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Sea The Moon brilliert in Frankfurt

„Mondaufgang“ im Metzlerpreis

Frankfurt/Main 11. Mai 2014

Am Muttertag-Sonntag hatte Jockey Andreas Helfenbein ein ganz besonderes Kompliment parat: „Ich habe bei meiner Mama geschlafen, das hat geholfen“, berichtete der gebürtige Frankfurter, nachdem er bei wechselhafter Witterung auf einer bestens besuchten Rennbahn fünf (!) Rennen gewonnen hatte, sondern mit Sea The Moon (30:10-Co-Favorit) auch das große Highlight der Niederräder Saison, den Frühjahrspreis des Bankhauses Metzler (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) gewonnen hatte.

Und es war eine mehr als beeindruckende Vorstellung, die der Sohn von Arc-Siegers Sea The Stars aus dem Köln-Heumarer Quartier von Markus Klug da in dieser wichtigen Derby-Vorprüfung auf den weich gewordenen Rasen zauberte. Denn Start-Ziel beherrschte Sea The Moon die Konkurrenz und marschierte in ganz großem Stil davon. Nach diesem Zwei-Längen-Triumph dürfte die Favoritenrolle des Hengstes im Blauen Band noch stärker geworden sein.

„Ich habe eine allererste Chance, in diesem Jahr, das Derby zu gewinnen“, war Andreas Helfenbein euphorisch. Und Trainer Markus Klug sagte: „Ich hatte etwas Angst wegen der ungünstigen Startnummer, ob er um den ersten Bogen kommen würde. Die Order war, ihn frei galoppieren zu lassen, an erster oder zweiter Stelle. Er hat alles richtig gemacht, obwohl er immer noch unreif war, aber es war ja auch erst sein zweiter Start. Und Sea The Moon war noch nicht einmal bei hundert Prozent. Nun gehen wir in die Union.“

Mit großen Reserven wartete noch Abendwind auf, der sich auf den Ehrenplatz schob. „Das war eine sehr gute Leistung. 2.000 Meter dürften bei ihm die Grenze sein. Wir peilen den Großen Preis der Dortmunder Wirtschaft an“, versicherte sein Betreuer Waldemar Hickst. Magic Artist schien schon Zweiter zu werden, stand bestens durch. Auch der Winterfavorit Born To Run konnte sich vom Ende des Feldes noch verbessern, wurde Vierter vor dem lange prominenten Karltheodor. Nur auf Platz sechs kam der Favorit Guiliani ein, der im Schlussbogen außen sehr viel Boden verschenkte und dann nicht durchzog. „Er kam nicht weiter. Wir müssen diese Niederlage erst einmal analysieren und akzeptieren“, erläuterte Trainer Jean-Pierre Carvalho.

Mit einer Überraschung startete der Nachmittag, denn den Sechsjährigen Control Chief (A. Helfenbein, 86:10) aus dem Stall von Stefan Schöndorf konnte man in einem 1.300 Meter-Rennen kaum auf der Rechnung haben. Doch Start-Ziel hatte er sich früh von Kara Milovy und La Best verabschiedet.

„Wir wollten ihm ein leichtes Rennen geben, nun steuert er entweder München oder die Union an“, kommentierte Trainer Waldemar Hickst den allseits erwarteten Treffer von Madurai (A. de Vries, 22:10), der für das Gestüt Stall Am Schlossgarten eine 2.150 Meter-Prüfung für Dreijährige mit viel Speed souverän gegen den gesteigerten Pucco und den nicht weiter ziehenden Liebesbrief gewann. Aldo spannte nach einer frühen Störung völlig aus.

„Du bist ein Zauberer“, feierte Jockey Filip Minarik den Schlenderhan-Trainer Jean-Pierre Carvalho, nachdem die Stute Madhyana (74:10) im 2.000 Meter-Ausgleich III überraschend klar die Szene vor Naaseh und New Fighter beherrscht hatte. „Normalerweise war die Stute immer zuverlässig, nur zuletzt lief sie schwächer, da hatte ich gedacht, es hätte am weichen Boden gelegen, aber heute war das Geläuf ja ähnlich“, war auch der Coach überrascht.

Äußerst aufregend verlief das Meilenrennen für den Derby-Jahrgang, denn Amparo hatte am Start für mächtig Trouble gesorgt, als er zunächst seinen Reiter abwarf und später einen Fehlstart verursacht hatte. Schließlich verwies man ihn von diesem Rennen. Da war der Weg frei für die hochgehandelte Antalya (29:10, A. Helfenbein), die einen mehr als exzellenten Einstand für ihre Besitzergemeinschaft aus dem Kölner Raum (Stall Framkie & Friends) gab. Denn von zweiter Position aus war die Areion-Tochter auf einen Rush Mitte gegenüber vorne und wehrte auch die starke Attacke von Zidar sowie Darco ab. „Die Stute hatte zu hause schon gut gearbeitet. Aber es war ja nicht einfach, dreimal wieder in die Box einzurücken. Weichen Boden kann sie auch. Am Anfang pullte sie, hat dann aber alles richtig gemacht. Nennungen für bessere Rennen hat sie nicht, eventuell steuern wir das Handicap oder ein Rennen in Frankreich an“, kommentierte Trainer Markus Klug.

Andreas Helfenbein zeigte auch im 1.600 Meter-Ausgleich II seine Jockeyship, als er den 32:10-Favoriten Lips Dancer für Trainer Andreas Löwe zu einem knappen Erfolg über Dynamite Cat und Lights On Me führte. Der fünfte Coup war mit Night Chaparral (60:10) im 2.150 Meter-Ausgleich III fällig. Trainer Wilfried Kujath markierte den 400. Sieg seiner Laufbahn.

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