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Champions League der Galopper in Berlin

Das Hauptstadt-Highlight

Berlin-Hoppegarten 18. Juli 2013

Vor zwei Jahren begann hier der Siegeszug der deutschen Wunderstute Danedream: Der Große Preis von Berlin, der am Sonntag zum 123. Mal ausgetragen wird, ist DAS Saison-Highlight auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten und gleichzeitig eine der bedeutendsten Prüfungen hierzulande.

175.000 Euro werden auf der 2.400 Meter-Strecke (5. Rennen um 16:35 Uhr) an Rennpreisen ausgeschüttet. Allein der Gewinner dieser Gruppe I-Prüfung (vergleichbar mit der Champions League im Fußball) kassiert 100.000 Euro. Kein Wunder, dass sich auch diesmal ein Top-Aufgebot von sechs Kandidaten auf den Weg zum Hauptstadt-Hippodrom macht.

Darunter befindet sich mit Meandre (mit dem Italiener Mirco Demuro) auch der Vorjahressieger. Damals noch in Frankreich von Meister-Trainer Andre Fabre vorbereitet, gab er eine imponierende Vorstellung. Seither versuchte er sich in den verschiedensten Ländern, wurde vor dem Dubai World Cup (mit 10 Mio. Dollar an Prämien das höchstdotierte Rennen auf der Welt) für einen Millionenbetrag an Tschetschenen-Präsident Ramzan Kadyrov verkauft und ist nun in Tschechien in Training. Weder in Dubai noch in Singapur spielte Meandre eine große Rolle, aber in Bestform sollte er hier beste Chancen auf die Titelverteidigung haben.

Sein Hauptkonkurrent kommt aus Deutschland: Girolamo (aus dem ostwestfälischen Gestüt Ebbesloh der Familie von Schubert) gewann mit dem Preis von Europa und dem Gerling-Preis zwei Prestige-Rennen in Köln. Zuletzt blieb er im IDEE-Hansa-Preis in Hamburg etwas unter den Erwartungen, aber dort agierte der Hengst auch nicht besonders glücklich. Da sein ständiger Jockey Andrasch Starke erneut gesperrt ist, engagierte man Andreas Suborics. Der Österreicher ritt die gesamte Saison im Galopper-Paradies Hong Kong und weilt nun für einige Wochen in Deutschland.

Interessant: Girolamos Trainer Peter Schiergen hat mit Nymphea noch ein zweites Eisen im Feuer – die Stute des Stalles Nizza (des Freiburger Bankiers Jürgen Imm) war gerade ausgezeichnete Zweite in einem Gruppe-Rennen in England. Im Sattel sitzt Trainersohn und Amateur-Champion Dennis Schiergen, der mit gerade einmal 18 Jahren eine Riesen-Chance geboten bekommt.

Eine weitere interessante Stute aus Köln ist Temida (Filip Minarik), die der Bulgare Miltcho Mintchev für den Stall Litex des Bulgaren Grischa Ganchev (Hauptanteilseigner des Fußball-Klubs Litex Lovech) trainiert. Sie sicherte sich mit dem Großen Preis von Bayern in München 2012 sensationell eine Gruppe I-Prüfung, war aber seit einem Jahr nicht mehr am Start. „Wir haben in diesem jahr spät mit ihr angefangen. Sie hat sehr gut gearbeitet, am Montag saß Filip Minarik schon im Sattel. Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Berlin“, sagt ihr Betreuer.

Der Tscheche Donn Halling (P. Foret) gewann im Vorjahr das St. Leger Italiano und ist ein weiterer Farbtupfer in einem sehr internationalen Feld, in dem der Derby-Dritte Nordvulkan (Jozef Bojko) aus dem Hoppegartener Stall von Champion Roland Dzubasz für einen Heimsieg sorgen kann. Vorzeitig zur Nichtstarterin wurde allerdings die Stute Berlin Berlin erklärt.

Mit einem 80.000er (jubiläums-Rennen 145 Jahre Hoppegarten) gibt es außerdem Deutschlands höchstdotiertes Listen-Rennen (4. Rennen um 15:50 Uhr, 1.800 m, mit den in letzten beiden Jahren erfolgreichen Combat Zone (Norman Richter) und Point Blank (Steffi Hofer) im Zehnerfeld). Allerdings gefallen nach Form aktuell die frische Hamburger Gruppesiegerin Lady Jacamira (Alexander Pietsch) und der gerade vom Gestüt Ittlingen erworbene Empire Storm (Eduardo Pedroza), zuletzt Zweiter im Großen Preis der Wirtschaft in Dortmund, besser.

Auch die Zweijährigen geben sich im 1. Rennen um 14:10 Uhr die Ehre. Indikova (Eduardo Pedroza) und Lacoper (Alexander Pietsch), die noch im Zukunftsrennen startberechtigt sind, und Night Orator (Steffi Hofer), dessen Trainer Mario Hofer seine Youngsters in großer Form hat, könnten hier die gegebenen Pferde sein.

Im 3. der insgesamt acht Rennen um 15:15 Uhr (Ausgleich IV, 1.600 m) locken 15.000 Euro als Viererwetten. Hier empfehlen wir im 13er-Aufgebot vor allem zwei Pferde aus dem Championstall von Roland Dzubasz – die in Hamburg erfolgreiche The Blue Lady (Alexander Pietsch) und den dauerplatzierten Balinus (Eduardo Pedroza).

Eine Viererwette mit 15.000 Euro Garantie-Auszahlung wird auch im 6. Rennen um 17:15 Uhr (Ausgleich III, 1.200 m) auf der Geraden Bahn ausgespielt. Der Hamburger Sensationssieger Black Cool Cat (Andreas Helfenbein) ist wie der enorm zuverlässige Shot to nothing (Jennifer Korbus) hier nur eine von vielen Möglichkeiten.

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