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St. Moritz: Future Security gewinnt Großen Preis

Deutsche Sensation im Grand Prix

Köln 23. Februar 2014

Dass der Sieg im 75. Gübelin Großer Preis von St. Moritz (150.150 Franken-Listenrennen, 2.000 m) am Sonntag auf dem zugefrorenen See im Engadin nach Deutschland gehen würde, kam alles andere als unerwartet. Und dennoch, dass ausgerechnet der von Christian von der Recke in Weilerswist vorbereitete Futury Society der neue Schnee-Held sein würde, war keinesfalls zu erwarten.

Denn den England-Import hatte bei schwierigsten Bedingungen (die Bahn musste nach einem Zwischenfall im 1. Rennen auf der Geraden ausgesteckt werden, allein im Grand Prix wurden fünf Pferde abgemeldet, darunter der am stärksten gespielte Franzose Sano di Pietro, der Favorit Cap Sizun wurde reiterlos, sieben Vierbeiner kamen ins Ziel) kaum jemand auf der Rechnung.

303:10 gab es auf den von Alexander Pietsch glänzend gerittenen längsten Außenseiter aus Deutschland, der hinter dem Röttgener Andreas (Fünfter) bald schon eine gute Lage hatte und im Schlussbogen souverän vor das Feld zog. Futury Security verabschiedete sich auf Nimmerwiedersehen (mit Weile) von der Gegnerschaft.

Kurios ist seine Vorgeschichte: „Trainer Milton Harris aus England kaufte zunächst das Pferd für mehrere Besitzer. Dann platzte der Scheck. Wir haben neue Eigner gesucht und gefunden. Marion Belle Anderson ist meine Nachbarin in Weilerswist mit ihrem Stall MBA Racing. Anschließend wollten aber auch die Engländer wieder einsteigen, und so lief Futury Security für alle zusammen. Wir haben den Wallach gezielt auf dieses Rennen vorbereitet. Nun wird er wieder nach England zurückkehren, als Europäischer Schnee-Champion“, schilderte Trainer Christian von der Recke.

Jockey Alexander Pietsch war natürlich voll des Lobes: „Futury Security war für mich ein kleiner Geheimtipp. Ich hatte ihn am Freitag auf Schnee gemeinsam mit Dreamspeed gearbeitet. Und er konnte sich schon seit 14 Tagen hier akklimatisieren. Er ist genau das richtige Pferd für diesen Untergrund.“

In allen Ehren unterlag Winterwind. Der 2011-er-Sieger und Vorjahreszweite ließ den 2012er-Gewinner African Art hinter sich und belegte erneut den Ehrenrang. „Er ist auf Schnee einfach eine Klasse besser, und das mit Höchstgewicht. Er kann dann solche Unregelmäßigkeiten wie heute besser kompensieren“, verriet Trainergatte Georg Bocskai.

Gestüt Röttgens Andreas (Andreas Helfenbein: „Er kam kurz nach dem Start schon aus dem Rhythmus, das war heute nichts für ihn“) musste an der Spitze früh passen, der Etzeaner Star System wurde früh angehalten, Nostro Amico kurzfristig gestrichen. Die anschließenden beiden Galopp-Prüfungen wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Mit einem erheblichen Schreck hatte der Nachmittag schon begonnen, als im 1.300 Meter-Sprint der Münchener Gast Ach was (zu diesen Zeitpunkt noch mit besten Chancen unterwegs) in ein Loch trat und Reiterin Alexandra Vilmar aus dem Sattel katapultiert wurde. Gottlob blieben Pferd und die Amazone von größeren Blessuren verschont. Doch hätte man diesem Malheur möglicherweise besser vorbeugen können. Jedenfalls wurde anschließend die Bahn um sieben Meter ausgesteckt und der Grand Prix um ein Rennen vorgezogen.

Fast ein wenig unter ging dabei der Erfolg des früheren Gruppesiegers König Concorde (F. Minarik), der mit großen Reserven Boccalino und den Favoriten Zarras sicher hinter sich ließ. „Den letzten Start hatte er noch gebraucht. Das Rennen heute war das erklärte Ziel. Nun steuern wir die Silberne Peitsche in München an“, signalisierten Trainer Christian Sprengel und Besitzer Wolfgang Fröhlich.

Im Skikjöring gab es eine elektrisierende Auseinandersetzung zwischen Bergonzi (Fadri Casty wurde König des Engadins als Gesamtsieger der Trophy) und der heranfliegenden Mombasa sowie Dreamspeed. Bergonzi rettete sich mit minimalem Vorteil ins Ziel.

Bei strahlendem Sonnenschein war die White Turf-Bahn glänzend besucht (14.000 Zuschauer). Leider wurde der Tag durch die vielen Zwischenfälle doch erheblich überschattet.

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