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Dutch Master krönt große Meulen-Form

Holland-Jubel am Dortmund-Sonntag

Dortmund 16. Februar 2014

Eigentlich verkauft er Autos in den Niederlanden. Doch seit einigen Monaten bereitet Lucien van der Meulen auch selbst als Besitzertrainer einige seiner Pferde selbst vor. Und das Schwergewicht aus Boxmeer agiert ausgesprochen erfolgreich, wie sich an einem sonnigen Sonntag bei frühlingshaften Temperaturen auf der Dortmunder Sandbahn einmal mehr bewahrheitete.

Mit Dutch Master (34:10) sicherte er sich den Ausgleich III über 1.800 Meter. Mit unglaublichem Kampfgeist kämpfte die junge Anna van den Troost auf dem großen Formpferd auf der Geraden den schon in Front gezogenen Dreamworks mit einem Kopf nieder. „Sie hat glänzend geritten. Alle Pferde sind über Winter bei mir zu Hause, anschließend gehen einige zu Axel Kleinkorres nach Neuss“, erzählte Meulen. Pyrenean Music folgte als Dritter schon deutlicher zurück. Diese Prüfung wurde als Memorial für die viel zu früh verstorbene Fotografin Beate Schornstein gelaufen.

Am Samstag hatte der junge Vinzenz Schiergen ein Fegentri-Rennen in Cagnes-sur-mer für sich entschieden. Und auch am Sonntag präsentierte sich der Sohn des Kölner Trainers Peter Schiergen in bester Verfassung. In einem 1.800 Meter-Altersgewichtsrennen rettete er auf dem 31:10-Mitfavoriten Welkando einen knappen Vorsprung gegen den ganz spät heranrauschenden Foreign Tiger und den zum Schluss nicht mehr weiterziehenden Piloten Löwenthal. „Vinzenz hat seine Sache sehr gut gemacht. Auch die Gewichtserlaubnis hat sich ausgezahlt“, freute sich Besitzer und Trainer Lucien van der Meulen, der sein Doppel mit Welkando eingeleitet hatte.

„Der Winter ist seine Zeit. Da sieht er auch viel besser aus als im Sommer. Janine passt jeden Tag auf ihn auf“, umschrieb der Warendorfer Besitzertrainer Matthias Trantel seinen Treffer in einem 1.700 Meter-Handicap mit dem schon elfjährigen Pretty Man (54:10), der Start-Ziel unter Janine Beckmann alle Angriffe von Noblement und Pythonga locker abwehrte.

Mit Freudentränen in den Augen nahm Sarah Jane Hellier ihren Sieger Avio nach einem 2.500 Meter-Ausgleich IV in Empfang. Vorausgegangen war ein fulminanter Speederfolg des Achtjährigen nach einem blitzsauberen Ritt von Olga Laznovska gegen den schon in Sicherheit geglaubten Patanos sowie den nicht mehr weiterkommenden Favoriten Gabrial The Prince. „Zuletzt hatte Avio sehr viel Pech. Auch die Distanz war heute besser“, kommentierte die Besitzertrainerin.

Einen Komplett-Triumph für das Gestüt Erlenhof und Trainer Karl Demme gab es in der Dreijährigen-Prüfung über 1.800 Meter. Denn mit riesigen Reserven vom vorletzten Rang lief Fürst Twen (25:10, B. Ganbat), einer der wenigen Nachkommen von Deckhengst Twen, noch an Cassilero vorbei. „Er kam schwer auf die Beine, ist ein ordentliches Pferd. Aber auch Cassilero ist fürs erste Mal gut gelaufen“, erläuterte der Coach.

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IVm 1.950 m) landete der erstmals von Heinz Hesse und nach einer langen Pause aufgebotene Pleasantpathfinder (198:10, zweiter Treffer für Anna van den Troost) einen Acht-Längen-Coup, nachdem er den mit Vorsprung führenden Kepheus auf der Geraden schnell abgelöst hatte. Immer weiter stiefelte der Außenseiter, der allerdings zu Beginn des Einlaufs den viertplatzierten Renoir deutlich zur Seite gedrängt hatte.

Pleasantpathfinder kam zu mir in Training, als Trainer Karl Demme von Frankfurt wegging. Er ist kastriert worden. Die Gegnerschaft war ja überschaubar“, kommentierte Heinz Hesse. Der stark aufkommende Bayonero und der immer dabei bleibende Bon Spiel sowie Renoir komplettierten die Viererwette, die 158.786:10 Euro brachte. Sie wurde zweimal getroffen, jeder Wetter bekam über 7.000 Euro.

Vier Grasbahn-Treffer 2013 und nun der zweite Coup hintereinander auf Sand – die Bilanz von Thirsty Bear (Vinzenz Schiergens zweiter Tagessieg) kann sich wahrlich sehen lassen. Im 1.200 Meter-Ausgleich III triumphierte der Wallach des Stalles Kurzer Kopf mit viel Speed und stellte damit den Seriensieger Kronerbe noch locker. „Beim ihm ist wichtig, dass er nicht zu lange in der Box steht, daher beantragen wir immer die Außenbox“, signalisierte Trainergatte Hans-Georg Rotering. Aber auch Kronerbe lief laut Karl Demme „wieder ein traumhaftes Rennen“. Layer Cake schob sich nach verpatztem Start noch auf Rang drei.

Anna van den Troost gelang durch den Start-Ziel überlegenen Mex (64:10) vor Middleton Flyer und Toulio im abschließenden 1.200 Meter-Sprint sogar der dritte Coup an diesem Tag.

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