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Koffi Angels großartige Serie geht weiter

Der Stolz des Kaffeekönigs

Köln 17. August 2013

Der Hannoveraner Trainer Hans-Jürgen Gröschel hatte am Samstagnachmittag ein sehr angenehmes Telefongespräch. Am anderen Ende der Leitung war Kaffeekönig Albert Darboven. Ihm berichtete der Coach vom fünften Erfolg in Serie beim ebensovielten Start in dieser Saison der Stute Koffi Angel. Die Tochter des Super-Deckhengstes Soldier Hollow hatte sich gerade den Großen Lübzer Pils Ostseepreis (20.000 Euro-Ausgleich I, 1.750 m) gesichert, das bedeutendste Rennen beim Meeting in Bad Doberan.

„Das ist eine richtig gute Stute, die noch mehr kann. Im Winter blieb sie im Rennstall und ging nicht auf die Koppel. Wir steuern nun den Berenberg Bank Cup, ein Listenrennen in Baden-Baden an“, berichtete Gröschel nach dem 1.111 Erfolg seiner Laufbahn. Schwitzen musste man eigentlich nie, denn mit der 16:10-Favoritin setzte sich Jockey Alexander Pietsch von zweiter Stelle hinter Freemason auf der Geraden bald schon locker von der Konkurrenz ab.
Moi Lolita rettete den Ehrenplatz hauchdünn gegen den lange führenden Freemason („das war von der Spitze aus eine sehr gute Vorstellung“, so Sascha Smrczek) und die zu spät vom letzten Platz eingesetzte Foreign Princess. Foreign Hill kam nie in die Partie. Siegtrainer Hans-Jürgen Gröschel und –jockey Alexander Pietsch ließen sich auch ein 2.050 Meter-Handicap mit Severin (40:10) nicht nehmen, der nach perfektem Timing ganz zuletzt noch an La Janina und Vincita vorbeikam.

„Fünfmal habe ich die Goldene Peitsche von Bad Doberan nun gewonnen“, freute sich Besitzer Helmut Kappes von der GTM GmbH nach dem neuerlichen Triumph in der von der OSPA gesponserten Youngster-Prüfung über 1.200 Meter. Vorausgegangen war ein sehr überzeugender Triumph mit dem 37:10-Co-Favoriten German Rules, auf dem Eduardo Pedroza für Cristian Demuro eingesprungen war. „Mir war bei der Starterangabe versichert worden, dass die Verpflichtung von Demuro nichts extra kostet, am Renntag sah es dann anders aus, daher habe ich umdisponiert“, erklärte Kappes, der mit dem Aussie Rules-Sohn nun das Kronimus-Rennen in Baden-Baden ansteuert. „Wir haben German Rules bei Tattersalls in England gekauft. Mein Youngster gestern ist enttäuschend gelaufen, aber er braucht anderen Boden und eine weitere Distanz. Heute sah es besser aus.“

Von dritter, vierter Stelle aus machte sich der Hengst Mitte der Geraden frei von dem lange führenden Favoriten Der Graue, doch kam dieser noch einmal stark wieder und lief wieder dicht heran. Deutlicher zurück raufte sich Annatina noch an Southampton vorbei.

So richtig überragend waren die bisherigen Leistungen der Röttgenerin Nashita bisher noch nicht. Mit ihrer Mutter Nagoya, die die Oaks d‘ Italia gewonnen hatte, war die Shirocco-Tochter kaum in einem Atemzug zu nennen. Doch der erste Treffer der Dreijährigen in einer 2.050 Meter-Prüfung war eine sehr sichere Start-Ziel-Angelegenheit gegen die ebenfalls von Markus Klug aufgebotene, schnell endende Betty Blue sowie die nicht entscheidend weiterkommende Debütantin Dorola. Die Favoritin Monastrella verließen früh die Kräfte. „Nashita hatte sich von Start zu Start verbessert, und die letzte Arbeit war gut“, berichtete Andreas Helfenbein, der Siegreiter der 121:10-Chance Nashita.

Auch im reifen Alter von zehn Jahren sind Vollblüter immer noch leistungsbereit – das bewies in einem 2.50 Meter-Ausgleich III der Wallach Kimbar (51:10, Andreas Helfenbeins zweiter Tagessieg), der sich in einem spannenden Endkampf sicher gegen Mystical Wind und Bon Allumage behauptete. „Er hätte bei besserem Rennverlauf schon in Bad Harzburg gewonnen. Kimbar ist ein absolut ehrliches Pferd“, berichtete Trainerin Ira Ferentschak.

Andreas Helfenbein setzte seine tolle Serie gleich anschließend auf der von Champion Roland Dzubasz trainierten True Girl (23:10-Favoritin) fort, die sich in einem 1.900 Meter-Rennen souverän vor Caulfield und Picanta durchsetzte. Und mit der Handicap-Novizin Sitara (94:10) für Trainer Sascha Smrczek schaffte er in einem 1.750 Meter-Ausgleich IV sogar Treffer Nummer vier.

Eigentlich arbeitet Simon Stokes im Hauptberuf als Racing Manager des Gestüts Fährhof, doch nebenbei bereitet er auch das ein oder andere Pferd vor. Wie Belle Syrienne (39:10), eine schon siebenjährige Stute, die in einem 2.600 Meter-Handicap erst ihren neun Karrierestart absolvierte, sich aber auf der Zielgeraden souverän von dem gut anziehenden Silenzio Mo und Vesuv absetzte, während die lange mit Vorsprung führende Winning Baby deutlich abbaute. „Sie erlebt ihren zweiten Frühling. Drei Jahre war Belle Syrienne in der Zucht, sie hatte vor vier Jahren ein Listenrennen gewonnen. Offenbar ist da noch mehr im Tank“, signalisierte Stokes.

Nach längerer Unterbrechung kehrte Markus Klugs Luigio (27:10) in einem 1.750 Meter-Rennen wieder auf die Siegerstraße zurück. Nach einem idealen Rennen aus dem Vordertreffen geriet der Gast aus Köln-Heumar auch durch die spät aufkommenden Cassis und Bel et bien nicht mehr in Gefahr. „Das Pferd brauchte mal wieder einen Erfolg fürs Selbstvertrauen“, versicherte Jockey Daniele Porcu.

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