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18-jähriger Dennis Schiergen begeistert in Berlin

Das Meisterstück des Newcomers

Berlin-Hoppegarten 21. Juli 2013

„Das war ja wie bei Sebastian Vettel“, brachte es ein Sport-Experte auf den Punkt. Und der Vergleich mit dem Formel I-Weltmeister war am Sonntag nach dem Galopp-Saisonhighlight auf der Rennbahn in Berlin-Hoppegarten mehr als berechtigt: Denn der 18-jährige Dennis Schiergen, Sohn von Star-Trainer Peter Schiergen, schaffte es nicht nur, als wahrscheinlich erster Amateurreiter überhaupt, ein Gruppe I-Rennen zu gewinnen. Im 123. Großen Preis von Berlin (175.000 Euro, 2.400 m) riss der Kölner auch die Besucher des Hauptstadt-Hippodroms auf der vierjährigen Stute Nymphea regelrecht von den Sitzen.

Es gehört schon eine unglaubliche Kaltschnäuzigkeit dazu für einen Reiter, der gerade erst sein Abitur gemacht hat, solch eine Taktik auf der Lady des Stalles Nizza zu wählen, wie Dennis Schiergen es tat. Er beorderte die Dylan Thomas-Tochter, die nun ihr drittes Rennen gewann und mit den 100.000 Euro Siegpreis ihre Gewinnsumme auf 232.826 Euro katapultierte, an die Spitze des kleinen Sechserfeldes. Er ließ sie dort auch so richtig marschieren. Gut und gerne hundert Meter Vorsprung hatte er mit der 42:10-Mitfavoritin auf die von Temida angeführten Gegner.

Natürlich wurde der Abstand auf der Zielgeraden geringer, aber schon weit vor dem Ziel war zu sehen, dass diese Husarentaktik aufgehen würde. Nach pfeilschnellen 2,26:3 Minuten verteidigte der Newcomer drei Längen Vorteil ins Ziel. Was für eine Vorstellung, Riesen-Beifall brandete bei strahlendem Sonnenschein auf einer rappelvollen Rennbahn auf. Keinen Zuschauer hielt es mehr auf seinem Stuhl.

Doch Dennis Schiergen blieb auch im Moment seines Triumphes cool und analysierte: „Ich sollte von der Spitze aus gehen, aber ich habe mehr Vorsprung gehabt als geplant. Nymphea hat eine große Aktion. Ich konnte sie frei galoppieren lassen Und hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Im Schlussbogen habe ich sie etwas Luft holen lassen und auf der Zielgeraden noch einmal beschleunigt. Es ist großartig, in solch einem Rennen reiten zu dürfen und dann noch zu gewinnen.“

Sein Vater Peter Schiergen, der Trainer von Nymphea, war natürlich stolz auf seinen ältesten Sohn: „Wir hatten schon den Plan, gleich die Initiative zu ergreifen, aber dass es so viele Längen Vorsprung sein würden, hatten wir natürlich nicht gedacht. Dennis hat viel Mumm gezeigt. Und schon im Schlussbogen hatte ich an den Sieg geglaubt, denn auf so einer schnellen Bahn ist es schwer, dann noch solchen Boden gutzumachen. Ich freue mich sehr für ihn, 56 Kilo kann Dennis reiten. So lange er Spaß hat und das Gewicht mitspielt, bekommt er von mir alle Unterstützung. Mit Nymphea machen wir nun vielleicht in einem Stutenrennen in Frankreich weiter, aber sie hat auch eine Nennung im Großen Preis von Baden.“

Und Besitzer Jürgen Imm (Bankier aus Freiburg) erklärte: „Ich habe unterwegs gedacht, dass gibt es doch gar nicht. Aber ich habe eine ganz hohe Meinung von Dennis Schiergen. Er hat auch sein erstes Listenrennen für mich mit Jardina gewonnen. Er ist jetzt schon einer der Großen.“

Ein glänzendes Rennen lief auch die Zweitplatzierte Temida. „Es ging alles wie vorgesehen. Nun wollen wir im Großen Preis von Bayern den Titel verteidigen“, signalisierte Trainer Miltcho Mintchev. Der Favorit Meandre hatte nie mehr Chancen als auf Rang drei, auch der schon zum Gruppe I-Sieger Girolamo war nie so richtig zwingend und wurde Vierter. „Er bevorzugt doch weicheren Boden“, meinte Peter Schiergen. Donn Halling und Nordvulkan ließen bald nach. Ohnehin galten die Ovationen nur Dennis Schiergen für seinen denkwürdigen Ritt auf Nymphea.

