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Das Derbyfeld in der Analyse

Derby-Fieber senken verboten!

Köln 1. Juli 2011

Mit dem IDEE 142. Deutschen Derby wird das erste Gruppe-I-Rennen der Saison gelaufen. Das Blaue Band kann ein Pferd nur einmal in seinem Leben laufen und dementsprechend auch nur einmal gewinnen. Kein Wunder, dass dieses Ereignis bereits seit Saisonbeginn

und schon davor in aller Munde ist. Viele Träume und Wünsche, aber auch harte Arbeit und nicht weniger Geld stecken in dieser Prüfung, auf die Turfdeutschland nun nicht mehr lange warten muss.Das Derbyfeld ist komplett!Um die Vorfreude auf das Top-Event, das im übrigen "fast live" (kleine Zeitversetzung aufgrund der vielen Starter) auf Sport 1 übertragen wird -- ab 16:45 Uhr geht es los, noch zu unterstützen, sollen Ihnen bei uns alle Derbystarter in der Reihenfolge ihrer Startnummern vorgestellt werden. Insgesamt gibt es für die Aktiven 500.000 Euro an Preisgeld und 175.000 Euro an Besitzerprämien zu gewinnen.ArrigoDie Startnummer eins trägt eines der insgesamt fünf Pferde, die das Gestüt Schlenderhan und Trainer Jens Hirschberger ins Rennen schicken. Arrigo heißt der Shirocco Sohn, der Kieran Fallon im Sattel haben wird. Arrigo hat sich in Hannover überzeugend bei seinem Lebensdbüt aus der Sieglosenklasse verabschiedet. Bei seinem zweiten Lebensstart im Bavarian Classic in München-Riem wurde er nur knapp (Nase) von Stall- und Trainingsgefährten Mawingo geschlagen. In der Kölner Union entschädigte er sich für die Niederlage mit einem fast ebenso knappen Sieg (Hals) über Trainingsgefährten Ametrin. Enttäuscht hat er in seiner Karriere noch zu keinem Zeitpunkt, er wird aus Startbox vier das Rennen aufnehmen.AmetrinMit der Nummer zwei startet der Tiger Hill Sohn Ametrin. Er wird unter Filip Minarik ins Rennen gehen. Minarik hat sich für diesen Ritt qualifiziert, als er in der Kölner Union Ametrin als zweite Farbe auf diesen hervorragenden zweiten Platz steuerte und vorher zudem noch für das ansprechende Tempo gesorgt hatte. Mit Umsicht hat er auch den besser eingeschätzten Gereon damals um seine Möglichkeiten gebracht. Vor der Union in Köln war Ametrin im Derby Trial in Hannover am Start. Hier musste er nur Theo Danon vor sich anerkennen, den er in Köln wieder hinter sich lassen konnte. Sein Lebensdebüt beendete er auf dem dritten Rang. Sindaco und Julie's Love waren damals stärker. Der Hengst ist zwar noch sieglos aber keineswegs chancenlos. Er hat Startbox 18 bekommen.LindenthalerDer von Peter Schiergen trainierte Lindenthaler trägt die Startnummer drei. William Buick wurde für den Azamour Sohn gebucht. Bis zu seinem Start in Paris Longchamps, den der Hengst als fünftes und letztes Pferd beendete, musste er in Deutschland noch kein Pferd vor sich anerkennen. Das Dr. Busch Memorial, sein Saisondebüt auf Gruppe-III-Level gestaltete er zu einem leichten Sieg. Und das gegen Pferde, die im Anschluss ihre Rennen alle gewinnen sollten (Rubber Duck und Nice Danon). Seit seiner Niederlage war Lindenthaler nicht mehr am Ablauf. Er geht aus Startbox acht ins Rennen.MawingoFür ihn hat der Stalljockey des Gestüts Schlenderhan Adrie de Vries sich entschieden. Eine leichte Entscheidung war es für den Niederländer sicherlich nicht. Mawingo hat sich in Köln aus der Maidenklasse verabschiedet und war anschließend dritter im Preis des Bankhauses