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Hoppegarten-Held zurück im Rampenlicht

Gereon back on stage

Baden-Baden 29. August 2013

Er ist ein Pferd mit einer bewegten Geschichte: Erst Spitzen-Zweijähriger, dann 2011 geschlagener Derby-Favorit – später auf den verschiedensten Distanzen engagiert – der vom Gestüt Ebbesloh gezogene Gereon hat schon sehr viel erlebt. Genau wie sein an den Rollstuhl gefesselter Trainer Christian Zschache, der seit vielen Jahren mit wenigen, aber stets richtig guten Pferden in Berlin-Hoppegarten arbeitet.

Am Donnerstag, einem sonnigen Nachmittag mit 8.000 Zuschauern, gab es einen bemerkenswerten Triumph für den inzwischen fünfjährigen Wallach und seinen Besitzer und Trainer, der erst kürzlich mit Dabbitse in Hamburg ein Grupperennen gewonnen hatte, ehe er nach Hong Kong verkauft wurde. Doch nun trumpfte Gereon als 170:10-Außenseiter im Darley Oettingen-Rennen (Gruppe II, 70.000 Euro, 1.600 m) riesig auf.

Start-Ziel und mit immer neuen Reserven wies er unter dem 28-jährigen Engländer Liam Jones, der in seiner Heimat bisher 30 Rennen gewonnen hatte, sämtliche Attacken der Konkurrenz ab. „Er sprang sehr gut ab, wir konnten das Rennen selbst bestimmen. Und dann marschierte Gereon immer weiter“, jubelte Jones, der kurz vorher seinen ersten Ritt auf dieser Bahn absolviert hatte.

Und Christian Zschache war natürlich überglücklich: „Gereon hatte immer wieder gesundheitliche Probleme. Doch jetzt wird er immer besser. Der Jockey konnte die Taktik selbst wählen und ist dann vorne gegangen. Das Engagement von Liam Jones kam über Johnny Murtagh und John David Hillis zustande. Wo wir nun mit Gereon weitermachen, werden wir in Ruhe entscheiden.“

Mit viel Speed lief der Favorit Felician noch auf den Ehrenplatz vor. „Leider hatte er zweimal keine freie Bahn, sonst wäre es eng geworden. Aber er war wieder unheimlich cool und wird nun in der Europa-Meile in München antreten“, kommentierte sein Betreuer Ferdinand Leve. Stark packte auch der Außenseiter Empire Storm an. „Wir sind sehr zufrieden, auch wenn er nicht immer Platz hatte“, sagte sein Besitzer Manfred Ostermann. Als Vierte zeigte Samba Brazil „die beste Leistung ihrer Karriere“, so Holger Faust. Von den klassischen Siegern Akua’da und Peace At Last war wenig zu sehen. Die Viererwette wurde zweimal getroffen, bezahlte 200.000:10 Euro. Beide Gewinner bekommen 10.000 Euro.

Er gilt als einer der reisefreudigsten Trainer im internationalen Galopp-Zirkus: Der Engländer Mark Johnston plante auch sein Gastspiel nach Baden-Baden genau, denn der zweijährige Hengst Suzi’s Connoisseur (52:10, mit dem Franzosen Ioritz Mendizabal), zuletzt in sehr gut besetzten Handicaps in seiner Heimat engagiert, landete beim siebten Start seinen dritten Treffer – im Kronimus-Rennen (Listenrennen, 20.000 Euro, 1.200 m).

Lange stand die Prüfung im Zeichen von Key to fun und der Französin Oxanueva, doch als ganz außen Suzi’s Connoisseur auftauchte, war die Entscheidung schnell gefallen. „Vom Rating hatten wir uns eine sehr gute Chance ausgerechnet. Wo wir weitermachen, ist aber noch offen“, berichtete Mark Johnston.

Mit tollen Reserven schob sich die weiter verbesserte Brümmerhoferin Sugar Love noch auf den Ehrenplatz. „Sie hatte sich sehr gut angeboten, daher sind wir hier gelaufen“, signalisierte Trainer Peter Schiergen. Damit gab es ein schönes Geburtstagsgeschenk für Besitzer Gregor Baum. Oxanueva konnte am Ende nicht mehr zulegen, blieb aber deutlich vor den anderen Pferden.

Nach ihren guten Leistungen in französischen Handicaps reichte es im Auftaktrennen endlich zum ersten Treffer für Miss Lonely Heart (Jozef Bojko, 34:10). Die Stute machte sich noch locker von dem lange führenden Antonow und Spike frei, während der Favorit Landadel viel zu defensiv geritten wurde und vom letzten Platz nur noch auf Rang vier vorkam. „Sie könnte Black Type schaffen, ich hatte heute nur Angst wegen des Bodens“, gab Trainer Andreas Trybuhl zu.

Vor zwei Jahren war die von Dominik Moser trainierte Amelie Beat (60:10, Daniele Porcu) hier noch Zweite im Auktionsrennen, doch so richtig viel war mit ihr anschließend nicht nach Plan gelaufen. Doch in einem 1.000 Meter-Ausgleich IV sollte es endlich klappen, ganz zuletzt schob sich die Stute noch an dem Favoriten Ancient War vorbei.

Schon zu ihrem vierten Saisontreffer kam die von Markus Klug trainierte Santillana (61:10, Jozef Bojko) im 20.000 Euro-Ausgleich II, den sich die Stute aus dem Vordertreffen souverän gegen Fair Boss und Khalid sicherte. „Wir wollen bald Listenrennen mit ihr ansteuern, eine tolle Stute“, lobte der Trainer seinen Schützling.

Für eine Riesen-Überraschung sorgte die Holländerin Golden Rose (275:10, Eilith Grant) aus dem hier stets mit gutem Erfolg agierenden Stall von John Smith im Wertungslauf der Fegentri-WM der Damen (Ausgleich IV, 1.800 m). Die Amerikanerin ritt ein starkes Finish, während es dem Favoriten Roman Senate doch an Unterstützung mangelte.

Keinerlei Probleme hatte die favorisierte Ebbesloherin Gotia (29:10, Andrasch Starke/Peter Schiergen gegen Anna Bora und Banu in einer 10.000 Euro-Prüfung für Dreijährige.

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