Andreas Tiedtke. Das Ziel ist die 140. bestwetten.de Goldene Peitsche in Iffezheim, das wertvollste Galopprennen in Deutschland für Kurzstreckenspezialisten. Ein Gruppe II Rennen mit einer Dotation von 70.000 Euro, das mit Pferden aus England, Frankreich, Schweden und Ungarn eine internationale Besetzung vorweisen kann. Wird Overdose nach 2008 erneut zum König der Sprinter gekrönt? Wird aus der lebenden Legende ein Mythos? Die Antwort gibt es am 29.08.2010 auf dem Rennplatz in Iffezheim. Seien Sie dabei!

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