Metzler (Gruppe-III) in Frankfurt. Dann ging er als vermeintlich zweite Farbe ins Bavarian-Classic und siegte unter dem schwedischen Jockey Frederic Johansson. Der hatte ihn entspannt und mit viel Vertrauen aus der Reserve geritten und erst auf den letzten Metern gefordert. Adrie de Vries und der Tertullian Sohn starten aus Startbox 11.IbicencoThomas Quealy reitet den Schlenderhaner Vertreter, der sich auch außerhalb Deutschlands sehr gut in Szene setzten konnte. Nachdem er seine Maidenschaft in Bremen abgelegt hat, war Ibicenco in Longchamps auf Listenebene und in Chantilly auf Gruppe-III-Level am Start. Bei letztgenannter Prüfung musste er sich nur mit einem Hals dem Hengst Kreem (A. Fabre; M. Guyon) geschlagen geben. Startbox sieben bietet dem Shirocco Sohn eine gute Ausgangslage.GereonEr wird am Derbytag einen neuen Reiter im Sattel haben. Nicht mehr der ursprünglich vorgesehene Altmeister Georg Bocskai, sondern der Ire Johnny Murtagh wird den Next Desert Sohn reiten. Gereon musste sich in diesem Jahr einmal dem übermächtigen Excelebration im Mehl Mülhens Rennen in Köln geschlagen geben. Im Unionsrennen in Köln fand er zu lange keine Passage und musste sich deshalb mit dem dritten Platz hinter Arrigo und Tahini zufrieden geben. Ausgesehen hat das, als wäre bei freier Bahn mehr möglich gewesen. Gereon wird von Besitzertrainer Christian Zschache vorbereitet. Startbox 16 ist für ihn reserviert.SaltasDie Entscheidung von Peter Schiergens Stalljockey Andrasch Starke ist auf Saltas gefallen. Die Route des Ittlingers führte von Krefeld (Sieglosenrennen) über Frankfurt (Preis des Bankhauses Metzler -- Gruppe-III) nach Köln, wo er die Union als viertes Pferd beendete. Saltas ist ein Sohn von Lomitas und geht aus Starbox 15 ins Rennen.Brown PantherMit Spannung wird der Auftritt des einzigen Pferdes, das nicht im Lande trainiert wird erwartet. Brown Panther kommt von der Insel und hat dort gerade einen lupenreinen Hattrick hingelegt. Sein Besitzer ist auch nicht gerade unsportlich, Michael Owen, seines Zeichens Fußballprofi bei Manchester United. Trainiert wird Brown Panther von Tom Dascombe, geritten von Richard Kingscote seinem ständigen Reiter. Sein überlegener Sieg in den King George V Stakes in Royal Ascot lehrt manche das Fürchten und bringt die Buchmacher dazu niedrige Festkurse zu generieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Derby wie im letzten Jahr durch Buzzword wieder außer Landes gebracht wird, ist auch dieses Jahr durch Brown Panther im Bereich des Möglichen. Startbox zwei dürfte ihm gefallen.Theo DanonDer nächste Kandidat, den Peter Schiergen ins Rennen schickt ist der Lord of England Sohn Theo Danon. Er ist die Derbyhoffnung des Stalles D'Angelo und wird von Andreas Suborics geritten. Theo Danon hatte etwas Anlaufschwierigkeiten, seine Klasse aber im Derby Trial in Hannover aufblitzen lassen, als er sicher die Schlenderhaner Ametrin und Tahini hinter sich ließ. In der Union lief es nicht ganz rund, nun darf man gespannt sein was er alles am 3. Juli in die Waagschale wirft. Startbox neun wird seine Ausgangsposition sein.SilvanerWinterfavorit 2010, in diesem Jahr noch sieglos aber mit anständigen Leistungen startet der vierte Schützling von Peter Schiergen unter Terence Hellier ins Rennen. Nach seinem Saisondebut im Dr. Busch Memorial in Krefeld (hier wurde er vierter), präsentierte sich der