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Super-Stute in Katar-Besitz imponiert im Arc

Überragender Triumph für Treve

Köln 6. Oktober 2013

Die 60.000 Zuschauer auf der Galopprennbahn in Paris-Longchamp hielten den Atem an, und sahen am Sonntag wie rund eine Milliarde Fans an den Bildschirmen auf dem Globus eine Leistung, die mit außergewöhnlich noch vorsichtig umschrieben ist: Treve, ungeschlagene dreijährige französische Stute im Besitz von Sheikh Joaan Bin Hamad Al Thani, einem Mitglied der Katar-Herrscherfamilie, spazierte im Qatar Prix de l‘ Arc de Triomphe regelrecht zum Triumph. Mit fünf Längen Vorsprung gewann die 58:10-Co-Favoritin das bedeutendste Galopprennen der Welt gegen den Japaner Orfevre. Es war der dritte Stuten-Sieg hintereinander. Leider musste der deutsche Hoffnungsträger Novellist wegen Fiebers diesem Event fernbleiben.

Die 2.742.720 Euro Siegbörse der Gesamtsumme von 4,8 Millionen Euro in diesem 2.400 Meter-Spektakel bei bestem Rennwetter hatte sich die Motivator-Tochter Treve, die vorher rund 800.000 Euro auf ihrem Konto hatte, mehr als nur verdient. Denn der fünfte Sieg beim ebensovielten Start der Ausnamestute fiel überragend aus. Und das obwohl der eigentlich vorgesehene Star-Jockey Lanfranco Dettori wegen eines Sturzes vor wenigen Tagen in England (Knöchelbruch) gar nicht einsatzfähig war.

Aber Altmeister Thierry Jarnet, der Treve schon bei ihrem ersten drei Treffern, u.a. im Prix de Diane, gesteuert hatte, ehe sie mit Dettori auch im Prix Vermeille faszinierte, wusste offenbar ganz genau um die Qualitäten der Stute. Ähnlich wie der heiße Favorit Orfevre (Christophe Soumillon) wartete auch Jarnet mit der späteren Siegerin in hinteren Regionen ab, während Joshua Tree und Penglai Pavilion das Tempo machten.

Doch im Schlussbogen machte Treves Reiter ernst. In äußerer Spur orientierte er sich mit ihr immer weiter nach vorne und hatte blitzartig die vorderen Pferde erreicht. Schon an der 400-Meter-Marke, als Orfevre kurz keine freie Passage hatte und sich erst Platz verschaffen musste, trumpfte Treve auf und übernahm innerhalb weniger Galoppsprünge die Spitze.

Wie ein Pferd ganz anderer Klasse verabschiedete sich die Französin aus dem Stall von Criquette Head-Maarek auf fünf Längen vom restlichen Feld. Ihr Mega-Coup stand sofort außer Zweifel. Nach 2:32,04 Minuten (rund acht Sekunden langsamer als der die deutsche Stute Danedream im Jahr 2011) hatte sie genau denselben Vorsprung wie unsere Wunderstute – und den Arc-Sieg perfekt gemacht.

Treve hat gezeigt, das sie ein echter Champion ist. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagte die Trainerin Christiane Head-Maarek, die mit den Tränen kämpfte. „Dabei war der Rennverlauf nicht einmal ideal. Treve hatte keine gute Position und galoppierte außen ziemlich frei, als Thierry wusste wohl genau, was er tat. Als sie in bestechender Haltung aufrückte, wusste ich, dass sie gewinnen würde. Ich wusste, dass sie sechs Gänge hat, aber heute hat sie sogar einen siebten eingelegt. Ich werde dem Besitzer vorschlagen, für dieses Jahr Schluss zu machen, oder allenfalls noch nach Hong Kong im Dezember zu gehen. Und meine Idee wäre es auch, Treve 2014 in Training zu behalten und die Titelverteidigung hier zu versuchen. Und Thierry darf nicht aufhören als Jockey, denn er soll bald auch Treves Schwester für mich reiten.“ Es war für Criquette Head-Maarek der zweite Arc-Sieg nach Three Troikas 1979.

Ihr Vater Alec Head war ebenfalls voll des Lobes: „Ich habe viele gute Stuten trainiert, aber Treve ist besser als sie alle.“ Jockey Thierry Jarnet (46, bisher Arc-Gewinner mit Subotica 1992 und Carnegie 1994) ergänzte: „Ich habe den Ritt ja erst vor ein paar Tagen bekommen, und war natürlich sehr erfreut, auch wenn es mir für Frankie Dettori leid tut, aber das passiert eben immer mal wieder im Leben eines Jockeys. Jeder Sieg ist wichtig, doch dieser bedeutet mir vor allem für das Pferd sehr viel. Ich bin froh, dass ich in meinem Alter noch mithalten kann, ich genieße jeden Moment und habe nie ans Aufhören gedacht.“

Da Treve derart überzeugend auftrat, wurde es einmal mehr nichts aus einem japanischen Arc-Erfolg. Zum vierten Mal reichte es nur zu Rang zwei. Orfevre hatte zwar zu Beginn der Geraden nicht alles passend, doch entwickelte er auch nicht so viel Schwung wie bei seinem Ehrenplatz 2012, den er nun erneut belegte. Eine Hals hinter ihm folgte Intello in den Farben der Vorjahressiegerin Solemia vor dem zweiten Japaner Kizuna, ein völlig formgemäßes Ergebnis.
Meandre, Sieger im Preis von Europa in Köln, wurde Zehnter. Der im Besitz des Müncheners Simon Springer stehende Sahawar lief als Elfter gar nicht übel.

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