Immer wieder war Dr. Christiane Ottos Wasimah in der allerbesten Klasse gestartet, doch trotz vieler erstklassiger Leistungen reichte es einfach nicht zu einem Volltreffer. Das änderte sich nun ausgerechnet im höchstdotierten deutschen Listen-Rennen, dem Jubiläums-Rennen – 145 Jahre Hoppegarten (80.000 Euro, 1.800 m).

Denn nach einem sehenswerten Endspurt und einem tollen Ritt von Filip Minarik schnappte sich die 102:10-Außenseiterin aus dem Hannoveraner Stall von Hans-Jürgen Gröschel die 40.000 Euro Siegprämie. Unterwegs war von der Desert Prince-Tochter nicht viel zu sehen, während die aktuelle Gruppesiegerin Lady Jacamira vorne eine flotte Pace diktierte. Ihr folgte der Mitfavorit Empire Storm. Bis weit in die gerade bestimmten diese beiden Pferde auch das Geschehen, doch als Wasimah in der entscheidenden Phase ganz groß anpackte, war die Entscheidung für sie schnell gefallen.

„Das war wirklich verdient, denn die Stute hatte nicht immer Glück und ist auch stets unterschätzt worden“, berichtete Gröschel. „Ein tolles Rennpferd. Das Herz und den Speed hat sie von der Mutter, auch die Strecke war ideal. Nun könnte ein Gruppe III-Rennen in Baden-Baden ihr nächstes Ziel sein.“ Belango, der Seriensieger, endete sehr gut und bestätigte seine hohe Einschätzung als Zweiter. „Dass er in diese Klasse gehört, hatte man schon in Hamburg gesehen“, versicherte sein Betreuer Roland Dzubasz, dessen Lady Jacamira trotz großer Energie ein Platzgeld knapp an Vorjahressieger Combat Zone (Mario Hofer: „Wieder eine sehr gute Leistung“) und Empire Storm verlor. „Kein anderer wollte vorne gehen, aber sie wurde dort nie in Ruhe gelassen“, erklärte Dzubasz. Keine Rolle spielte diesmal der 2011er-Sieger Point Blank. „Er mag alleine vorne gehen, das hat nicht geklappt“, so Mario Hofer.

Die Wetter hatten das richtige Gespür: Auf 15:10 wetteten Sie gleich beim Einstand die zweijährige Bushranger-Tochter Indikova (E. Pedroza) im einleitenden Youngster-Rennen über 1.200 Meter der Geraden Bahn herunter. Und die Halbschwester der Gruppe I-Siegerin Temida aus dem Stall von Andreas Wöhler gab eine mehr als überzeugende Vorstellung. Mit zunehmender Distanz bekam sie die glänzend standhaltende Rotkaeppchen Rubin sowie Amparo noch locker in den Griff. Manager Manfred Hofer: „Das ist eine gute Stute. Sie ist in England schon gut vorbereitet worden. Nach der Breeze-up-Auktion haben wir ihr eine kleine Auszeit gegeben. Sie hat eine Nennung im Zukunftsrennen. Aber vielleicht steuern wir auch Frankreich an.“

Im Österreichischen Derby galt der Ittlinger Khalid, doch als Neunter gab der Hengst dort eine rätselhafte Vorstellung. Nun sicherte er sich als 43:10-Favorit nach einem starken Finish von Dennis Schiergen einen stark besetzten Ausgleich III über 2.200 Meter gegen Titania und König Hall. „In Wien hatte er vorher die Box durchbrochen, heute war ich mit an der Startstelle, da ging alles gut. Nur nach dem Rennen rutschte der Sattel“, berichtete Trainer Peter Schiergen.

Im ersten Vierwett-Rennen des Tages zeigte die Graditzerin Donatella (69:10, J. Bojko) wieder ihr wahres Gesicht und korrigierte die schwächere Vorstellung aus Hamburg. „Dort hatte es irgendwie nicht gepasst. Nun steuern wir mit ihr das Auktionsrennen in Dresden an“, meinte ihr Betreuer Uwe Stech, nachdem Donatella Balinus, Beltaine Fire sowie Run On Fire locker in den Griff bekommen hatte. Die Viererwette bezahlte 35.816:10 Euro.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.200 m der Geraden Bahn) erinnerte sich Marlene Hallers Nareion (93:10) wieder früherer Top-Tage und verwies Volany, Turning Blade und Nice Nelly auf die Plätze. Die Viererwette kletterte auf 130.000:10 Euro.

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