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Remmert-Youngster imponiert im Zukunfts-Rennen

Abendwind weht über Iffezheim

Baden-Baden 28. August 2013

Die Stimmung am Mittwochabend in Baden-Baden kannte keine Grenzen mehr. Nicht nur die Sonne strahlte vom Himmel, sondern auch einer der früheren deutschen Top-Galopper-Trainer und seine Gattin: Harro und Gisela Remmert, die Besitzer des zweijährigen Hengstes Abendwind, waren von ihren Gefühlen übermannt. Und es gab kaum jemanden, der ihnen den Triumph im Zukunfts-Rennen (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.400 m), einem der wichtigsten Rennen für die jüngsten Pferde, nicht gönnte.

Remmert hatte vor Jahren die Stute Adela gepachtet, der Hengst Wiesenpfad war ein Familienpferd und wirkt im Gestüt Trona – schließlich ließ er Adela von Wiesenpfad decken (der bisher noch nicht groß frequentiert wurde) und heraus kam der Sieger dieses Highlights.

„Wir hatten heute sehr große Erwartungen. Und Abendwind hat sie alle erfüllt“, gab der Ex-Trainer zu, nachdem der Youngster mit einer großen kämpferischen Leistung nach einem Rennen aus der vorderen Gruppe einen Kopf ins Ziel gerettet hatte gegen den immer wieder anziehenden Magic Artist.

Sehr zur Freude auch von Trainer Waldemar Hickst, der Wahl-Kölner hatte schon länger kein Gruppe-Rennen mehr gewonnen: „Ich hatte immer großen Mumm auf das Pferd und stets an ihn geglaubt. Daher wollte ich hier auch unbedingt starten. Das ist ein großes Rennpferd. Ich muss Harro Remmert ein Kompliment machen. Er hat wieder einmal ein tolles Händchen bewiesen. In diesem Jahr wird Abendwind wahrscheinlich nicht mehr laufen. Für den Preis des Winterfavoriten hat er keine Nennung.

Ein Kompliment verdiente sich auch Jockey Alexander Pietsch. „Es ging von Anfang an alles nach Plan. Ich bin mit Abendwind an dritter Stelle gegangen. In der Geraden hat er einen Satz gemacht. Und dann ging es ab nach Hause“, erklärte der Reiter.

Auch Magic Artist lief ein großes Rennen, entwickelte viel Speed. „Wir sind sehr zufrieden, seine Zeit kommt im nächsten Jahr. Nun gehen wir in den Winterfavoriten“, signalisierte Trainer Wolfgang Figge. Noch sehr schnell wurde der Schlenderhaner Kerosin. „Ihm hat noch etwas Routine gefehlt, aber das war sehr stark“, kommentierte Georg Baron von Ullmann. Hauchdünn hinter ihm landete der stark gewettete Franzose Imperiator, der aus bester Lage nicht weiterzog. „Auf Rechtskursen ist er noch besser, denn er hängt immer etwas zur Seite“, meinte Jockey Olivier Peslier.

Nur auf Rang fünf kam der Favorit High Duty ein, der sich auf der Geraden nicht steigern konnte. „Das war nicht das Pferd aus Düsseldorf“, stand sein Betreuer Peter Schiergen vor einem Rätsel. Der stark beachtete Smoke on the Water, bisher die Nummer eins der Zweijährigen hierzulande, wurde Letzter, war kaum zu regulieren und völlig unter Wert geschlagen.

Einen gewaltigen Sprung bewältigte die im Besitz von Shahpar und Dr. Stefan Oschmann stehende Dreijährige Guinnevre (122:10, Eduardo Pedroza) im Coolmore Stud Baden-Baden-Cup (Listenrennen, 20.000 Euro, 1.400 m). Denn nach dem Sieg in einem leichten Rennen in München trumpfte sie hier mächtig auf und löste sich locker von der Französin Elenya (Daniele Porcu: „Ich wusste, dass sie einiges bewegen kann“) und der gut standhaltenden Al Quintana.

„Herr Oschmann hat seit sieben Jahren Rennpferde. Seit März bin ich sein Racing Manager, und es geht stetig bergauf“, sagte Holger Faust nach dem Treffer von Guinnevre. „Allerdings wollte ich im Ausgleich III laufen, doch Trainer Andreas Wöhler wollte hier antreten.“ Und der Coach aus Gütersloh fügte an: „Wir wollten hier eine Platzierung schaffen, nun haben wir gewonnen. Über den nächsten Start machen wir uns erst in den nächsten Tagen unsere Gedanken.“ Die Favoritin Sansiwa kam viel zu spät vom letzten Platz in Fahrt und schaffte es nur noch auf den vierten Rang.

Im Araberrennen landeten die beiden aus Katar kommenden Pferde aus dem Stall von Michael Trybuhl auf den ersten beiden Plätzen, doch hatte erstaunlicherweise der 125:10-Außenseiter AJS Amjad mit Rebecca Danz gegen den 20:10-Favoriten AJS Qahir hauchdünn das bessere Ende.

In der Form seines Lebens agiert Kepler im reifen Alter von sechs Jahren. „Jetzt ist er wieder bei seiner früheren Marke angelangt, ich hatte mir heute schon einiges ausgerechnet“, gab Trainerin Kamilla Harms zu, nachdem der 63:10-Außenseiter mit Jozef Bojko sehr sicher gegen Kool And The Gang und die Favoritin Gitana zum dritten Erfolg hintereinander gekommen war.

Ihren Vorteil der Rennerfahrung nutzte Hermann Schröer-Dreesmanns Turmalina (45:10, Filip Minarik) im Winterkönigin-Trial. Denn von der Spitze aus marschierte die Mitfavoritin aus dem Stall von Jens Hirschberger immer weiter und wehrte die schnell endenden Perfect Mood und She Bang ab.

„Er war eigentlich unser Derby-Pferd, kam aber noch einmal ins Wachstum und konnte daher erst jetzt laufen“, kommentierte Trainer Wilhelm Giedt den überlegenen Einstands-Erfolg des Monsun-Sohnes Le Tourbillon (15:10) in einem 10.000er für Dreijährige gegen Echo Alpha und Nadenko. „Er bekommt noch einen Aufbaustart, dann könnte er in der Baden-Württemberg-Trophy hier auf Gruppe-Ebene laufen“, signalisierte der Coach.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.600 m) knüpfte Ciel de Loire (Cristian Demuro, 103:10) aus dem Champion-Stall von Roland Dzubasz nahtlos an die Top-Form aus dem Münchener Auktionsrennen an und hielt Proud Citizen, Phandorra sowie Kasuga Danon knapp in Schach. Die Viererwette wurde nicht getroffen, so dass es am Sonntag einen Jackpot geben wird.

Bei bestem Rennwetter war die Bahn glänzend besucht (12.900 Zuschauer), auf große Resonanz stieß der Besuch der KSC-Fußballspieler.

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