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Gruppe-II und Gruppe-III-Rennen in Köln - Derbyvorprüfung in München

Spitzensport zum (fast) satt werden am Sonntag

Köln 21. Mai 2011

Satt wird man im Grunde nie wenn man einmal mit dem sogenannten Rennsportvirus infiziert wurde. Aber ein leichtes Gefühl der Sättigung dürfte nach dem gebotenen Programm am Sonntag Abend doch erreicht sein - fürs Erste.

Ladies First in Köln

Köln wartet gleich mit zwei Rennen auf Gruppe-Level auf. Das zuerst startende Rennen ist auf Gruppe-III-Ebene den Stuten vorbehalten. Zehn Pferdedamen messen sich im Karin Baronin von Ullmann - Schwarzgold-Rennen über 1600 Meter. Zwei Pferde mit blütenreiner Weste werden unter anderem an den Start gehen. Zum einen die amtierende Winterkönigin Djumama (A. Löwe; A. Helfenbein) und zum anderen Kellemoi de Pepita (R. Dzubasz; H. Grewe) die als Zweijährige beide nichts falsch gemacht haben. Beide Trainer verstehen sich auf und mit Pferdedamen, also fällt die Qual der Wahl schwer. Die fällt insgesamt schwer, denn mit Airgrette Garzette (P. Schiergen; A. Starke) ist eine weitere hochklassige Stute mit von der Partie. Sie war zweite im Preis der Winterkönigin und konnte davor eine im Nachhinein lösbare Aufgabe entsprechend leicht bewältigen. Salona (J.-P. Carvalho; M. Demuro) wird Startbox neun beziehen. Sie war, wie wir im Trainerinterview gelesen haben, bei ihrem Jahresdebut auf Listenebene in Düsseldorf noch nicht bei 100%. Vor ihr war in besagter Prüfung die "zweite Farbe" aus dem Hause Schiergen - die Stute Wolkenburg, sie hat den Mann für die Big Points im Sattel -Terence Hellier. Frische Siegerin in Köln ist Dalarna (W. Hickst; A. Pietsch).Nächste Runde: England vs. Deutschland

Auch über 1600 Meter führen die German 2000 Guineas das Mehl-Mülhens-Rennen auf Gruppe-II-Ebene. Hier sind nur Hengste angemeldet worden, die sich um insgesamt 153.000€ Preisgeld bemühen. Fangen wir in dieser sehr offenen Prüfung einmal mit dem Pferd an, das den bislang dicksten Geldbeutel vorzuweisen hat. Das ist der sympathische Schimmel mit dem großen Herz Nice Danon aus dem Hause Wöhler und einer der insgesamt drei Vertreter des Stalles D'Angelo. Stalljockey Eduardo Pedroza hat sich für ihn und damit gegen den Fährhofer Quinindo entschieden, der nun Terence Hellier anvertraut wird. Nice Danon hat noch nichts falsch gemacht in seiner jungen Karriere, hatte schon einiges an Pech und schwere Rennen und immer sein Bestes gegeben. Das ist auch hier wieder zu erwarten. Stall- und Trainingsgefährte Quinindo muss sich nach schwächerem Jahresdebut wieder nach oben kämpfen.

