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Weltstar Danedream gegen Derbysieger Pastorius und Novellist

Gipfeltreffen des Turfs in Iffezheim

Baden-Baden 30. August 2012

Auf der Galopprennbahn in Iffezheim kommt es am Sonntag zum lange erwarteten Gipfeltreffen des deutschen Turfs. Im Longines Großer Preis von Baden fordern Derbysieger Pastorius und der geschlagene Derby-Favorit Novellist den Weltstar Danedream heraus, messen sich mit der aktuell besten Galopperstute der Welt.

Die beste deutsche Stute aller Zeiten soll in Iffezheims Grand Prix, der mit 250.000 Euro dotiert ist, ihren Vorjahressieg wiederholen und dann im Anschluss ihren Titel im legendären Prix de l’Arc de Triomphe verteidigen. Mit der Referenz eines Sieges in den King George VI and Queen Elizabeth Stakes von der königlichen Rennbahn Ascot vor den Toren Londons gehen Danedream und ihr ständiger Jockey Andrasch Starke als Favoriten in das „Rennen des Jahres“, dem der Rennsport seit Wochen entgegenfiebert. „Sie ist sehr gut drauf“, so der Jockey, „und wir können allem, was da kommt, sehr beruhigt und ohne Druck entgegensehen. Sie hat mit den Siegen in Paris und Ascot alles erreicht, sie muss niemandem mehr etwas beweisen.“ Peter Schiergen ist in Köln der Trainer der Stute, die vor zwei Jahren in Iffezheim auf einer Auktion gerade einmal 9.000 Euro gekostet hat, mittlerweile mit einer Gewinnsumme von 3,6 Millionen Euro gewinnreichstes Sportpferd aller Zeiten hierzulande ist. „Sie ist wirklich eine Wunderstute“, sagte Peter Schiergen am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Iffezheimer Saisonhighlights. „Ich habe schon viele gute Pferde trainiert, aber ich werde wohl nie wieder eine solch gute Stute bekommen“, so der Chef des Stalles Asterblüte in Köln, der als Trainer den Badener Grand Prix bereits fünf Mal und auch als Reiter schon zweimal gewonnen hat. „Sie weiß, dass sie gut ist: Wenn Fernsehteams kommen, steckt sie immer den Kopf heraus. Ihr Wille zeichnet sie aus, sie will gewinnen. Aber sie ist auch unkompliziert, will gestreichelt werden und genießt es, auf Reisen zu gehen“, so Schiergen über die vierjährige Stute. „Es wird ihr letzter Start in Deutschland sein“, betonte Schiergen. „Wir entscheiden mit den Besitzern natürlich von Rennen zu Rennen, aber der Plan ist es, danach im Arc zu laufen und dann im Japan Cup anzutreten. Anschließend soll sie in Japan bleiben und in die Zucht zu gehen.“ Über die sieben Konkurrenten im mit 250.000 Euro dotierten Longines Grosser Preis von Baden sagt Jockey Starke, der das Rennen schon drei Mal gewonnen hat: „Es ist ein sehr erlesenes Feld. Ich habe großen Respekt vor den beiden Dreijährigen Novellist und Pastorius. Es wird sicher ein spannendes Rennen. Derbysieger Pastorius habe ich ja schon geritten, er ist ein gutes Pferd, aber Danedream ist etwas Besonderes.“ Während Andrasch Starke mit Danedream ein erprobtes Team bildet, ist sowohl bei Derbysieger Pastorius als auch beim Derbyzweiten Novellist der Jockey ausgetauscht worden. Zur Wochenmitte trennte sich Pastorius Trainer Mario Hofer (Krefeld) von seinem Stalljockey Terence Hellier, verpflichtete Adrie de Vries für den Ritt auf dem Derbysieger. Eduardo Pedroza, bisheriger Jockey von Novellist, wird auf Wunsch des Besitzers Dr. Christoph Berglar durch den aktuell in Glanzform reitenden Engländer William Buick ersetzt. Berglar mag vor dem Rennen ohnehin wenig dem Zufall überlassen, hat kurzzeitig mit Next Vision einen Tempomacher gepachtet, der am Sonntag für ein zügig gelaufenes Rennen sorgen soll. Während Novellist erstmals nach dem Deutschen Derby am ersten Juli-Sonntag wieder antritt, hat Pastorius in München den Großen Dallmayr-Preis in überragendem Stil mit acht Längen Vorsprung gewonnen. Die beiden drei Jahre alten Hengste erneuern nun ihr Derby-Duell, das damals überraschend Pastorius gewann. Als haushoher Favorit war Novellist nur Zweiter geworden, hatte am Tag nach dem Rennen indes Fieber und war offenbar im Rennen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Mit acht Startern, ist der Große Preis von Baden, erstmals 1858 gelaufen, auch quantitativ bestens besetzt, Befürchtungen des Veranstalters hinsichtlich eines zu kleinen Starterfeldes haben sich nicht erfüllt. Der Grand Prix wird am Sonntag gleich von zwei TV-Sendern, der ARD und Sport1, live übertragen.

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