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Zarras stiehlt den Favoriten in Dortmund die Show

Panesidoras Saisoneröffnung mit 16 Längen

Dortmund 7. Januar 2014

16 Längen waren es, keine mehr und keine weniger. Mit einem hochüberlegenen Erfolg eröffnete die Stute Panesidora nicht nur die neue Galoppsaison in Deutschland. Die von Christian Freiherr von der Recke trainierte Soviet-Star-Tochter sollte auch die nach Längen imponierendste Siegerin des gesamten abendlichen Aufgalopps 2014 in Dortmund bleiben. Allerdings nur knapp vor dem schnellen Zarras, der die Wambeler Schlussprüfung mit sage und schreibe 15 Längen beherrschte und gleichzeitig nie zuließ, dass es beim Finale auch nur ansatzweise zu dem allgemein erwarteten Duell zwischen den deutlich über dem Feld stehenden Gruppe-Pferden König Concorde und Point Bank kommen würde.

Doch zurück zu Panesidora. Sie geht nun als erster siegreicher Vollblüter im Jahr 2014 in die Annalen des deutschen Turfs ein. Vielleicht wird man sich ihrer sogar noch etwas nachhaltiger erinnern, weil es an einem für hiesige Verhältnisse ungewöhnlichen Termin geschah. Einem Dienstag, der ausnahmsweise auch kein Feiertag war. Was für den einen oder die andere augenscheinlich noch etwas gewöhnungsbedürftig schien. Doch beim zweiten diesjährigen Wambeler Renntag wird das vermutlich kaum mehr so der Fall sein, handelte es sich jetzt ja schließlich um den allerersten einer ganzen Reihe noch folgender Veranstaltungen in den kommenden Wochen und Monaten mit PMU-Anbindung. Der nächste PMU-Dienstag in Dortmund steht ja bereits am 21. Januar an.

Allerdings ist Stall Karlshorsts Panesidora keineswegs nur die erste Siegerin der neuen Saison gewesen. Die Stute trug vielmehr zudem mit dazu bei, dass ihr Trainer wie auch ihre Reiterin Silke Brüggemann einen Bilderbuchstart ins neue Rennjahr erwischen konnten. Gleich nach ihrem Erfolg kamen beide nämlich noch zu einem zweiten Erfolgserlebnis mit dem achtjährigen Input.

Da beide Recke-Pferde jeweils mit zu den Favoriten gezählt hatten, schien sich bereits eine Favoritenserie anzudeuten. Was jedoch ein Irrtum war. Die von Yvonne Almenräder trainierte Stute Ante Portas holte sich kurz darauf schließlich unter Jozef Bojko das beste Handicap des Abends zu einer Siegquote von 120:10.

Und dann gelang es obendrein der von Erika Mäder trainierten 108:10-Chance Twain unter Jana Oppermann in der Viererwetten-Prüfung den bis auf 26:10 heruntergewetteten heißen Favoriten Dutch Master aus schier unmöglicher Position noch vom Sockel zu er stoßen. Die Rennleitung vertrat allerdings die Ansicht, dass Cecilia Müller auf Dutch Master die ganze Sache etwas zu sehr auf die leichte Schulter genommen habe. Konsequenz daraus war für die junge Reiterin ein Lizenzentzug von 10 Renntagen – vom 21. Januar bis zum 23. März – wegen, wie es offiziell heißt: fahrlässiger Nichtwahrnehmung der Gewinnaussichten.

Für sie fing das neue Rennjahr mithin weniger gut an. Ganz im Gegenteil zu Jockey Bayarsaikhan Ganbat, dem ebenfalls ein Doppel glückte, wobei er zuerst mit dem augenscheinlich noch verbesserungsfähigen Wallach Wanderlust und danach noch mit dem bis auf Odds von 16:10 heruntergewetteten Premier Choice zum Zuge kam.

Zu den zweimal erfolgreichen Aktiven gehörte überdies Kollege Stephen Hellyn, der gleichzeitig quasi für die „Sensationen“ des Abends zuständig war. Die erste davon zeitigte sein Erfolg mit der von Martina Grünewald vorbereiteten Stute Kimbra, deren nahezu bequemer Sieg eine wahre Totalisator-Erschütterung mit sich brachte. Die 630:10-Siegquote auf Kimbra beglückte zwar nicht allzu viele Wetter, doch diejenigen, die ihr vertraut hatten, dafür umso mehr.

Die eigentliche Sensation folgte freilich erst im letzten der acht Rennen. Beteiligt war einmal mehr wieder Stephen Hellyn. Dass die „gemeinten“ Kandidaten König Concorde und Point Blank, die nach Rating die ganze Angelegenheit nur unter sich hätten ausmachen müssen, Schiffbruch erlitten, dafür war er der eigentliche Wegbereiter. Mit dem Hirschberger-Schützling Zarras nahm er sofort das Heft in die Hand und mit einer von Anfang an scharfen Pace den vermeintlich Übermächtigen sehr früh allen Wind aus den Segeln.

Dieses sogar derart nachdrücklich, dass Point Blank bereits im Schlussbogen nur noch ein Statist war. Aber auch König Concorde erlebte im Einlauf noch ein kleines Waterloo, als nämlich die vermeintlich völlig chancenlose Stute La Bayadere (GAG 48 Kilo) hier noch leichtfüßig an ihm vorbeizog. Wenngleich zu einem Zeitpunkt, als der alles beherrschende Zarras seinen 15-Längen-Vorteil längst unter Dach und Fach hatte.

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