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Auch Nuevo Leon imponiert über Sprünge

Kazzio mit aller Delikatesse

Bad Harzburg 25. Juli 2013

Hindernisfans kamen am Donnerstag in Bad Harzburg ganz besonders auf ihre Kosten. Denn gleich zwei Hürdenrennen gingen am dritten Meetingstag über die Bühne. Und Championjockey Cevin Chan bewies einmal mehr, dass er ein Meister seines Fachs ist. Denn in der ersten Prüfung dieser Art steuerte er den heißen 17:10-Favoriten Kazzio mit aller Delikatesse.

Unterwegs noch in hinteren Regionen, forderte Chan den Wallach Ende der letzten Gegenseite kurz auf, und dann zog Kazzio entscheidend an. Zu Beginn des Schlussbogens noch Fünfter, hatte er schon vor der Geraden die Führung und verabschiedete sich auf großen Vorsprung von Bon Spiel und Quidam. Man dürfte in der Zukunft noch sehr viel von Kazzio hören, der für Chan den vierten Sieg in der Rennwoche markierte. Auch Trainer Pavel Vovcenko gewinnt derzeit ein Rennen nach dem anderen.

Sogar noch deutlich wertvoller war die andere Prüfung, ebenfalls über 3.400 Meter, denn stattliche 10.000 Euro standen über diesem Hürdenrennen. Und mit Ulrike Adloffs Nuevo Leon (29:10, O. Schnakenberg) aus dem Quartier von Elfi Schnakenberg behauptete sich ein immerhin schon zehnjähriger Bahnspezialist, der mit seiner großen Routine hier völlig ungefährdet war. Nach zwei Ehrenplätzen und drei Treffern in den letzten Jahren in Harzburg klappte es einmal mehr. Sein Reiter schaltete zu Beginn der Zielgeraden einen Gang höher und löste bald schon den bis dahin führenden Außenseiter Mistofelees an der Spitze ab. Weit zurück sicherte sich Capricornus Rang drei.

Viel hatte Stall Leons Rich Prince (27:10, J. Bojko) bei seinen zahlreichen Starts in Frankreich bislang wahrlich noch nicht gezeigt. Doch so leicht wie in einer 1.850 Meter-Prüfung traf es der Wallach nie zuvor an. Da war es keine Überraschung, dass der erste Auftritt für Trainer Christian von der Recke gleich mit einem Volltreffer endete für den zum Verkauf stehenden Vierjährigen. Mit viel Schwung ließ er Cariero und den Favoriten Flamingo Cay sehr sicher noch hinter sich.

Eine verlockende Aufgabe fand die Dreijährige Elaysa (21:10, Jozef Bojkos zweiter Tagestreffer) in einer Maidenprüfung über 1.550 Meter vor. Ohne Schwierigkeiten machte sich die von Hans Walter Hiller trainierte Favoritin von Anima frei, hinter der Anna Lucia als Dritte schon deutlicher zurück folgte.

Wenn das kein gutes Timing war: In einem 1.550 Meter-Handicap bewies der zweifache Champion Filip Minarik auf der Favoritin Ocean of Fire (26:10) aus dem Stall von Besitzertrainerin Andrea Wienberg Nerven wie Drahtseile. Denn erst auf den letzten Metern brachte er die mächtig gesteigerte Stute noch an Arriba Directa vorbei.

Genau den richtigen Schachzug unternahm Trainer Hans-Jürgen Gröschel mit Carlo von Wedekinds Avanti (66:10, R. Piechulek): Nachdem die Strecke von 1.550 Metern hier viel zu kurz gewesen war, bot er den Hengst nun über passende 2.000 Meter auf. Und in diesem mit 6.666 Euro ausgestatteten Ausgleich III spurtete er zu einem bequemen Erfolg über Kidman und die Favoritin Oggetta.

So richtig wohl scheint sich im Harz Nataka Arrogance (85:10) trotz seiner neun Jahre zu fühlen. Denn nach der Platzierung am Sonntag schnappte sich der Wallach aus dem Beckinger Quartier von Petra Blumenauer einen 1.850 Meter-Ausgleich IV mit großen Reserven. Im Sattel saß kurzfristig Patrick Gibson, der bei diesem „Kistenritt“ seine Sache ausgezeichnet machte. Da hinter der zweitplatzierten Favoritin Shakti mit Königstein (280:10) und Sweet Devil (394:10) nur Riesenaußenseiter landeten, wurde die Viererwette nicht getroffen.

Besonderer Gast dieses Tages war Hein Bollow. Die lebende Turf-Legende ließ es sich auch mit 92 Jahren nicht nehmen, in den Harz zu fahren. Und auch Bohumil Nedorostek, kürzlich in Hamburg schwer gestürzter Hindernisjockey, weilte bereits wieder auf der Rennbahn.

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