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Giant Sandman triumphiert in Goldener Peitsche

Der Gigant aus Norwegen

Baden-Baden 25. August 2013

Der schönste Ehrenpreis im deutschen Galopprennsport – er wandert einmal mehr ins Ausland. Denn in der 143. Goldenen Peitsche (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.200 m) an einem kühlen Sonntag in Baden-Baden gab es einen totalen Gäste-Triumph. Doch nicht nach Frankreich oder England ging die kostbare Trophäe, sondern nach Norwegen. Dort bereitet Rune Haugen (weilte zeitlich beim dortigen Derby, das er mit Probably gewann) den sechsjährigen Hengst Giant Sandman vor, der vorher bereits elf Rennen und 241.336 Euro gewonnen hatte.

Nun kam vor 9.000 Euro der wichtigste Karrieretreffer und 40.000 Euro Siegbörse für die Sandman Stables hinzu. Sehr zur Freude des seit einiger Zeit in Iffezheim wohnenden Dänen Lennart Hammer-Hansen, der eine Super-Saison hinlegt und mit dem Footstepsinthesand-Sohn hier als 96:10-Außenseiter riesig auftrumpfte.

Denn von zweiter Position aus setzte er sich früh von der Konkurrenz ab, völlig locker beherrschte Giant Sandman mit drei Längen Vorsprung die Szene. Nie kam ein Konkurrent in seine Nähe. „Wir haben Giant Sandman heute zum ersten Mal Seitenblender angelegt, da er zuletzt einen Gegner neben ihm gebissen hat. Schon im Vorjahr war die Goldene Peitsche für ihn im Gespräch, aber der Trainer hat lieber noch ein Jahr gewartet, damit er stabiler wird. Früher musste er mit einem Pony zur Startstelle geführt werden. Ich habe mit ihm in Skandinavien schon ein Listenrennen gewonnen. Natürlich war es heute ein schweres Rennen, aber wir hatten sofort eine gute Ausgangsposition an zweiter Stelle. Und dort hat er groß angezogen. Es ist für mich toll, in meiner jetzigen Heimat Iffezheim dieses Rennen gewonnen zu haben. „

Noch sehr viel Endgeschwindigkeit entwickelte der Franzose Gammarth, der den Gäste-Erfolg so richtig rund machte. „Er ist gut gelaufen, hat alles gegeben. Aber der Sieger war etwas besser – heute!“, verriet Frederic Spanu.

Überraschend zur besten Inländerin avancierte die Riesenaußenseiterin Namera als Dritte, die innen bestens standhielt und dafür sorgte, dass die Dreierwette nicht getroffen wurde (ein Jackpot von 22.754 Euro wird in dieser Woche ausgespielt). „Sie hat sich noch einmal richtig gesteigert“, sagte Jockey Mirco Demuro. Knapp hinter der Stute landete mit Amarillo der Favorit der Prüfung, der heranflog, aber doch etwas weitere Wege bevorzugt. „Der Sieger war heute nicht zu schlagen. Ich bin dennoch zufrieden“, signalisierte Jockey Andrasch Starke. Auch Best Regards verkaufte sich als Fünfte gut. „Ich konnte sie nicht gut verstecken, da sich das Feld über die Breite der Bahn verteilte, aber sie ist top gelaufen“, meinte ihr Reiter Eduardo Pedroza. Vorjahressieger Ferro Sensation wurde Letzter.

Im Derby war er über den elften Rang nicht hinausgekommen, doch am Sonntag schlug im United Charity – Preis der BBAG-Jährlingsauktion (52.000 Euro, 2.400 m) die große Stunde von See The Rock (43:10, Eduardo Pedroza), dem dreijährigen Shirocco-Sohn des Kölner Stalles Leon. Von zweiter Position aus verabschiedete sich der Mitfavorit locker von der Konkurrenz. „Im Derby war er auf schlechtem Boden galoppiert. Er ist ein sehr gutes Pferd, dem wir extra viel Zeit gegeben haben, da er im Frühjahr ein strammes Programm hatte. Nun geht es in den Preis von Europa“, berichtete Trainer Andreas Wöhler, der wie das gesamte Team die Ehrenpreise von DSDS-Gewinnerin Beatrice Egli überreicht bekam.

Noch viel Boden machte das Höchstgewicht Saratino gut. „Eine sehr gute Vorstellung. Er ist ein richtiger Steher“, berichtete Trainer Mario Hofer. Auch Blues Wave blieb gut dabei. „Beim letzten Mal war er zu lange hinten, ich bin heute sehr zufrieden“, kommentierte Waldemar Hickst den dritten Platz.

