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Löwe-Stute nun auf Paris-Kurs

Der Wahnsinns-Speed von Adoya

Baden-Baden 31. August 2013

Seinen allerbesten Anzug hatte der Kölner Trainer Andreas Löwe am Samstag in Baden-Baden übergestreift. Passend fürs Siegerfoto, denn nach dem T. von Zastrow Stutenpreis (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.200 m) durfte der Altmeister vor 11.400 Zuschauern jubeln – die dreijährige Doyen-Tochter Adoya (50:10-Mitfavoritin) setzte sich bei regnerischer Witterung locker durch und brachte die 32.000 Euro Siegprämie auf das Konto des Stalles Waldecker Stern, benannt nach dem Wappen des Kreises Waldeck, in dem sich die Aufzuchtstätte, das Gestüt Schallern befinden. Besitzerinnen sind Züchterin Doris Mitze und Renate Häcker, deren Ehemann Walther (Hotelier in Bad Bertrich) nach dem Rennen um Fassung rang: „Mein Herz, mein Herz“, war er noch voller Anspannung.

Vorausgegangen war ein Erfolg der Diana-Dritten vom allerletzten Platz aus. Der Franzose Fabien Lefebvre agierte in aller Seelenruhe Längen hinter dem von Adriana angeführten Feld, doch mit mächtigem Speed überrollte er dort auf Adoya alle Gegnerinnen, nachdem kurz wenig Platz war. „Die Stute galoppierte sehr relaxed. Das Rennen war sehr schnell, ich habe mit ihr an letzter Stelle abgewartet. Sie fasste auf der Zielgeraden mächtig Tritt. Ein echtes Rennpferd“, berichtete der Jockey.

Und Trainer Andreas Löwe, für den dieses Jahr bislang wenig aufregend gelaufen war, erklärte: „Der Jockey hat für uns schon einmal im Busch-Memorial World’s Flash geritten. Er war zwar Letzter, machte aber einen sehr sympathischen Eindruck. Beim ersten großen Rennen von Adoya ist mir sein Name wieder eingefallen, da haben wir ihn engagiert, und jetzt wieder. Er hat sie heute mit viel Vertrauen geritten. Es lief alles glänzend. Bei der Order hatte er freie Wahl. Ich habe lange nicht mehr so einen Speed gesehen. Nun steuern wir das Arc-Meeting in Paris an, entweder den Prix de l‘ Opera oder ein 2.500 Meter-Gruppe II-Rennen.“

Sehr viel Speed entwickelte noch die Französin Fitful Skies. „Die Gegnerin war einfach stärker, aber meine Stute kam sehr gut ins Rennen“, meinte ihr Jockey Fabrice Veron. Die Lokalmatadorin Adriana hielt an der Spitze glänzend stand, blieb vor der lange prominenten Pearls or Passion. Der Rest hatte keine Chance mehr. Die Mitfavoritin Quilita (Achte) baute schon zu Beginn der Geraden ab. „Sie war sehr früh geschlagen“, stand auch ihr Reiter Andrasch Starke vor einem Rätsel. 7.202:10 Euro bezahlte die Dreierwette.

Zum ersten Doppelsieger der Großen Woche avancierte der von Sascha Smrczek trainierte Seewolf (43:10, Miguel Lopez) im Verkaufsrennen über 1.800 Meter, das er sicher gegen den Favoriten Ribbery und Winterzeit gewann.

Nach perfekter Einteilung von Mirco Demuro rettete sich der lange mit großem Vorteil führende Allez Gerard (65:10) in einem 12.000 Euro-Ausgleich IV über 2.400 Meter gegen den Favoriten Avio ins Ziel. „Er ist mein einziges Rennpferd, der Jockey hat alles super gemacht“, freute sich Besitzertrainer Gerhard Penner aus Hornbach bei Zweibrücken.

Mit einer riesigen kämpferischen Leistung sicherte sich Marlene Hallers Nareion (46:10, Andrasch Starke den Sieg gegen Captain Noble und Lord Shuffle im Ausgleich II über 1.200 Meter. „Er hat toll angezogen, das war sehr stark“, kommentierte Starke.

Sträflich unterschätzt hatte man in einem weiteren 12.000 Euro-Handicap über die Meile den Handicap-Debütanten Toulio (172:10, Tamara Hofer), der auch die starke Attacke von Lulea konterte. They’llknowmenow und Dorietta komplettierten die Viererwette, die einmal getroffen wurde, so dass bei einer Quote von 500.000:10 ein Wetter 25.000 Euro bekam.

Der 18-jährige Engländer Freddie Mitchell, Sohn des Trainers Philip Mitchell, sicherte sich mit einem tollen Finish auf Smart Shuffle (60:10) vor Amarula Sunrise und Scapa den Wertungslauf zur Fegentri-WM der Herren. Besitzertrainer Stefan Birner, der zwei Pferde vorbereitet, war voll des Lobes: „Ein Top-Ritt, und das Pferd war mehrfach gut gelaufen, hatte zuletzt Nasenbluten.“

Endlich der Bann gebrochen ist auch bei Reiterin Steffi Hofer, die mit dem wenig geprüften Wallach Chachani (75:10) aus dem Stall von Uwe Schwinn ein 2.400 Meter-Goldhandicap auf der Außenspur vom allerletzten Platz ihr erstes Rennen bei der Großen Woche gewann. Ihre Kollegin Sabrina Wandt zeigte auf Tweet Lady (78:10) aus dem kleinen Stall von Bernhard J. Friesdorf aus Roetgen in der Eifel (erster Treffer) einen sehr überlegten Ritt in einem Maidenrennen.

Zu einem kompletten Erfolg des Lengericher Trainers Dr. Andreas Bolte wurde der abschließende 18.000 Euro-Ausgleich III über 2.400 Meter, denn die Siegerin Charmony (Andre Best, 104:10), der Zweite Ichor sowie der hinter Baitsileir auf Rang vier eingekommene Escroc kommen aus seinem Stall. Die Viererwette bezahlte 95.445:10 Euro.

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