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Jobst Overbeck will als „Rentner“ so richtig angreifen

„Habe nun noch mehr Zeit für den Rennsport“

Köln 7. März 2013

Jobst Overbeck (65) war 2002 Titelträger bei den Besitzertrainern, agiert aber unverändert mit bemerkenswertem Erfolg. German Racing befragte ihn zu den Anfängen seiner Karriere und den aktuellen Hoffnungen.

German Racing: Welche Erinnerungen haben Sie an den Beginn Ihrer Laufbahn?
Jobst Overbeck: Das steckte bei mir in den Genen. Denn mein Vater war schon sehr Pferde-begeistert und der Vielseitigkeit, dem Springsport und dem Galopp zugetan. Daher hatte ich schon von frühester Jugend an mit Pferden zu tun. Ich habe als Amateur auf ländlichen Bahnen geritten und mit 15 Jahren mein erstes Hürdenrennen in Drensteinfurt gewonnen. Als ich geheiratet habe, musste ich erst mal etwas Geld verdienen, aber ich hatte immer eine Halbblutzuchtstute. Zum Leidwesen meiner Frau habe ich dann intensiver als Besitzertrainer angefangen zu arbeiten. Aber sie hat das jetzt so viele Jahre tapfer ertragen, da kriegen wir den Rest auch hin (lacht). 1989 habe ich übrigens mit Siara mein erstes A-Rennen gewonnen. Danach folgte der Halbblüter Gauner.
German Racing: Wenn Ihre Frau schon nicht so Pferde-verrückt ist, sind es aber andere aus Ihrer Familie?
Jobst Overbeck: Ja, natürlich. Mein jüngerer Bruder Alfons ist auch Besitzertrainer, mein älterer Bruder Heinz-Willi ist im Sport verwurzelt. Meine Schwiegertochter und Enkelkind sind ganz begeistert. Die Nachfolge ist eines Tages gesichert.
German Racing: Sie meinen die Nachfolge am Stall in Hattingen. Wie haben Sie es geschafft, von hier aus einmal Champion zu werden?
Jobst Oberbeck: Sie meinen das Jahr 2002. Nach Siegen war es meine beste Saison, aber eigentlich war 1998 mein bestes Jahr. Da haben wir in Hamburg einen Ausgleich III und in Düsseldorf einen Ausgleich II gewonnen, mit Sola fide. Die Qualität in diesen Jahren war gut. Später haben einige Pferde aus der eigenen Zucht nicht so eingeschlagen, wie wir uns das vorgestellt hatten.
German Racing: Welche Vorzüge finden Sie hier auf Ihrer Anlage vor?
Jobst Overbeck: Zu Hause sind wir in der Nähe von Wuppertal, Velbert, Essen. Wir haben hier eine 1.000 Meter Sandbahn, eine überdachte Führmaschine, einen Abreitplatz und sind mit unseren zehn Pferden ganz gut aufgestellt. So Gott will, werden alle in diesem Jahr zum Einsatz kommen. Das Paradepferd ist natürlich Imondo, der sich auf Gras noch ein oder zwei Rennen schnappen kann und viel Talent auf der Hindernisbahn zeigt.
German Racing: Bleibt da überhaupt noch Zeit für Ihren Hauptberuf?
Jobst Overbeck: Da habe ich es jetzt einfacher. Früher war ich Landwirt. Dann haben wir ein Transportunternehmen im Entsorgungsbereich. Das ist ein mittelständischer Betrieb mit 20 Mitarbeitern. Am 1. Januar bin ich aber in Rente gegangen. Daher widme ich nun wieder mehr Zeit dem Rennsport.
Über die Aktion "Fans gestalten mit":
Es sind nicht nur die Personen im Rampenlicht, die den Galopprennsport ausmachen. Sondern auch die Menschen hinter den Kulissen. Deshalb startete GERMAN RACING auf der offiziellen Facebook-Seite die Aktion "Fans gestalten mit". Wir fragten: Welche Personen interessieren Sie am meisten? Wen sollten wir interviewen? Egal ob Stallpersonal, Jockeys, Amateure, Besitzertrainer, Züchter oder Auktionatoren. Weit über 100 Fans haben an der Aktion teilgenommen und uns verraten, für welche Aktiven aus dem Sport das meiste Interesse besteht.

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