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Orsello auf den Spuren von zwei Derby-Siegern

Bremen 29. März 2013

Schon im Vorfeld des überhaupt allerersten Starts bei der Bremer Saisonpremiere am traditionellen Karfreitag hatte es zwei gute Nachrichten gegeben. Die erste war zwar schon etwas älter und betraf die zeitweise höchstgefährdete Zukunft des Galopprennsports in der Hansestadt. Dass es hier letzten Endes noch zu einer positiven Wende kam, hatte natürlich nahezu fundamentale Bedeutung.

Die zweite gute News war schlicht und einfach die meteorologische Tatsache, dass die Wettgötter es mit Bremen grundsätzlich gut meinten, während sie sich anderorts weitaus weniger freundlich gezeigt und für vorzeitige Absagen gesorgt hatten.

Allerdings hegten viele Aktive aus dem Westen erhebliche Zweifel, ob denn in Bremen tatsächlich etwas ginge. Die meisten hatten schließlich in tiefwinterlicher Kulisse den Weg gen Norden angetreten, doch präsentierte sich der Zielort gottlob als schnee- und eisfrei. Es konnte in der Vahr also pünktlich losgehen, und es begann gleich mit einem Paukenschlag.

Für den sorgte die Riesenaußenseiterin Montanita mit ihrem Sieg im einleitenden Preis des Bremer Rennvereins, der ihrem kleinen Anhang die Traumquote von 411:10 auf Sieg bescherte.

Montanitas Treffer sollte allerdings nicht die einzige Überraschung bleiben. Auch der Preis der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. nahm mit dem Erfolg des dreijährigen Orsello einen unerwarteten Ausgang. Der von Norbert Sauer in Dortmund trainierte Hengst von Inge und Rainer Hupe gewann beeindruckend im Stil eines guten Pferdes und auch hochbegabten Stehers. Je weiter es wurde, desto imponierender fiel sein Erfolg unter Dennis Schiergen aus.

Orsellos 119:10-Überraschungscoup könnte sogar erst ein Anfang gewesen sein, auf den bald noch einiges mehr folgen wird. Denn genau dieses Bremer Rennen wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von späteren Klassepferden gewonnen. Sogar zweimal von veritablen Derby-Siegern, und zwar den Schlenderhanern Adlerflug und Wiener Walzer.

Auf Orsellos weiterer Agenda steht langfristig ebenfalls noch das Deutsche Derby in Hamburg. Die zeitnahe Planung für den vom Gestüt Fährhof gezogenen Mount-Nelson-Sohn zielt laut Trainer Sauer nun erst einmal auf den in vier Wochen anstehenden Frühjahrs-Preis des Bankhauses Metzler – Stadtrat Albert von Metzler, ein Gruppe-III-Rennen in Frankfurt.

Nur eine halbe Stunde später stand dann Vinzenz Schiergen seinem Bruder Dennis um nichts nach. Souverän brachte der gerademal 15-Jährige im It’s Gino-Cup die von seinem Vater Peter Schiergen trainierte und bis auf 17:10 heruntergewettete sechsjährige Mombasa des Gestüts Bona als Siegerin ins Ziel – und er kam damit zu seinem ersten Erfolgserlebnis als Amateurrennreiter.

Der obendrein äußerst talentierte Golfspieler genoss dies sichtlich und blieb dabei doch ausgesprochen sympathisch still. Wieder wurde die alte Volksweisheit bestätigt, dass der Apfel selten weit von Stamm fällt. Zählte doch bereits Schiergen Senior in der deutschen Galoppszene mit zu den namhaftesten Jockey-Größen der letzten Jahrzehnte.

Ein wichtiger Meilenstein gelang beim Bremer Eröffnungsrenntag nebenbei auch Jockey Lennart Hammer-Hansen, der unlängst erst ein neues Engagement beim Warendorfer Trainer Ferdinand Leve angetreten hatte. Für den neuen Chef ritt er Gestüt Haus Ittlingens Stute Laviva handwerklich sehr sauber vor dem vehement und stark endenden Alberto Hawaii sicher im Preis der ÖVB – Öffentliche Versicherungen Bremen über die Ziellinie.

Kaum sonderliche Mühe hatte etwas später die vierjährige Alpha als echte Kantersiegerin. Jedenfalls signalisierte die Haltung von Jockey Wladimir Panov schon sehe früh allen denen, die ihr Geld auf sie gesetzt hatten, dass im Preis der König Versicherungen nicht mehr allzu viel anbrennen würde. Sehr zur Freude auch vom Langenhagener Trainer Christian Sprengel, ihrem Betreuer.

Als gleich dreifache Gewinnerin trat übrigens nach dem ersten diesjährigen Renntag in Bremen die Amateurrennreiterin Silke Brüggemann ihre Heimreise an. Im Frühjahrs-Handicap der GolfRange Bremen fungierte sie auf Sauber nämlich keineswegs nur als clevere Siegreiterin.

Daneben durfte sich noch zweimal zusätzlich feiern lassen, denn sie ist in Personalunion überdies Besitzerin und Trainerin des siegreichen Wallachs.

Dreimal Glückwunsch natürlich auch von unserer Seite.

Die Quote bei der Viererwette machte allerdings keineswegs der siegreiche Sauber so fett; dafür sorgten vielmehr die Kandidaten auf den weiteren Plätzen, mit Rolling Sea auf Rang zwei sowie Gregoria und Zaubergirl dahinter. Für die richtigen vier in der richtigen Reihenfolge notierte der Toto in der Vahr die sagenhafte Quote von 142.932:10.

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