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Gracia Directa wird riesigem Vertrauen gerecht

Swacadelic in Bremen auf Wiener Walzers Spuren

Bremen 18. April 2014

Für einen Moment sah es schon nach einer kleinen Sensation aus. Aber wirklich nur für einen kurzen Moment. Und zwar in der Phase, als die Stute Alpha zumindest fürs Auge vergleichsweise leicht zur stets den Preis der German Tote Wettschule bestimmenden heißen Favoritin Gracia Directa aufschloss und durchaus eine Gefahr zu werden schien. Als Jockey Oliver Wilson die vielfach Gruppe-erprobte wie auch international profilierte Kyllachy-Tochter daraufhin sicherheitshalber etwas energischer anschob, waren die wahren Kräfteverhältnisse im zweiten diesjährigen Bremer Rennen allerdings schnell wieder zurechtgerückt. Und die 11:10-Favoritin konnte alle Erwartungen ihres riesigen Anhangs von A bis Z erfüllen.

Für die Stute des Rennstalls Directa hatte Trainer Dominik Moser also eine ideale Aufgabe zum Aufwärmen für die Saison 2014 am traditionellen Bremer Karfreitag ausgesucht, der ja seit vielen Jahrzehnten das feste Datum für den Aufgalopp ins neue Rennjahr in der Vahr bildet. Bei diesmal – abgesehen von ein paar wenigen Tropfen gegen Veranstaltungsende – recht gutem Wetten, wenn auch etwas frischen Temperaturen.

Sonderlich aussagekräftig mag dieser frühe Erfolg von Gracia Directa zwar noch nicht gewesen sein. Doch die Sechsjährige vermittelte auf jeden Fall den Eindruck, dass sie gut über den Winter gekommen ist und für neue Taten bereitsteht. Vielleicht ja auch wieder in England, wo die vom Gestüt Directa gezogene Braune in der Saison 2012 die als Gruppe III etikettierten tyregiant.com-Summer-Stakes in York gewonnen hatte und dazu im vergangenen Jahr auf hohem Niveau noch einige höchst beachtliche Platzierungen zustande brachte.

Das Turf-Jahr 2014 war in der Hansestadt zuvor schon durch die von Ferdinand Leve vorbereitete Merci Cherie des Gestüts Hof Warendorf unter Jockey Lennart Hammer-Hansen in der über 2.200 Meter führenden Auftaktprüfung mit einem überzeugenden Erfolg eröffnet worden. Ehe dann schon der erste internationale Akzent gesetzt wurde, und zwar durch einen leichten Sieg des in den Niederlanden von Lucien van der Meulen trainierten England-Imports Semai mit Adrie de Vries im Sattel.

Kurz darauf hatte der „Fliegende Holländer“ zudem schon ein erstes Doppel geschmiedet, da er direkt anschließend noch das erste Handicap des Tages gewann, nämlich mit Walter Kohlers Wallach Volany, einem von Dr. Andreas Bolte vorbereiteten Areion-Sohn.

Passten die Ergebnisse der ersten Veranstaltungshälfte eigentlich ganz gut in den allgemeinen Erwartungsrahmen, so sorgte die Entscheidung des Rennens mit der Viererwette dann aber bereits für den ersten Paukenschlag. Nach einem spannenden Verlauf wusste sich hier am Ende die Außenseiterin Reply unter Jockey-Veteran Viktor Schulepov knapp durchzusetzen.

Da hinter ihr mit Red River Canon, Mandayef und Early Guest ausschließlich „gemeinte“ Kandidaten die weiteren Plätze besetzten, wurde die Viererwette dennoch getroffen. Die Quote lautete 17.805:10, und wie schon im Dezember beim ersten Erfolg von Reply gab es erneut zweifache Gratulationen für Christiane Niester, die sowohl als Besitzerin wie auch Trainerin für die siegreiche Platini-Tochter zeichnet.

Eine riesige Menge Zukunftsmusik schwang beim heimlichen Höhepunkt des Tages mit. Jenem Test für den Jahrgang 2011 mit dem mit Spannung erwarteten ersten diesjährigen Auftritt des Fuchses Swacadelic für den Stall Ullmann. Wenn ein Sohn des Derby-Siegers und jetzigen Jungbeschälers Adlerflug aus einem namhaften Quartier und aus der Zucht von Georg Baron von Ullmann im April über 2.200 Meter gewinnt, ist naturgemäß das Wort „Derby“ ganz schnell im Umlauf.

Wie auch jetzt wieder nach Swacadelics rundum eindrucksvoller Darbietung. Zumal alle Bremer Stammbesucher auch noch im Hinterkopf hatten, dass diese Prüfung, welche nun George C. Muhle Gedächtnis-Rennen hieß, vor fünf Jahren von Wiener Walzer gewonnen worden war. Einige Wochen später im Sommer avancierte der Schlenderhaner ja bekanntlich auch zum Derby-Sieger 2009 in Hamburg-Horn.

Für Jockey Adrie de Vries, der mit einer exakten „Maßarbeit“ den Dreijährigen am Ende bequem an den lange das Geschehen bestimmenden Springbok Flyer und Agenor vorbeigebracht hatte, summierte sich gleichzeitig der dritte Tagestreffer. Dazu bestätigte sich einmal mehr die gute Stallform von Trainer Jean-Pierre Carvalho. Nicht unerwähnt bleiben darf jedoch der gefällige Schlussakkord von Hot Like Mexico, der sich noch Platz drei sicherte und ebenfalls vom im Gestüt Harzburg wirkenden Adlerflug stammt.

Zur Siegerehrung kam übrigens der Bremer Vorstand zwar nicht vollständig und komplett, aber in doch beachtlicher Mannstärke aufs Podium. Um einerseits natürlich den Gewinnern die Ehre zu erweisen, aber sicher auch als besondere Reverenz an jenen Mann, dem das Rennen gewidmet war: George C. Muhle, dem im Januar dieses Jahres verstorbenen, langjährigen Präsidenten des Bremer Rennvereins.

Die Schimmelstute Mandachic schwang sich gegen Ende der Karte noch für den Stall E.N.T. und für Trainer Christian Sprengel zu einer weiteren Gewinnerin des Premierentages in der Vahr auf, wobei der junge Amateur Vinzenz Schiergen früh alles unter Dach und Fach bekam. Zu guter Letzt wurde der Schlusspunkt noch vom fünfjährigen Cabanello des Stalles Silver Girls gesetzt. Den Wallach aus der Obhut von Andreas Wöhler brachte Reiter Jozef Bojko spät, aber punktgenau und letztendlich noch sehr sicher am schon im rettenden Hafen geglaubten Gambadino vorbei, der freilich auch in der Niederlage seinen jüngsten Kölner Sieg nachdrücklich bestätigen konnte.

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