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Erfolg des Dream Teams Starke/Schiergen

Gerling-Solo von Girolamo

Köln 30. Mai 2013

Dritter im Deutschen Derby, Sieger im Preis von Europa 2012 – um die Klasse des Ebbeslohers Girolamo (28:10) gab es vor dem 78. Gerling-Preis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m) nicht die geringste Diskussion. Und der als Höchstgewicht angetretene Vierjährige des Dream Teams Andrasch Starke/Peter Schiergen sicherte sich am Fronleichnams-Donnerstag zum zweiten Mal eine Top-Prüfung in Köln.

Nur vier Tage nach dem Triumph mit Lucky Speed im Bavarian Classic in München ging erneut eine Prestige-Prüfung an diese Mannschaft. Und das war Mitte der Zielgeraden klar. Denn nachdem unterwegs Wilddrossel stets die Spitze hatte und von Runaway verfolgt wurde, packte Girolamo auf den letzten 200 Metern ganz außen mächtig an. „Wie eine Walze“ lief der Dai Jin-Sohn völlig souverän allen anderen mit drei Längen davon und profilierte sich damit einmal mehr als einer der besten hiesigen Galopper. 220.375 Euro beträgt nun Girolamos Gewinnsumme.

„Zuletzt in Baden-Baden war er unter Wert geschlagen, das war nicht nach seinem Geschmack. Dass er so leicht gewinnen würde, hatte ich aber nicht gedacht“, berichtete Siegtrainer Peter Schiergen, der die weiteren Pläne mit Girolamo noch offen ließ.

Das Rennen seines Lebens lief Runaway als Zweiter für die engagierte Besitzerin des Gestüts Weiherwiesen. Trainer Andreas Trybuhl sagte mit Tränen in den Augen: „Meine Pferde kämpfen für mich. Das Gefühl ist fast wie bei einem Sieg.“ Dichtauf folgte Wilddrossel, die sich lange bestens verteidigte. „Zuletzt hatte sie in Iffezheim ein katastrophales Rennen. Die Stute kann genug“, meinte ihr Betreuer Markus Klug. Der Co-Favorit Technokrat war als Sechster die Enttäuschung des Rennens. „Er wurde etwas aufwändig geritten, musste weite Wege gehen“, bedauerte Trainer Waldemar Hickst.

„Vor einer Stunde hat Besitzer Guido Schmitt in Irland beim Angeln einen Dorsch gefangen, aber das hier war noch ein dickerer Fisch“, scherzte Trainer Mario Hofer nach dem Kampferfolg von Combat Zone (79:10, N. Richter) in der hochdramatischen Ilse und Heinz Ramm Erinnerungsmeile (Listenrennen, 20.000 Euro, 1.600 m).

Gerade einmal 12.000 Pfund hatte Combat Zone vor knapp vier Jahren bei einer Auktion in Newmarket gekostet und steht nun bei einer Gewinnsumme von über 240.000 Euro. „Er gehörte Godolphin, war damals aber anderthalb Jahre nicht gelaufen, daher wollte ihn keiner haben“, erinnerte sich der Coach. „Er war schon zuletzt in der Badener Meile unter Höchstgewicht stark gelaufen. Vielleicht nennen wir ihn nun für das Grupperennen in Dortmund nach.“

Vorausgegangen war eine enge Entscheidung, denn aus dem Vordertreffen wehrte Combat Zone nach einem tollen Ritt von Norman Richter die heranfliegenden Neatico, der Favorit geworden war, und Felician gerade noch ab. „Leider gibt es keine Ita-Wette in Deutschland“, scherzte Besitzer Manfred Ostermann nach dem neuerlichen Ehrenrang von Neatico. Felician bestätigte den Badener Treffer ebenfalls und blieb vor Sommerabend, der lange mehr zu erreichen schien. Alianthus verschwand früh aus der Partie.

Nach dem ausgezeichneten Debüt in Baden-Baden galt der Ittlinger Amanto (16:10) als heißer Favorit im einleitenden 10.000 Euro-Rennen für Dreijährige. Und der Medicean-Sohn löste diese über 2.400 Meter führende Aufgabe auch, tat sich aber etwas schwerer als erwartet. Denn erst auf den letzten Metern kam er unter Adrie de Vries noch knapp an dem kaum schlechter gehenden Arrabiato vorbei. Der lange führende Napoleon musste erst spät passen und wurde passen.

„Er ist immer noch ein richtiges Baby, hat aber alles umgesetzt. Wir werden ihm jetzt erst alle Chancen geben und hegen noch keine weiteren Pläne“, erklärte Amantos Betreuer Waldemar Hickst. Arrabiato ist jetzt siegreif. „Das war eine weitere Steigerung“, verriet Peter Schiergen. Von der nobel gezogenen Salve Diana gingen noch keine Impulse aus.

Trainer Waldemar Hickst legte im Meilen-Ausgleich III gleich mit Rhythm of Life (84:10) nach, der ganz zuletzt noch den lange führenden Adolphe Adam mit einer Nase Vorteil abfing. „Das war verdient, denn er war immer vorne dabei“, berichtete Hickst. Die Favoritin Love Happens kam aus guter Lage nicht weiter. „Das Rennen war zu langsam und der Boden zu weich“, bedauerte ihr Betreuer Ferdinand Leve.

Die Form des Gestüts Schlenderhan ist kaum zu überbieten: Auch in einem 1.850 Meter-Rennen für dreijährige Stuten gab es einen Treffer, denn die von Adrie de Vries (zweiter Tagessieg) gesteuerte Monsun-Tochter Magali (25:10) wurde als Debütantin dem großen Vertrauen mit viel Speed gegen Illusion (276:10-Außenseiterin) und die von weit hinten kommende La Sabara gerecht. „Ihr Hauptziel ist der Preis der Diana. Das war sehr versprechend“, freute sich Trainer Wilhelm Giedt.

Voller Anspannung beobachtete der holländische Autohändler und Großbesitzer Lucien van der Meulen den Ausgleich II (1.850 m) am TV-Monitor. Doch anschließend durfte er jubeln. Denn sein Wallach Naaseh (52:10, dritter Treffer für Adrie de Vries) aus dem Iffezheimer Stall von Gerald Geisler hatte von der Spitze aus keine Schwierigkeiten gegen Luigio und Mertesacker. „Mit einem guten Laufen hatten wir gerechnet“, kommentierte der Eigner.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 2.400 m, Amateurreiten) gab es eine stattliche Quote von 70.643:10 Euro in der Viererwette, denn schon die Siegerin Ribana (147:10, Lena Mattes), die ganz zuletzt an Kapalua Bay vorbeikam, war schwer zu treffen. Frau Luna und Just in Front komplettierten die Wette.

Zum ersten Mal seit seiner schweren Erkrankung weilte Trainer Uwe Stoltefuß wieder auf der Rennbahn. Dem Dortmunder geht es deutlich besser, er wurde von den Turffreunden voller Freude wieder beim Rennen empfangen. Auch die Verabschiedung von Klassejockey Terry Hellier, der seine hocherfolgreiche Karriere kürzlich beendete, fand viel Aufmerksamkeit.

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