Lange hatte sich das Team um Gestüt Bonas Salut überlegt, ob man mit dem fünfjährigen Lomitas-Sohn, der hier schon den Preis der Jährlingsauktion gewonnen hatte, am Samstag im Preis der Sparkassen-Finanzgruppe oder im Preis des Casino Baden-Baden (Listenrennen, 20.000 Euro, 2.800 m) starten würde. Man entschied sich für die zweite Variante und traf damit voll ins Schwarze. Denn mit einem mächtigen Endspurt, dem die Konkurrenz nichts mehr entgegenzusetzen hatte, rauschte Salut (68:10, Andrasch Starke) an der Konkurrenz vorbei.

„Von der Ausrechnung war es hier natürlich einfacher. Jetzt haben wir Black Type. Wir werden in Ruhe schauen, wo wir weitermachen“, sagte Trainer Peter Schiergen. Besitzer Rolf Harzheim fügte hinzu: „Es lief alles wie geplant. Salut war sehr relaxed und packte groß an.“

Dahinter schoben sich die schnell werdende Lady of Budysin und die lange führende Wilddrossel, beide aus dem Quartier von Markus Klug. „Leider hat Lady of Budysin keine Nennung für das St. Leger“, gab der Coach zu. Und Dr. Günter Paul, Vorsitzender der Mehl-Mülhens-Stiftung, berichtete über Wilddrossel: „Der Boden hätte noch weicher sein müssen, dann wäre noch mehr drin gewesen.“ Slowfoot hatte als Fünfter kein ganz glattes Rennen.

In der Wettchance des Jahres (70.000 Euro Garantie-Ausschüttung in der Viererwette) gab es durch den Holländer Sarino Hilleshage (147:10, Adrie de Vries) eine gewaltige Überraschung. Dahinter wurde Amazing Dragon als Zweiter disqualifiziert, da er den Fünften Lenndormanik behindert. Jocund wurde neuer Zweiter vor Nostrel und Lenndormanik, weshalb die Viererwette 425.918:10 Euro zahlte. Viermal wurde diese Wette getroffen, einmal mit nur einer Kombination auf der Bahn, dreimal von außerhalb. Jeder dieser Wetter bekam 21.295 Euro.

Offenbar sehr talentierte Zweijährige sah man in der 2.000 Meter-Prüfung zu Beginn (vor einem Jahr hatte der spätere Winterfavorit-Zweite Wildheart gewonnen). Und auch der Sieger sollte vor einer guten Zukunft stehen, selbst wenn nur wenige mit einem Treffer des Schweizer Gastes Jim gerechnet hatten. Doch unter Ersatzreiter Cristian Demuro (war für Aurelien Lemaitre, der in Deauville aktiv ist, eingesprungen) stiefelte der Doyen-Sohn aus der Zucht des Gestüts Auenquelle allen locker davon – zur Quote von 178:10. „Wir wussten, dass er ein gutes Pferd ist, aber in dieser Konkurrenz war es nicht einfach. Wir haben ihn hier bei der Breeze-up-Auktion gekauft“, erklärte Trainerin Christina Bucher aus der Schweiz. Die gebürtige Spanierin betreut rund 30 Pferde in Avenches und landete ihren ersten Iffezheim-Sieg. Das Criterium in der Heimat soll nun ein Ziel sein.

Viel Vertrauen genoß der Debütant Nadelwald, der sich auch wacker verkaufte, aber den Gegner nicht erreichte. „Er hat das Rennen noch gebraucht, ist noch ein Baby, aber wir sind zufrieden“, signalisierte Trainer Peter Schiergen. Ein ordentliches Rennen lief als Dritter auch der Schecke Silvery Moon, der Publikumsliebling blieb immer dabei. „Das war sehr gut, alles in Ordnung“, fasste sein Betreuer Mario Hofer zusammen. Enttäuschend früh genug hatten der nie ins Rennen findenden Springbok Flyer und Oil of England.

Viel war dem von John David Hillis in München trainierten El Gomati (127:10, Andre Best) bisher wahrlich noch nicht gelungen, doch mit großem Endspurt stürmte der Außenseiter noch an Kina Jazz und Tindorette vorbei. Der Favorit Big Red Dragon hatte zu Beginn ein sehr ungünstiges Rennen.

In sensationeller Form agiert weiterhin Jackobo (75:10, Jozef Bojko). Der Schützling von Uwe Stech markierte im 20.000 Euro-Ausgleich II über die Meile seinen vierten Saisontreffer, als er den heranstürmenden Jack Sparrow (wurde als Zweiter disqualifiziert) sowie Lips Dancer und den irritierten Glad Sky knapp in Schach hielt. Hier enttäuschte der Favorit Szoff auf ganzer Linie.

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