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Positive Halbjahresbilanz des deutschen Galopprennsports und der deutschen Vollblutzucht

„Galopprennsport boomt“

Köln 29. Juni 2011

Halbzeit, so würde man im Fussball sagen, ist doch mit dem Renntag am 30.Juni in Hamburg-Horn im Rahmen der Derbywoche die diesjährige Galoppsaison nominal zur Hälfte vorbei. Die eigentlichen Saisonhöhepunkte mit dem IDEE-Deutschen Derby und dem

LONGINES-Großen Preis von Baden stehen in der zweiten Saisonhälfte an, dennoch Grund genug für den Dachverband, das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen e.V. eine erste positive Bilanz zu ziehen:BesucherzahlenDie Besucherzahlen auf den Galopprennbahnen haben die guten Werte aus 2010 um über 10% übertroffen. Die größten Steigerungsraten in diesem Jahr haben Köln, Krefeld, München und Berlin-Hoppegarten. Die Rennbahn in Hannover Langenhagen vermeldete sogar den besten Besuch seit über 30 Jahren. Gründe hierfür sind neben Wetter und guter konjunktureller Lage insbesondere die Bemühungen der Rennvereine, den Kunden ein ständig attraktiveres Angebot zu machen. „Der Nachmittag auf der Rennbahn bietet ‚Entertainment für Jedermann‘ “, so Dachverbandsmanager Andreas Tiedtke.WettumsatzEinhergehend mit dem stärkeren Besuch, stieg auch der Wettumsatz auf den Rennbahnen um sage und schreibe über 50 % (+ 55,4 % / Rennen) . Hauptursache ist das in 2011 wieder durchgeführte Frühjahrsmeeting in Iffezheim. Noch in 2010 hatte durch die Insolvenz des Internationalen Clubs, des bankrotten ehemaligen Betreibers der Rennbahn bei Baden-Baden, kein Meeting stattfinden können. In 2011 konnte der neue Betreiber, BADEN-RACING, erfolgreich das Meeting neu installieren und gleich eine Umsatzsteigerung gegenüber 2009 verzeichnen. Auch ohne Frühjahrsmeeting liegt der Bahnumsatz über den Zahlen aus 2009 (+ 2,5 % / Rennen) . Auch hier zeigen sich die Bemühungen der Rennvereine um attraktive Angebote für die Besucher. Die Pferdewette bei den Pferderennvereinen dient ausschließlich zur Eigenfinanzierung der Aufwendungen für die Tierzucht und trägt zur Finanzierung der Veranstaltung der Leistungsprüfungen (Rennen) bei.Saisonhöhepunkte stehen anMit dem IDEE-Deutschen Derby im SPARDA-Derby Park in Hamburg Horn (3.7.), dem Rheinland-Pokal (14.8.) und dem Grossen-Preis von Europa in Köln(25.9.), dem HENKEL – Preis der Diana in Düsseldorf (7.8.), dem Grossen Preis von Berlin in Berlin - Hoppegarten (24.7.), dem Grossen DALLMAYR-Preis in München (31.7.) und dem LONGINES Grossen Preis von Baden in Iffezheim (4.9.) stehen die eigentlichen „Big Points“ noch aus. Es sind sog. Gruppe I – Rennen, der höchste international mögliche Standard von Leistungsprüfungen international.Neue SponsorenErfreulich ist, dass eines der wichtigsten Rennen, der Grosse Preis von Baden, mit dem Schweizer Uhrenhersteller LONGINES einen neuen Partner gewinnen konnte. Baden Racing, der Betreiber der Rennbahn in Iffezheim, konnte einen mehrjährigen Vertrag abschliessen. Tiedtke:“ Es zeigt, dass der Rennsport attraktiv für Sponsoren ist. Das Event, die hohen Besucherzahlen und Sport auf höchstem Niveau haben einen positiven Effekt auf die jeweilige Marke.“Rennpreise und sportliche Erfolge im AuslandEine Folge der konsequenten Ausrichtung der Deutschen Vollblutzucht auf Qualität sind die Erfolge deutscher Pferde im Ausland. Bisher galoppierten Deutsche Pferde 2,7 Millionen Euro im Ausland ein. Besonders wichtig sind aus züchterischer Sicht die Siege und Platzierungen in Gruppe Rennen (sozusagen die Top-Liga international – vergleichbar mit der Champions League im Fussball). Hier punkteten die Pferde Estejo und Scalo mit Sieg bzw. Platzierungen in Gruppe I Rennen, Danedream gewann das wichtigste Stutenrennen in Italien (Gruppe II) und Navarra Queen gewann noch am letzten Wochenende auf Gruppe III Level. Ebenfalls entwickelten sich die Rennpreise für Züchter und Besitzer in Deutschland positiv. Sie stiegen um 13,9 % auf 4,6 Millionen Euro bis zum 29.6.2011 im Vergleich zum Vorjahr.Erhöhte Medien-PräsenzDie Anzahl der Medienberichte hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, stellt man in Köln fest. Allein der tägliche Ausschnittsdienst liefert ungleich höhere Anteile, wobei auch die regionale Pressearbeit der Vereine mehr und mehr Früchte trägt. Die Präsenz in den elektronischen Medien, insbesondere in Fernsehen und Internet steigt. Die Verbesserten Bilder (viele Renntage werden in digitalem Standard 16:9 produziert) und die Verfügbarkeit der Bilder ist u.a. Folge der Qualitätsoffensive von German Racing, dem Marken-Dach des deutschen Galopprennsports. Hierzu zählt auch die regelmäßige Produktion einer Sendung auf Sport1 zusammen mit dem Unternehmen RaceBets.com, einer Beteiligung im Rahmen von German Racing.Glücksspielstaatsvertrag und die FolgenObwohl das Notifizierungverfahren in Brüssel noch nicht abgeschlossen ist, wird sehr stark über Veränderungen durch die deutschen Bundesländer nachgedacht. Es zeigt sich, dass die Argument der Spielsuchtprävention in den Hintergrund treten. Eine Anhörung bei der federführenden Staatskanzlei in Magdeburg, an der auch der Galopprennsport seine Argumente erneut vorbrachte, zeigt breite Bedenken fast aller Marktteilnehmer an den rechtlichen und vor allem wirtschaftlichen Auswirkungen. Der Galopprennsport und die Vollblutzucht kämpfen weiter dafür, dass die wenig suchtgefährdende Pferdewette sowohl aus rechtssystematischen Gründen als auch sachlichen Erwägungen nicht in den Regelungsgehalt des Staatsvertrages aufgenommen wird. „Es ist widersinnig, die Sportwette zu liberalisieren und gleichzeitig ein seit über 90 Jahren bestehendes und funktionierendes Instrument der Selbstfinanzierung der Zucht auf Druck privater Interessen zu opfern. Wir rechnen und hoffen darauf, dass die katastrophalen Fehler und deren Folgen noch rechtzeitig korrigiert werden, ohne dass erneut Gerichte entscheiden müssen“, so Tiedtke zu dem laufenden Prozess. „Ich unterstütze eindeutig die Bemühungen des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) mit seinem Entwurf, soweit ein überlebensfähiger Steuersatz dabei herauskommt und die Vorschläge der DFL (Deutsche Fussball Liga) zum Schutz der Spielpläne und wettrelevanten Daten. Aber sowohl Steuerfragen als auch mögliche Einnahmen aus der Rechtevermarktung helfen nicht, wenn das Produkt und der Vertrieb zerstört werden“, so Tiedtke weiter zu den jetzt angedachten Restriktionen im vorliegenden Entwurf zum Glücksspielstaatsvertrag.

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