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Zweiter Klassiker 2013 für Eduardo Pedroza

Penelopa ist die Königin in Düsseldorf

Düsseldorf 4. August 2013

20.000 Zuschauer erlebten bei phantastischem Sommerwetter am Sonntag in Düsseldorf nicht nur den Renntag des Jahres, sondern auch einen Klassiker, der so dramatisch war, dass sie sich noch lange an dieses Event erinnern werden: Der 155. Henkel – Preis der Diana – Deutsches Stuten-Derby (Gruppe I, 400.000 Euro, 2.200 m), das zweithöchstdotierte Rennen hierzulande, riss das Publikum regelrecht von den Sitzen. Denn dass am Ende die in bulgarischem Besitz stehende und von einem panamesischen Jockey gerittete Penelopa (160:10-Außenseiterin) gewinnen würde, war auf der Zielgeraden lange nicht zu vermuten.

Doch am Ende hatte es die dreijährige Tochter des Ausnahme-Galoppers Giant’s Causeway aus dem Kölner Stall von Miltcho Mintchev unter Jockey Eduardo Pedroza die 230.000 Euro Siegprämie auf das Konto von Stall Litex-Besitzer Grischa Gantchev, Hauptanteilseigner des Fußball-Klubs Litex Lovetch, galoppiert. Vorausgegangen war eine ungemein packende Partie.

Nach langer Führung von Next Green vor Ars nova fächerte das große 16er-Feld im Einlauf weit auf – mit noch vielen Chancen. Hier kämpfte zunächst die Engländerin Miss You Too mit ihrer favorisierten Landsfrau Secret Gesture, die in bester Haltung kurz alles für sich zu haben schien. Auch Quilita hatte große Momente. Doch auf den letzten 150 Metern kam innen der große Auftritt von Penelopa. Mit riesigem Schwung schoss die auch von ihre Besitzer gezogene Lady noch mit einer dreiviertel Länge in Front zum zweiten Karrieretreffer und so immens bedeutsamen Triumph.

Jockey Eduardo Pedroza hatte bereits den ersten Düsseldorfer Klassiker, die 1.000 Guineas, mit Akua’da auf sein Konto gebracht. Hier servierte er Penelopa einen glänzenden Rennverlauf. „Eigentlich sollte ich weiter außen gehen, aber sie hat kurz nach dem Start einen Dräng bekommen, daher bin ich innen geblieben. Es hat alles wunderbar funktioniert“, jubelte der mehrfache Champion.

Trainer Miltcho Mintchev durfte sich nach seinem ersten Klassiker ebenfalls feiern lassen: „Eddie war frei, da habe ich ihn gefragt, ob er Penelopa reiten wollte. Unsere Stute hatte hier zweimal großes Pech. Heute lief es ganz anders. Ich bin sehr glücklich“, kommentierte der Coach, während der Besitzer das Rennen zu Hause in Bulgarien verfolgte. 2008 hatte Gantchev hier schon die 1.000 Guineas mit Briseida gewonnen.
Secret Gesture lief als Favoritin ein großes Rennen, auch wenn es nicht ganz reichen sollte. Sie rettete den Ehrenplatz ganz knapp gegen die heranstürmenden Adoya und Red Lips, die beide aus dem Stall von Andreas Löwe kamen. „Adoyas letzte Form aus Frankreich war viel wert. Sie hat großen Speed gezeigt. Das gilt auch für Red Lips, die leider fast von den Beinen gekommen wäre, sonst hätte sie vielleicht gewonnen“, glaubt der Trainer. Quilita schien lange weiter zu kommen, wurde am Ende Fünfte. Der rest hatte keine Möglichkeit, das gilt auch für die Co-Favoritin Daytona Bay (14.), die aus der beantragten Außenbox lange mitmischte, aber auch bald nicht mehr gefährlich war. Kurios: Die Stuten auf den Plätzen eins, drei, vier und fünf werden allesamt in Köln trainiert. Es war ein großer Tag für den deutschen Rennsport mit einem begeisterten Publikum, der Sponsor Henkel hatte sich wie immer mächtig ins Zeug gelegt.

