Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Janne Tressel gewinnt Bundeswettbewerb

Eine „Vollblutfrau“ ist die Beste

Köln 25. November 2013

Die beste Deutsche der „Auszubildenden Pferdewirte“ kommt aus dem Vollblutbereich: Janne Tressel hat es geschafft. Die 30-jährige ließ beim Bundes-Berufswettbewerb in der vergangenen Woche in der Pferdestadt Warendorf sämtliche Konkurrenten mit dem Schwerpunkt Haltung und Service sowie Zucht aus den verschiedensten Sparten hinter sich.

„Mein Bereich ist die Zucht. Zuerst hatte ich beim Landeswettbewerb Niedersachen teilgenommen“, erklärt Janne Tressel. „Das war Pflicht. Es gab verschiedene Stationen, wie ein Pferd auf einer Dreiecksbahn vormustern oder drei Pferde nach einem Punkte-System zu beurteilen. Kopf, Gliedmaßen, Wachstum, Bewegungsablauf, Vorder- und Hinterbein, all das spielte eine Rolle. Danach hielt man einen Kurzvortrag. Ich war in Niedersachen die Beste. Team Hannover setzte sich in Warendorf zusammen aus den zwei besten Auszubildenden des Schwerpunktes Haltung/ Service und der Besten aus dem Schwerpunkt Zucht. Unsere Mannschaft war Zweiter, in der Einzelwertung war ich vorne.“

Der Erfolg bedeutet Janne Tressel sehr viel, da die einzelnen Aufgaben zum Großteil eher im Warmblut-Sport und nicht bei den Vollblütern angesiedelt sind. „Wir mussten eine Anpaarungsberatung machen. Das heißt, aussuchen, welcher von drei Hengsten am besten zu einer Stute passt. Da hatte ich schon ein wenig Bedenken. Aber beruhigt hat mich, dass der Vater der Mutter der Stute Surumu war. Ich habe den richtigen Hengst ausgewählt und auch eine kleine Fehlstellung bei der Stute bemerkt. Offenbar hat das den Richtern gefallen.“

Kein Wunder, dass es Ehrenpreise gab wie nach einem Gruppesieg. Eine Goldmedaille, eine Schale, und eine Schleife. „Außerdem sind alle Teilnehmer des Bundeswettbewerbs berechtigt, ein Stipendium zum Meister-Lehrgang zu beantragen“, erzählt Janne Tressel, die erst über Umwege zum Rennsport kam.

„Das ist eine lange Geschichte. Ich habe Landwirtschaft studiert. Währenddessen habe ich ein Praktikum im Gestüt Isarland in Starnberg gemacht. Das war im Jahr 2007. Vorher habe ich zwar privat mal einen Vollblüter oder ein Ex-Rennpferd geritten, aber Ahnung hatte ich von Zucht und Rennsport nicht“, gibt sie zu.

Doch auf Isarland durfte Janne Tressel bald schon Jährlinge für Auktionen vorbereiten. „Frau Castle (Anm. d. Red.: Gestütsleiterin in Isarland) hat mich dann gefragt, ob ich jedes Jahr dafür kommen wollte. Und das hat immer super gepasst mit den Semesterferien. Dabei habe ich auf den Auktionen auch andere Gestüte kennengelernt und mich in das Geschehen eingelebt. Vollblüter haben mich immer fasziniert. Es war klar, dass ich in diesem Bereich bleiben würde.“

Nach dem Studium arbeitete Janne Tressel am Rennstall von Trainer Roland Dzubasz in Hoppegarten. Doch leider hatte sie einen Unfall und brach sich bei einem Sturz vom Pferd den Fuß. Seit Juli 2012 arbeitet die junge Dame im Gestüt Fährhof. „Da ich Abitur habe, dauert die Ausbildung zum Pferdewirt nur zwei Jahre. Mein Gebiet ist die Zucht.“ Auch nach der Abschlussprüfung im Juli 2014 möchte sie hier in Bremen-Sottrum bleiben. „Ich habe es keine Sekunde bereut. Mir macht der Job Riesenspaß. Und bei Fährhof kann ich bestimmt auch einige Auslandserfahrungen sammeln. Das erste Ziel ist dann, den Meister zu machen. Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bei meinem Ausbilder Stefan Ullrich bedanken.“

Dagegen kam Rennreiten nie für sie in Frage. „Vom Gewicht habe ich kein Problem, aber ich bin relativ groß und esse einfach zu gerne. Mir gefällt es im Gestüt, die Grundlagen für die späteren Rennen zu legen, die Pferde für die Auktionen vorzubereiten. Das ist schöner und entspannter für mich.“ Als persönliche Highlights bezeichnet Janne Tressel die Geburt der Fohlen und das Präparieren der Jährlinge. Neben den Versteigerungen in Baden-Baden durfte sie auch schon zweimal nach Newmarket fahren.

Und die Touren werden sicherlich noch weit mehr werden für die „Vollblutfrau“, denn die „Deutsche Meisterin“ steht ja noch ganz am Anfang einer großen Karriere.

MH

Champions League

Weitere News

  • Die Übersicht über die Top-Prämien jenseits der Grenzen in 2019

    Über 5,2 Millionen Euro: Das haben deutsche Pferde im Ausland verdient

    Köln 14.11.2019

    5.274.580 € - so viel gewannen deutsche Pferde im Jahr 2019 bis einschließlich 3. November im Ausland. Das ist abermals eine mehr als beachtliche Summe, auch wenn sie ein gutes Stück unter den 6.780.324 € aus 2018 liegt und der niedrigste Wert seit 2006 ist. Wir haben im Folgenden die Siege und Platzierungen von in Deutschland trainierten Pferden in Gruppe- Listen- und in bedeutenden Rennen im Ausland 2019 für Sie zusammengetragen.

  • Trainer-Größe Jean-Pierre Carvalho wechselt an die Ruhr

    Von Bergheim nach Mülheim

    Mülheim 13.11.2019

    Gesucht, gefunden und für gut befunden – das ist das Motto für einen Top-Galopp-Trainer Deutschlands: Jean-Pierre Carvalho (48) wird seine Karriere in Mülheim an der Ruhr fortsetzen, wie er gegenüber dem französischen Newsletter Jour de Galop mitteilte.

  • Hochkarätiges Programm beim DVR Forum Galopp am 23.11. in Düsseldorf

    Anmeldungen sind noch möglich!

    Düsseldorf 13.11.2019

    Es wird ein hochkarätiges Event mit vielen spannenden Themenbereichen – das DVR Forum Galopp powered by Sport-Welt am Samstag, 23. November im Teehaus der Galopprennbahn Düsseldorf. Unverändert sind noch wenige Plätze verfügbar – Interessierte können sich weiterhin unter forumgalopp@direktorium.de anmelden.

 
 

Newsletter abonnieren

GERMAN RACING

Seit 2010 bildet GERMAN RACING die große Dachmarke, unter der regelmäßig spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen stattfinden. Gleichzeitig fungiert die Marke als Oberbegriff für den Galopprennsport in Deutschland.

Imagefilm

GERMAN RACING Imagefilm