Siegreich beim Jahresdebut war hingegen Acadius. Er vertritt die höchste GAG Marke im Feld. Der Lord of England Sohn lag bei seinem letzten Start vor den beiden anderen Startern des Stalles D'Angelo Rose Danon (P. Schiergen; A. Starke) und Stark Danon (W. Hickst; A. Suborics). Sein Jahresdebut gibt Gereon. Dieser Next Desert Sohn, der von Besitzertrainer Christian Zschache trainiert und von Altmeister Georg Bocskai geritten wird, hat all die Aufgaben, die als Zweijähriger an ihn gestellt wurden, souverän gelöst. Christian Zschache traut ihm sehr viel zu und wehrte erfolgreich mehrere lukrative Kaufangebote ab. Sollte sein Traum vom Derbysieg seines Hengstes wahr werden, wird Gereon am Sonntag in Köln eine starke Leistung abgeliefert haben. Gegen die deutschen Pferde werden auch drei Engländer antreten. Alleine die 100.000€, die der Sieger erhält sind ein Grund sich auf den Weg zu machen. Wohl auch die Tatsache, dass England mit Frozen Power im Vorjahr in dieser Prüfung den Sieger stellte. Im letzten Jahr lag England im Ländervergleich bei Grupperennen in Deutschland am Ende deutlich vorne, sie stellten nicht nur den Derbysieger 2010! Aber das muss ja nicht auf ewig so bleiben. Die beste Klasse der Briten sollte Excelebration (M. Botti; A. Kirby) vertreten. Er musste sich Mitte April in Newbury über 1400 Meter auf Gruppe-III-Ebene "nur" dem englischen Supergalopper Frankel geschlagen geben. Ein Fragezeichen ist sicherlich die weitere Strecke. Die Strecke wird bei The Paddyman (W.J. Haggas; D. Holland) und bei Casual Glimps (R. Hannon; D. O'Neill) wohl nicht das Problem sein, auch wenn The Paddyman seine besten Leistungen über 1200 Meter zeigte.Wird in München der neue Derbyfavorit gekrönt?In München-Riem steht mit dem oneXtwo.com - Bavarian Classic Gruppe-III über 2000 Meter das erste Saisonhighlight auf dem Programm. Und nicht nur für die Riemer Rennsaison ist das Rennen ein Highlight, sondern für ganz Turfdeutschland. Die Nennung eines dreijährigen Pferdes in diesem Rennen gilt als eine mögliche Route in Richtung Derby und sogar zum Derbyfavoriten. Samum hat im Jahr 2000 beide Prüfungen gewinnen können. Sein Sohn Kamsin war 2008 auch im Bavarian Classic vertreten, konnte aber aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht richtig angreifen. Dennoch hat man mit ihm den späteren Derbysieger bewundern können. Blickt man auf die Siegerliste der vergangenen Jahre findet man oft das Gestüt Schlenderhan und Georg Baron von Ullmann als verantwortliche Besitzer. Nach dem Sieg von Walzertraum im Jahr 2008 konnten die genannten Besitzer in den letzten zwei Jahren nicht zum Zuge kommen. Dieses Jahr sieht es so aus als wolle man auf Nummer sicher gehen. Gleich zwei Pferde werden in den Traditionsfarben des Gestüts Schlenderhan in die Boxen einrücken. Arrigo ist die Wahl des Stalljockeys Adrie de Vries. Der Shirocco Sohn ist der Bruder des Derbysiegers 2007 Adlerflug. Auch wenn er bislang noch nicht richtig Farbe bekennen musste, so kann man feststellen, dass er mit der Distanz zurechtkommen sollte und er seine Rennen in der Manier eines besseren Pferdes gewonnen hat. Die bislang 77 kg GAG werden sicherlich bald nach oben klettern. Für den Stall- und Trainingsgefährten Mawingo wurde Frederic Johannsson gebucht. Er ritt 2007 auch den Derbysieger Adlerflug. Mawingo war schon auf Gruppeparkett in Frankfurt unterwegs, musste sich hier dem Schützling von Andreas Wöhler - Earl of Tinsdal geschlagen geben. Bevor die Chancen des Earls weiter beleuchtet werden, soll an dieser Stelle noch das eigentlich pikante des Rennens aufgeschrieben werden. Mit dem nachgenannten Pferd Impostor (W. Figge; K. Kerekes) findet man im Grunde ein drittes Pferd aus dem Hause Schlenderhan auf der Karte - im Grunde, denn Impostor ging kurz vor seinem letzten Start in Krefeld in den Besitz des Stalles Salzburg über. Das Rennen gewann er überlegen im Stil eines besseren Pferdes, ähnlich wie Arrigo. Sollte ein Ex-Schlenderhaner zwei Schlenderhaner besiegen können? Das Wolfgang Figge auch Derbysieger trainieren kann hat er mit der Stute Night Magic hinlänglich bewiesen.

Nun aber zu Earl of Tinsdal. Das ist schon ein alter Bekannter in München. Er war als zweijähriges Pferd zu Gast und hat zweimal mehr als imponierend gewonnen. Seinen Saisoneinstand auf Gruppe-III-Level in Frankfurt gestaltete er auch zu einem sicheren Sieg. Jozef Bojko wird den Black Sam Bellamy Sohn reiten, der mit ersten Chancen an die Isar reist. Mit Silvaner (P. Schiergen; F. Minarik) reist der amtierende Winterfavorit an. Der im Besitz von Margot Herbert stehende Hengst hatte in diesem Jahr mit dem Dr. Busch Memorial schon eine schwere Aufgabe zu bewältigen, bei der er als viertes Pferd hinter Pferden wie Lindenthaler, Rubber Duck und Nice Danon über die Linie kam. Margot Herbert stellte mit Saphir im Jahr 2009 schon einen Sieger in dieser Prüfung.Sandrino wird von Jean-Pierre Carvalho in den Süden geschickt. Bei ihm darf man sich nicht dazu verleiten lassen die Form des Rennens in Frankfurt, das wegen Fehlstarts nicht gewertet wurde zu vernachlässigen, denn die ist durchaus einen Blick wert. Ein leichter Sieg wäre hier zu verzeichnen gewesen und der Hengst hat sich deutlich gefördert präsentiert. Vernachlässigt werden darf er keinesfalls. Als Reiter wurde der Franzose Flavien Prat gebucht. Und last but not least startet noch Avanti. Hans-Jürgen Gröschel sattelt den Hengst, Wladimir Panow wird reiten. Er hat dieses Jahr schon das berühmte Rennen im Bauch, zeigte sich dabei auch gefördert, dennoch könnte es noch einen Tick zu schwer sein. Aber ohne Grund wird dieser erfahrene Trainer, der letztes Jahr seinen 1000. Sieger sattelte, (Siegerin, es war die Stute Irini) den Malinas Sohn nicht nach München verladen.

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