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Empoli Vierter am Dubai World Cup-Tag

Deutsche Top-Platzierung im 5-Millionen-Rennen

Köln 29. März 2014

Deutsche Pferde trumpfen auf der internationalen Galopper-Bühne unverändert mehr als stark auf. 60.000 Zuschauer auf dem Meydan-Kurs in Dubai erlebten am Samstag den Tag mit den höchsten Preisgeldern im internationalen Galopprennsport. Mit von der Partie bei dem 27 Millionen-Dollar-Spektakel waren auch zwei in Deutschland trainierte Pferde. Während es Seismos als Zehnter im Gold Cup nicht in die engere Platzierung schaffte, gab der von Peter Schiergen in Köln für die aus Russland kommenden Besitzer Valentin Bukhtoyarov und Evgeny Kappushev aufgebotene Empoli im Dubai Sheema Classic (Gruppe I, 5 Mio. Dollar, 2.410 m) als Vierter eine großartige Vorstellung.

Unter dem Holländer Adrie de Vries galt der vierjährige Hengst aus der Zucht des Gestüts Ebbesloh als Außenseiter, zumal er vor und nach seinem starken Ehrenplatz in einem Vorbereitungsrennen zweimal nicht in die Startbox eingerückt war. Doch diesmal ging alles glatt, und Empoli machte von einem der letzten Plätze enorm viel Boden gut. Er war am Ende eines der schnellsten Pferde, wurde glänzender Vierter und galoppierte 250.000 Dollar auf das Konto seiner Eigner, die ihn erst im Oktober bei der Arc-Auktion in Paris erworben hatten.

Natürlich war man im Lager von Empoli hochzufrieden mit der besten Leistung in dessen bisheriger Laufbahn. Alle Geduld hatte sich mehr als ausgezahlt. Nur drei Längen Rückstand hatte der Deutsche im Ziel auf die aus Japan kommende Gewinnerin Gentildonna (Ryan Moore) – die Japan Cup-Siegerin spurtete trotz eines Stopps in vorentscheidender Phase noch mit anderthalb Längen an dem schon in Sicherheit geglaubten Cirrus des Aigles (Top-Wallach aus Frankreich) und Ambivalent (Andrea Atzeni) vorbei. Gentildonna stellte in 2.27.25 Minuten einen neuen Bahnrekord auf. Kompliment an das Team von Empoli für diese Super-Vorstellung!

Im Dubai Gold Cup (Gruppe II, 1 Mio. Dollar, 3.200 m), dem Marathon der Veranstaltung verkaufte sich der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh trainierte Seismos (mit dem Italiener Andrea Atzeni) bei seinem zweiten Start in dieser Prüfung als Zehnter durchaus achtbar, auch wenn er nicht in die Entscheidung eingreifen konnte.

Atzeni ritt den Außenseiter aus der Reserve, vom vierletzten Platz im großen 15er-Feld. Früh in der Zielgeraden hatte der vom Gestüt Karlshof gezogene Wallach, der hier für die Zuchtstätte und seine künftigen alleinigen Eigner aus Australien (Australian Thoroughbred Bloodstock) startete, an der Außenseite einen Moment und steigerte sich noch ein wenig. Vorne verteidigte der in Irland von Michael Halford vorbereitete Certerach (Jamie Spencer) einen Hals-Vorteil gegen den zu spät heranstürmenden Favoriten Cavalryman aus dem Imperium von Sheikh Mohammed sowie den Südafrikaner Star Empire. Der im Besitz von Hong Kong Jockey-Club-Boss Winfried Engelbrecht-Bresges stehende Now We Can (Thierry Thulliez) war unter Wert geschlagen, denn er hatte auf der Zielgeraden keinerlei Platz zum Durchkommen.

„Mit der Leistung von Seismos sind wir zufrieden. Leider konnte der Jockey unsere Taktik nicht so recht umsetzen, denn er sollte auf keinen Fall zwischen den anderen Pferden gehen. Das war sehr ungünstig“, kommentierte Holger Faust vom Gestüt Karlshof das Laufen des Deutschen. Und Trainer Andreas Wöhler fügte an: „Er war nicht weit geschlagen, hatte unterwegs einen toten Punkt, und dann war das Rennen schon vorbei, als er besser auf Touren kam. Er hat sich nicht schlecht verkauft und wird nun nach England wechseln.“

Das mit zehn Millionen Dollar höchstdotierte Rennen der Welt, der Dubai World Cup über 2.000 Meter, wurde zum totalen Triumph der Maktoum-Familie. Scheich Mohammeds Godolphin-Stall siegte überraschend mit dem von Saeed bin Suroor trainierten African Story unter Silvestre De Sousa, der sich von zweiter Position mit 2,75 Längen locker von dem lange führenden Mukhadram (Paul Hanagan; im Besitz von Mohammeds Bruder Hamdan) sowie Cat O‘ Mountain (ebenfalls im Besitz von Godolphin) absetzte. Damit überbot der immerhin schon siebenjährige Wallach seinen fünften Rang aus dem Vorjahr deutlich.

Einen Achtungserfolg landete der von Marlene Haller gezogene Limario (mit Patrick Dobbs; inzwischen in Dubai von Doug Watson trainiert) als Sechster in der Godolphin Mile (Gruppe II, 1 Mio. Dollar, 1.600 m). Lange marschierte der Riesenaußenseiter im Vordertreffen und wurde erst spät überlaufen. Der vierjährige Hengst war auch die beste Erscheinung im Führring, wofür sein Pfleger eine Sonder-Prämie kassierte. Hier triumphierte mit dem Start-Ziel-Sieger Variety Club (Anton Marcus) Südafrikas Pferd des Jahres souverän vor dem Landsmann Soft Falling Rain und der Französin Flotilla.

Der Renntag stand ganz im Zeichen der Pferde aus Asien – denn im Dubai Duty Free (Gruppe I, 5 Mio. Dollar, 1.800 m) hatte es durch Just A Way (Yuichi Fukunaga), der ebenfalls in neuer Rekordzeit mit mehr als sechs Längen auftrumpfte, schon einen Japan-Coup gegeben. Und mit Amber Sky im Al Quoz Sprint (Gruppe I, 1 Mio. Dollar, 1.000 m) sowie Sterling City (beide mit Joao Moreira) im Dubai Golden Shaheen (Gruppe I, 2 Mio. Dollar, 1.200 m) siegte auch Hong Kong zweimal im Rahmenprogramm.

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