Lomitas Sohn in den Bavarian Classic in München schon gesteigert und endete als drittes Pferd. Silvaner hat Startbox sechs zugelost bekommen.Earl of TinsdalBis zum Bavarian Classic trug der Black Sam Bellamy Sohn eine weiße Weste. Dort musste er sich -- nach Hufeisenverlust -- mit einem vierten Platz zufrieden geben. Der Weisheit letzter Schluss wird das nicht gewesen sein, denn auf ihn ist die Wahl des Stalljockeys von Andreas Wöhler Eduardo Pedroza gefallen. Mit Startbox drei sollte man in seinem Quartier zufrieden sein.WaldparkDer zweite Wöhler Vertreter wird von Jozef Bojko geritten. Waldpark ist noch ungeschlagen, hat nach seinem sieben Längen Erfolg in der Sieglosenklasse einen fünf Längen Erfolg im Ausgleich III folgen lassen. Anfang Juni gewann er auf Listenebene leicht den Iffezheimer Derby Trial. Wieviel Luft der Dubawi Sohn noch nach oben hat wird sich am Sonntag zeigen. Startbox zehn wird die Ausgangsposition sein.SommernachtstraumFür den Shirocco Sohn wird Stephane Pasquier eingeflogen. Sommernachtstraum ist zwar noch sieglos, konnte aber schon vor Tahini bleiben. Im Iffezheimer Derby Trial belegte er hinter Waldpark den zweiten Platz. Er wird aus Startbox 14 wohl eher als Außenseiter das Rennen aufnehmen.OrdensritterEinen Siegerorden hat sich der Samum Sohn, der von Horst Steinmetz trainiert wird, in dieser Saison zwar noch nicht verdient, aber abschreiben sollte man ihn auf keinen Fall. Er könnte so etwas wie das dunkle Pferd im Rennen sein. In der Union in Köln musste er eine Behinderung hinnehmen, dort zeigte er einen schönen Ansatz. Davor war er zweimal in Frankreich eine Klasse tiefer gar nicht verkehrt unterwegs. Der Franzose Davy Bonilla wird reiten. Ordensritter muss aus Startbox 17 starten.TahiniDer fünfte Schlenderhaner im Bunde Tahini wird von dem Italiener Michael Caddedu geritten. Er lief auf Listenebene in Iffezheim und Hannover aufs Siegerpodest, ist aber derjenige aus dem Stall von Jens Hirschberger, der am meisten Farbe bekennen muss. Startbox 13 wurde ihm zugelost.ApplebyEine starke Vorstellung, mit der er sich auch für das Derby qualifizierte, zeigte im Bremer Derby Trial der Schützling von Sacha Smrczek. Sein Vater Mamool konnte am vergangenen Wochenenende mit Lucas Cranach einen Gruppe-II-Sieger und mit Orsino einen Ausgleich II Sieger stellen. Lucas Cranach ist Trainingsgefährte von Appleby und hat sich imponierend gesteigert. Wenn Appleby sich davon etwas abgeschaut hat, kann man auch für ihn Chancen erkennen. Der Italiener Daniele Porcu wird reiten. Die beiden rücken in Startbox eins ein.Mi SenorDer dritte Schützling im Feld, der von Andreas Wöhler trainiert wird, ist Mi Senor. Auf ihm wird die einzige Amazone im Feld ihren ersten Derbyritt bestreiten. Steffi Hofer erhält die Chance auf dem Azamour Sohn. Mi Senor ist ein solides Pferd, ob er sich auf Gruppe-I-Level in Szene setzen kann bleibt abzuwarten. Die Ausgangslage mit Startbox fünf ist gut.HoseoLast but not least wird der Königstiger Sohn Hoseo von Erika Mäder gesattelt. Henk Grewe wird den Außenseiter reiten. Er vertritt mit 67 kg das niedrigste GAG im Feld und wird wohl mit der höchsten Quote in Startbox 12 einrücken.Das waren die Derbystarter 2011 im Schnelldurchlauf. Jedes Derby hat seine eigenen Gesetze und Geschichten, die werden wir dann im Anschluss erzählen.

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