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Super-Erfolg im Oppenheim-Union-Rennen

Ivanhowe ist der Derby-Favorit

Köln 16. Juni 2013

Vor wenigen Wochen waren die Besucher in Köln-Weidenpesch bereits begeistert. Damals hatte Gestüt Schlenderhans Ivanhowe (28:10, A. de Vries) ein Maidenrennen trotz eines miserablen Rennverlaufs in großem Stil gewonnen. Die Ambitionen der Mannschaft um Wilhelm Giedt, der erst seit einigen Monaten Cheftrainer an Deutschlands ältester Zuchtstätte ist, waren gewaltig. Denn man schickte den Soldier Hollow-Sohn nun am Sonntag in das 178. Oppenheim-Union-Rennen (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.200 m), die wichtigste Vorprüfung für das Deutsche Derby.

Und seither steht fest: Ivanhowe wird mit ziemlicher Sicherheit als Favorit in das Blaue Band am 7. Juli in Hamburg gehen. Denn in imponierender Manier (mit zweieinhalb Längen Vorsprung) verabschiedete sich der Favorit von der Konkurrenz. Jockey Adrie de Vries rührte Mitte der Zielgeraden kaum einen Finger, als Schulz bald an dem Piloten Noble Galileo an die Spitze strebte. Und als er ganz an der Außenseite ernst machte, war die Frage nach dem Sieger sofort beantwortet.

„Das ist ein völlig unkompliziertes Pferd. Er macht alles, was verlangt wird, lässt sich wie ein Auto fahren“, kommentierte Wilhelm Giedt. Und Besitzer Georg Baron von Ullmann fügte an: „Ich habe gesagt, wenn wir gewinnen können, dann wird das Pferd nur mit den Händen geritten.“ Aber natürlich wird man auch die Platzierten im Derby sehen. Überraschend gut zog innen der Außenseiter Empoli durch. „In Baden-Baden war er unter Form geblieben, das war der wahre Empoli“, meinte sein Betreuer Beter Schiergen.

Mit enormem Endspurt flog Orsello noch auf Rang drei. „Wir brauchen in Hamburg trockenen Boden. Je weiter, desto besser für ihn“, ließ Trainer Norbert Sauer durchblicken. Schulz schien lange mehr zu erreichen, wurde aber noch abgefangen. „Für ihn hätte der Boden weicher sein müssen“, erklärte Coach Markus Klug. Quinzieme Monarque kam nicht entscheidend weiter, während der Co-Favorit Nuntius (Sechster) nie zwingend wirkte. Völlig abgehängt endete Night Wish mit Star-Jockey Frankie Dettori. „Er hatte Luftprobleme“, sagte Trainer Wolfgang Figge.

Die Riege der Extremdistanz-Pferde in Deutschland ist nicht besonders groß. Doch Gestüt Haus Ittlingens Lucarelli (39:10, L. Hammer-Hansen) hat im zarten Alter von sieben Jahren den Sprung in diese Elite-Gruppe geschafft. Denn im Preis der Oppenheim Vermögensverwaltung – Silbernes Band des Rheinlandes (Listenrennen, 20.000 Euro, 3.000 m) triumphierte der als 39:10-Mitfavorit gestartete Hengst aus dem Warendorfer Stall von Ferdinand Leve.

Von zweiter Stelle aus wehrte er die späten Angriffe von Slowfoot sicher ab. „Wir hatten ein Traumrennen, er hat toll angezogen. Wir haben in der Arbeit gemerkt, dass er ein extremer Steher ist. Der Lange Hamburger könnte nun ein Ziel sein“, berichtete Siegreiter Lennart Hammer-Hansen. „Beide Pferde von mir sind gut gelaufen. Slowfoot hätte auf weicher Bahn gewonnen, und Andreas hat an der Spitze beim ersten Versuch in dieser Klasse bestens standgehalten“, berichtete Markus Klug über die platzierten Pferde. Die Engländerin Albamara wurde zurückgezogen, da sie hinten keine Eisen hatte.

Das Medien-Interesse war enorm, schon eine halbe Stunde vor dem Rennen war der Führring der Kölner Galopprennbahn am Sonntag ganz dicht umlagert. Denn Silvery Moon, ein Pferd, wie es ungewöhnlicher kaum aussehen könnte, startete zum ersten Mal hierzulande. In einer 1.200 Meter-Prüfung trat der Schecke an, der mit seinen vielen Flecken wie ein „Indianerpferd“ aussieht, und er schrieb Geschichte.

Zwar war die Stute Sharin (im Besitz des Traditionsgestüts Röttgen) im Ziel einen Hals vor ihm, doch Silvery Moon attackierte lange versprechend, kam immer näher an die Konkurrentin heran und schien kurz gewinnen zu können. Bemerkenswert: Es war die erste Platzierung eines Schecken in Deutschland, möglicherweise sogar in Europa. Insider sprechen bereits jetzt von einem „Wunder-Schecken“.

„Das Laufen war mehr als zufriedenstellend gegen eine sehr starke Gegnerin. Wir haben weiterhin einige Pläne mit ihm. Der große Traum ist, am 13. Juli an unserem Familien-Renntag hier in Köln in einem Listenrennen anzutreten“, signalisierte Renn-Vereins-Präsident Eckhard Sauren, der gemeinsam mit Franz Prinz von Auersperg und Trainer Mario Hofer Besitzer des in Deauville für 12.000 Euro erworbenen Silvery Moon ist.

„Der gewinnt ganz sicher seine Rennen“, meinte Star-Jockey Andrasch Starke, der den Schecken gesteuert hatte. „Wir sind sehr zufrieden. Eine prima Leistung“, signalisierte auch Coach Mario Hofer.

Nicht nur er, sondern auch die Kölner Turffans freuen sich auf den nächsten Auftritt des Wunder-Schecken. Silvery Moon hat schon jetzt die Herzen des Publikums im Sturm erobert. Aber natürlich steht auch Sharin vor einer großen Zukunft: „Es freut mich sehr, gleich mit dem ersten Zweijährigen-Starter gewonnen zu haben. Wir werden in Ruhe entscheiden, wo wir jetzt weitermachen“, erklärte Trainer Markus Klug.

In einem 10.000 Euro-Rennen für Dreijährige über 1,850 Meter imponierte die Fährhoferin Quaduna (26:10, E. Pedroza), die sich trotz weniger Platz an der Innenseite locker an dem Favoriten Anatol Artist und der lange führenden Kanasubigi vorbeischob.

Quaduna gehört zu den besseren Stuten im Stall, braucht noch weitere Wege. In Hamburg steuern wir nun ein Grupperennen an, danach geht es in den Preis der Diana“, verriet Trainer Andreas Wöhler.

Auch nach dem dritten Auftritt in 2013 bleibt Albert Darbovens Koffi Angel (65:10, Wladimir Panov) ungeschlagen. In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.850 m) schnappte die Gröschel-Stute mit fulminantem Speed noch It’s a Privilege, die Favoritin Anaita und Turflöwe. Die Viererwette war nicht schwer zu treffen und bezahlte 5.587:10 Euro. „Sie steigert sich immer weiter“, berichtete Jockey Wladimir Panov.

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