Auch das Rahmenprogramm war absolut hochkarätig: In der Henkel-Trophy (Listenrennen, 20.000 Euro, 2.100 m) gaben sich echte Gruppe-Pferde die Ehre. Der Dreijährige Vif Monsieur (90:10, K. Clijmans) hatte zuletzt im Derby als 15. keine Chance, doch hier fand er auf die siegerstraße zurück. Start-Ziel wehrte der jüngste Teilnehmer im Feld alle Angriffe des sehr gefährlich aussehenden Salut (Besitzer Rolf Harzheim: „Wir sind sehr zufrieden“) ab, während Polish Vulcano als Dritter laut Trainer Hans-Jürgen Gröschel „von zu weit hinten keine freie Passage hatte“. Vif Monsieur meldete sich dagegen wieder zurück. „Er liebt die Rennen von der Spitze. Im Derby hatte das nicht so geklappt. Nennungen hat er überall, auch der Preis von Europa ist eine Option“, versicherte Coach Jens Hirschberger.

Nach dem ausgezeichneten Hamburger Debüt, als er lange wie der Sieger aussah, landete der von Waldemar Hickst trainierte Abendwind in der Zweijährigen-Prüfung über 1.500 Meter einen mehr als sicheren Sieg. Unter Alexander Pietsch machte sich der Wiesenfad-Sohn von zweiter Position locker von Turmalina und Bavarian Beauty frei. Der Favorit Der Graue ließ vorne bald nach. „Ob wir jetzt ins Zukunftsrennen gehen, ist noch offen. Mal sehen, wie er das Rennen verkraftet hat“, berichtete Ex-Trainer Harro Remmert, dessen Frau Gisela die Besitzerin des Siegers ist und am Montag Geburtstag feiert.

Erst vor zwei Wochen hatte der Stall Nizza mit Nymphea einen Gruppe I-Sieg im Großen Preis von Berlin gefeiert. Nun trumpfte die dreijährige Stute Nocturne (65:10, F. Minarik) im 2.200 Meter-Ausgleich III groß auf und machte sich leicht von Aliana und Santillana frei. „Sie hat etwas Anlaufzeit gebraucht, legt aber immer weiter zu“, freute sich Trainer Peter Schiergen.

Auf Gruppe-Ebene war es auf Anhieb zu schwer, doch im Ausgleich II kam der Schlenderhaner Szoff (C. Demuro, 44:10) bestens zurecht und verabschiedete sich aus dem Vordertreffen souverän von dem schnell endenden Lips Dancer und Jack Sparrow, während der Favorit Estefan nicht entscheidend weiterkam. „Zuletzt war die Strecke zu weit. Die Art und Weise des Sieges hat mir sehr gut gefallen“, signalisierte Schlenderhans Racing Manager Gebhard Apelt.

In der Wettchance des Tages erinnerte sich Sumatra Tiger besserer Tage. Der früher in Cagnes hocherfolgreiche Wallach rettete unter Andrea Atzeni als 137:10-Außenseiter einen hauchdünnen Vorteil gegen I fight for kisses, Manisa und Mister Mackenzie. Die Viererwette wurde nicht getroffen, allein schon die Dreierwette zahlte 63.408:10 Euro. „Er hatte eine günstige Marke bekommen, konnte früher mehr“, erklärte Besitzer Siggi Berger.

Im 20.000 Euro-Araber-Rennen setzte sich mit dem überlegenen Phraseur Kossack (30:10, J. Pietrasiewicz) die beste Klasse durch, und das gegen Senna OA und Khalifa mehr als überzeugend. „Nun steuern wir ein großes Rennen in Holland an und danach eine Prüfung in Paris“, signalisierte Trainer Huub Otermans.

Eduardo Pedroza, der Siegjockey von Penelopa im Top-Rennen, schaffte mit dem Dreijährigen Saint and Sinner (27:10) aus dem Stall von Andreas Wöhler in einem 1.700 Meter-Rennen nach perfektem Timing gerade noch den Sieg gegen Meringa und Warship.

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