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Jean-Pierre Carvalho

Top-Trainer im Fokus

Köln 10. Mai 2011

Jean-Pierre Carvalho hat 2010 seine Trainerlaufbahn begonnen. Obwohl er sich bis Juni gedulden musste um seinen ersten Sieger als Trainer vom Geläuf zu holen, hat er schon in seiner ersten Trainersaison für Schlagzeilen mit seinen Pferden Acadius und Salona gesorgt.

Diese Saison wird er seinen ersten Derbystarter satteln. Lesen Sie in unserer Reihe Top-Trainer im Fokus ob Jean-Pierre Carvalho neben seinem Starter im Deutschen Derby auch eine Option hat im Prix du Jockey Club in Chantilly zu starten, was ihn zum Wechsel ins Trainerlager bewogen hat und was es an privaten Neuigkeiten bei dem sympathischen Franzosen gibt.

1. Frage


Herr Carvalho, Sie haben im Jahr 2008 in Hannover ihr letztes Rennen als Jockey geritten. Nach dem Sturz mit der Stute Kariba, bei dem Sie sich einen komplizierten Schlüsselbeinbruch zuzogen hängten Sie Ihre Reitstiefel an den berühmten Nagel. Stand diese Entscheidung schon länger im Raum oder haben Sie diese erst nach dem Sturz getroffen?



Jean-Pierre Carvalho: "Der Sturz hat das Karriereende beschleunigt. Normalerweise war mein Plan noch 2-3 Jahre zu reiten um mein persönliche gesetztes Ziel von 1000 Siegen zu erreichen. Nach einem solchen Sturz und der Verletzung hätte ich 1 Jahr aussetzen müssen. Da wieder „zurückzukommen“ wäre schwierig gewesen."

2. Frage


2009 haben Sie wieder Rennluft im Sattel beim Rennen für lizensierte Berufs- und Besitzertrainer in Hamburg geschnuppert. Möchten Sie nochmal tauschen?



Jean-Pierre Carvalho: "Nein. Den Wechsel und das Karriereende als Jockey muss man akzeptieren. Man kann nicht ewig reiten und das war mir bewusst. Es war ein sehr schöner Job, aber das abrupte Ende musste ich so hinnehmen."

3. Frage


Ihr Lot ist gut in Schuss, das konnte man zuletzt vor allem in Köln und Frankfurt sehen. Sie haben mit zwölf Starts in Deutschland dieses Jahr schon eine Gewinnsumme von fast 40.000€ und hatten fast alle ihre Starter im Geld. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?



Jean-Pierre Carvalho: "Zunächst ist es eine Momentsituation. Schön zu hören, dass die Pferde gut in die Rennsaison gestartet sind. Eine sehr schöne Situation, weil man sich nicht Fragen muss, warum sie nicht nach Vorne laufen. Es gibt jedoch kein Geheimnis. Letztes Jahr war meine erste Saison als Trainer und ich musste für den ersten Sieg bis Juni warten. Dieses Jahr habe ich die Sache etwas anders vorbereitet, weil ich aus den Erfahrungen vom letzten Jahr gelernt habe."

4. Frage


28 Pferde stehen derzeit auf Ihrer Trainingsliste. Den größten Anteil an Pferden hat der Stall Lucky Owner von Klaus Hofmann. Mit ihm verbindet Sie bereits eine langjährige Zusammenarbeit, schon als Jockey waren Sie für ihn im Einsatz. Was macht diese erfolgreiche Zusammenarbeit aus?



Jean-Pierre Carvalho: "Wir teilen die selbe Leidenschaft für das englische Vollblut und haben eine freundschaftliche Beziehung basierend auf Respekt und Toleranz. Wir verfolgen das selbe Ziel."

5. Frage


Salona ist im Henkel-Stutenpreis (Listenrennen) in die Saison gestartet. Gegen Quesada und Wolkenburg hatte sie an diesem Tag keine Mittel. Was trauen Sie ihrer Stute im Saisonverlauf noch zu?



Jean-Pierre Carvalho: "Die Stute hat ihren ersten Jahresstart hinter sich. Sie ist gelaufen weil es die einzige Möglichkeit war, die spezielle Bahn noch vor den Guineas kennenzulernen. Sie war noch nicht bei 100% und der Start sollte ihr weitergeholfen haben. Es gibt im Stutenderby-Jahrgang in der Spitze 5-6 Stuten, die um den Sieg kämpfen sollten und sie gehört dazu."

6. Frage


Mit Sandrino haben Sie derzeit einen potentiellen Derbystarter. Er siegte vor kurzem in Frankfurt – auch wenn das Rennen wegen Fehlstarts nicht gewertet wurde. Was trauen Sie Sandrino zu?



Jean-Pierre Carvalho: "Im Derby können 20 Pferde laufen und er wird sicherlich einer davon sein. Er hat sich nach seinem ersten Start wahnsinnig gut gesteigert. Er ist trotzdem noch ein großes Baby und besitzt weiteres Steigerungspotenzial."

7. Frage


Acadius hat sich mit einem Listensieg in Düsseldorf wieder zurückgemeldet. Auf ihn warten große Aufgaben, unter anderem besitzt er eine Nennung im Prix du Jockey Club in Chantilly. Trauen Sie ihm die weitere Distanz (2100m) zu oder ist er am stärksten über die Meile?



Jean-Pierre Carvalho:"Gute Frage. Noch ist das Hauptziel das Mehl Mülhens-Rennen und über einen möglichen Wechsel bei der Distanz wird Ende Mai entschieden."

8. Frage


Sie sind Franzose, ihre Pferde laufen auch des Öfteren in Frankreich, haben Sie Pläne eines Tages Ihre Zelte in Frankreich aufzuschlagen?



Jean-Pierre Carvalho: "Pläne darüber gibt es nicht. Ich bin mittlerweile fast 40 Jahre alt und seit 1994 in Deutschland. Ich habe die Hälfte meines Lebens in Deutschland verbracht und fühle mich hier sehr wohl. Solange in Deutschland Galopprennen veranstaltet werden, habe ich nicht vor auszuwandern,"

9. Frage


Sie trainieren in Frankfurt, was schätzen Sie an diesem Standort?



Jean-Pierre Carvalho: "Frankfurt liegt geografisch sehr gut. Man ist schnell überall auf den diversen Bahnen. Das Klima ist sehr gut für die Pferde und die neu-gebaute Trainingsbahn bietet optimale Bedingungen."

10. Frage


Ihre Frau erwartet in Kürze Ihr zweites Kind, wird es diesmal ein Mädchen?



Jean-Pierre Carvalho: "Nein, wir erwarten einen Jungen. Die Geburt wird am 26. Mai erwartet."


Vielen Dank für das Interview.

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