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Lucky Lion brilliert im Köln-Klassiker

Ein bärenstarker "Löwe"

Köln 18. Mai 2014

„Wir haben immer gesagt, das ist ein Ausnahmepferd. Und das hat sich heute bestätigt“, jubelte Trainer Andreas Löwe am Sonntag in Köln und strahlte nach dem ersten Klassiker der Galopper-Saison mit der Sonne in der Domstadt um die Wette. Denn sein Super-Crack Lucky Lion, ein dreijähriger High Chaparral-Sohn des Gestüt Winterhauch von Gerd Mosca aus Eberbach am Neckar, triumphierte als 29:10-Co-Favorit im Mehl-Mülhens-Rennen – German 2.000 Guineas (Gruppe II, 153.000 Euro,1.600 m).

„Am meisten habe ich vor dem Start geschwitzt, denn es war sein erster Start auf der Heimatbahn“, berichtete Löwe hinterher. „Auch aus diesem Grund haben wir den Reiter gewechselt und den Franzosein Ioritz Mendizabal verpflichtet. Er meinte nach dem Rennen, dass Lucky Lion den Prix du Jockey Club in Paris gewinnen würde, aber dafür müsste er nachgenannt werden, ich denke die Union und das Derby sind die logischen Ziele. Vielleicht steuern wir ja auch die Triple Crown an.“

Vorausgegangen war ein beeindruckender klassischer Erfolg des beim fünften Start zum dritten Mal siegreichen Lucky Lion, der in dieser Saison nach drei Auftritten ungeschlagen bleibt und nun 100.000 Euro auf das Konto seiner Besitzer galoppierte. Aus dem Mittelfeld stürmte der Star-Hengst innen durch und verabschiedete sich souverän, nur mit Händen geritten auf anderthalb Längen.

Die besten Plätze gingen an die beiden Pferde von Besitzer Eckhard Sauren - Nordico (schon im Busch-Memorial Zweiter zu Lucky Lion) und Stillman entwickelten beide noch feine Reserven. „Stillman hat sich erwartungsgemäß gesteigert, ist jetzt in seinem Rhythmus. Und auch Nordico, der nun in die Union geht, lief erwartungsgemäß. Aber Lucky Lion war einfach besser“, kommentierte Trainer Mario Hofer.

Der Unglücksrabe war einmal mehr Andoyas, der sogar Favorit geworden war. Zu Beginn der Geraden wurde er von Cordite (Fünfter) weit nach außen getragen, kam noch einmal wieder, aber es reichte nur noch zu Rang vier. „Nun hatten wir zweimal Pech, es muss doch auch mal besser werden“, erklärte Trainer Jens Hirschberger. Vom Rest war nicht viel zu sehen.

„Hammer“, waren die ersten Worte von Jockey Andreas Helfenbein nach dem einleitenden 2.200 Meter-Rennen für dreijährige Stuten. „Sie war ja turmhoch überlegen, und das trotz des hohen Gewichts“, freute sich auch Dr. Günter Paul, der Vorsitzende der Mehl-Mülhens-Stiftung nach dem Erfolg der Röttgenerin Weltmacht (17:10), die Start-Ziel völlig souverän abmarschierte und beim zweiten Start ihren ebensovielten Sieg vor Ardeola und Arusha Park perfekt machte. „Sie könnte durchaus in die Ribblesdale Stakes nach Royal Ascot oder ins Derby-Trial nach Hoppegarten gehen, auch das Deutsche Derby haben wir noch im Visier“,berichtete Trainer Markus Klug.

Und auch im anschließenden Ausgleich II über 2.200 Meter trumpfte die Zuchtstätte aus Köln-Heumar sowie das Team Helfenbein/Klug auf – mit der vierjährigen Shirocco-Tochter Nashita (56:10), die mit viel Speed Quiania und Magaluf überrollte. „Zuletzt war der Boden für sie zu weich. Wir haben sie nun von hinten reiten lassen. Gut möglich, dass die Stute nun ein Listenrennen bestreitet“, signalisierte Markus Klug.

Sein großes Talent im Sattel bewies Vinzenz Schiergen im Amateurreiten über 2.200 Meter auf der von Claus Thomas vorbereiteten Anna Bellamy (74:10),die nach frühem Vorstoß die Attacken von Avio, dessen Reiterin die Peitsche verlor, abwehrte. Auenboss und Serko komplettierten die Viererwette, die 47.490:10 Euro bezahlte.

Derby-Pläne darf man mit dem Schlenderhaner Ito (21:10, F.Minarik) schmieden, der in einer 2.200 Meter-Prüfung Start-Ziel immer weitermarschierte und wie ein Pferd mit großer Zukunft vor Red Pepper und dem vom letzten Platz kommenden, aber noch sehr unreif agierenden Erato blieb. „Nun könnten wir die Union ansteuern“, schilderte Trainer Jean-Pierre Carvalho das nächste Ziel mit Ito, dessen Vater Adlerflug das Blaue Band gewann.

Jockey Filip Minarik setzte auch in der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 2.200 m) auf die Taktik des Gehens und bescherte Trainer Miltcho Mintchev mit dem noch stark steigerungsfähigen Hengst Elis Gury (23:10) einen Punkt zu dessen 49. Geburtstag. „Der Hengst kann schon ein wenig laufen. Wenn er gesund bleibt, haben wir einiges mit ihm vor“, sagte der Coach, der den Vierjährigen im Hansa-Preis und im Dallmayr-Preis genannt hat. Die Viererwette komplettierten Pleasantpathfinder, Biederich und Best Man – die Quote: 13.004:10 Euro.

Für eine große Überraschung sorgte der Holländer Spirit Doll (199:10, P.Krowicki) bei seinem Speedsieg im 1.300 Meter-Ausgleich III.

Im Rahmen eines großen und bestens besuchten Nachmittages wurde Trainer Markus Klug von den Mitgliedern des Galopp Club Deutschland als „Turfpersönlichkeit des Jahres 2013“ ausgezeichnet. 56 Rennen hatte der Coach im Vorjahr auf sein Konto gebracht.

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