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und das Sommermärchen des Turfs

Danedream

Köln 22. Juli 2012

Eine unscheinbare Stute mit großem Herzen hat am Samstag in England ein weiteres Kapitel Rennsportgeschichte geschrieben. Die vier Jahre alte Danedream hat auf der königlichen Rennbahn in Ascot nicht weniger als das Sommermärchen des Turfs geschrieben.

Rund neuneinhalb Monate nach ihrem Sieg im Prix de l’Arc de Triomphe in Paris gewann Danedream mit den King George VI and Queen Elizabeth Stakes ein weiteres Weltklasse-Galopprennen und ist nun das gewinnreichste deutsche Rennpferd aller Zeiten, hat es geschafft Paolini vom Thron zu stoßen. Danedream ist finanziell nicht nur im Turf die Nummer Eins, kein deutsches Sportpferd überhaupt hat so viel verdient wie Danedream. Am Tag nach dem Rennen, ausgetragen vor den Augen von Queen Elizabeth II, überschlug sich auch die internationale Fachpresse mit Lobeshymnen auf die kleine Stute mit dem großen Herzen, der in Ascot frenetischer Applaus entgegen brandete. Jockey Andrasch Starke hatte mit einem Glanzritt Danedream einen Vorteil von einer Nase auf den Konkurrenten Nathaniel gesichert, in einem exquisiten Starterfeld wurde St Nicholas Abbey Dritter. „Das ist alles gar nicht zu glauben“, sagte der Siegjockey, „das ist der größte Moment in meinem Rennsportleben.“ Schon der Arc-Sieg war für Starke die Krönung der bisherigen Laufbahn, nun aus den Händen der englischen Königin den Ehrenpreis in Empfang zu nehmen toppte das in Paris Erlebte noch. „Danedream ist ein Ausnahmepferd, sie gewinnt ihre Rennen mit dem Kopf und mit dem Herzen“, so Deutschlands bester Jockey. Eine überraschende Niederlage aus Paris, wo sie in einem kleinen Viererfeld nur Letzte geworden war, ließ Danedream in Ascot sofort wieder vergessen. „In Paris war das Rennen zu langsam“, urteilt ihr Kölner Trainer Peter Schiergen, „heute hat alles bestens geklappt. Wie sie dieses Rennen gewonnen hat, ist unbeschreiblich. Ein größeres Herz kann ein Pferd gar nicht haben. Diese Stute ist die allerbeste Werbung für den deutschen Rennsport.“ Rund 720.000 Euro hat Danedream bei ihrem Sieg für ihre Besitzer verdient. Das sind das Gestüt Burg Eberstein der Familie Volz aus dem badischen Achern und der Japaner Teruya Yoshida, der vor dem Arc 2011 die Hälfte der Stute für einen Millionenbetrag erworben hatte. Rund 3,6 Millionen Euro hat Danedream nun verdient, Paolini (3.282.450 Euro) als bis dato gewinnreichstes Rennpferd des Landes abgelöst. Sie kostete einst auf einer Auktion in Baden-Baden nur 9.000 Euro, ist damit die beste je in Deutschland in ein Rennpferd getätigte Investition. „In zwei solchen Weltklasse-Rennen zu gewinnen wie dem Arc und den King George, das ist unbeschreiblich, wie ein Traum“, so Mitbesitzer Heiko Volz.

Historisch war der Sieg auch für das Gestüt Brümmerhof von Julia und Gregor Baum, das schon zahlreiche Klassegalopper hervorgebracht hat. Das Arc-King George-Doppel stellt alles Dagewesene in den Schatten und reiht die Zuchtstätte ein in die wichtigsten Gestüte in der Geschichte der deutschen Vollblutzucht. Noch am Sonntagmorgen ist Danedream in den heimischen Stall zurückgekehrt, bezog um 9 Uhr wieder ihre angestammte Box. Um Mitternacht hatte die Fähre in England abgelegt, der Pferdetransporter brachte die Heldin des deutschen Rennsports dann zurück nach Köln. „Sie ist ausgezeichnet gereist“, sagte Trainer Peter Schiergen am Sonntag. „Wir starten jetzt wohl in Baden-Baden im Großen Preis, danach ist die Titelverteidigung im Arc das Ziel“, umreißt Schiergen die Pläne für die kommenden Wochen. Nach Ende dieser Saison soll die Ausnahmestute dann im Gestüt ihres Mitbesitzers Teruya Yoshida in Japan als Zuchtstute aufgestellt werden.

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