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Baden-Held Sirius nun auf Hamburg-Kurs

Hansa-Preis statt Derby

Baden-Baden 31. Mai 2014

65.000 Euro kostet eine Nachnennung für das Deutsche Derby. Doch für das Team des Dreijährigen Sirius ist das offenbar kein Thema, auch nicht nach dem mehr als überzeugenden Triumph bei strahlendem Sonnenschein am Samstag vor 7.700 Zuschauern im Iffezheimer Derby-Trial (Listenrennen, 35.000 Euro, 2.200 m) in Baden-Baden. Der Dashing Blade-Sohn sorgte für den ersten Listentreffer des belgischen Stalles Molenhof von Wim van de Poel. „Zweijährig war er noch nicht so bei der Sache, daher hatten wir ihn nicht fürs Derby genannt, aber es war richtig vom Trainer nichts zu überstürzen“, kommentierte der Eigner.

Sein Lob galt dem Altmeister der Trainer, Andreas Löwe, dem in dieser Saison ebenso wie Jockey Stephen Hellyn alles gelingt. „Sirius war schon zuletzt beim Kölner Sieg voll da. Die heutige Prüfung hat ihm weitere Erfahrung gebracht. Er musste seinen Speed beweisen. Nun steuern wir den Hansa-Preis in Hamburg an, das ist realistischer und einfacher als das Derby“, versicherte der Coach.

Zuvor hatte Sirius als 36:10-Mitfavorit mit gewaltigem Endspurt vom vorletzten Platz im kleinen Siebenerfeld die Konkurrenz locker überrollt. Lange alle Chancen hatte der Ebbesloher Giant’s Cauldron, der bestens dagegenhielt. „Er hat sich weiter gesteigert, ist aber immer noch etwas unreif“, sagte Trainer Peter Schiergen über den Hengst, der bei all seinen Starts Zweiter war.
Finoras hielt vorne bestens stand und verteidigte Rang drei vor Eric, der ebenfalls immer prominent war. Die Enttäuschung der Prüfung war der Favorit Amazonit, der sich früh deutlich geschlagen gab.

„Wunder gibt es immer wieder“, war ein Sohn von Katja Ebstein. Und dieses Lied fiel einem spontan ein, nachdem die dreijährige Stute Wunder (43:10-Favoritin, A. Helfenbein) in beeindruckender Manier das Iffezheimer Diana-Trial gewonnen hatte. Die grandiose Form von Jockey Andreas Helfenbein, Trainer-Spitzenreiter Markus Klug und des Gestüts Görlsdorf setzte sich damit nur drei Tage nach dem Triumph von Berlin Berlin in einem Listenrennen auch in diesem mit 25.000 Euro dotierten Testlauf für das Stuten-Derby nahtlos fort.

„Wir haben wirklich einen Lauf in diesem Jahr“, kommentierte Trainer Markus Klug. „Wunder hatte sich nach ihrem ersten Sie noch einmal gesteigert und erwischte einen tollen Rennverlauf. Der Rennverlauf lief wie gewünscht ab. Auch die viertplatzierte World’s Dream verkaufte sich auf zu kurzer Distanz und zu festem Boden gut und gehört in diese Klasse. Beide steuern nun den Preis der Diana an.“

Vorausgegangen war eine mehr als beeindruckende Vorstellung von Wunder, die sich bis zur Geraden von Vacationer führen ließ, um sich dann sehr souverän abzusetzen. Was für eine Klasse-Leistung. Die im Besitz von Sheikh Mohammed stehende Sarinda hielt ihren guten Platz bis zuletzt, während Semilla, die nun in die Schweiz wechselt, noch enorm aufdrehte und auch World’s Dream mächtig Boden gutmachte. Lacy (Fünfte) musste von letzter Stelle viel Boden gutmachen. „Das geht auf diesem Boden nicht“, so Trainer Waldemar Hickst. Sousmain und Goiania waren bald abgemeldet. Die Viererwette bezahlte 35.855:10 Euro.

„Für mich stand er hier schon ein wenig heraus. Aktuell fehlt ihm noch der letzte Tick zur Spitzengruppe, aber er wird sich weiter steigern und ist ein Pferd mit Zukunft. Vielleicht machen wir im Handicap weiter, ins Auktionsrennen nach Hamburg möchte ich eigentlich nicht“, gab der Hoppegartener Trainer Uwe Stech zu Protokoll, nachdem der von ihm vorbereitete Rosenkönig (39:10, D. Schiergen) in einer engen Kampfpartie knapp gegen den heißen Favoriten Eyasi im einleitenden Meilenrennen für Dreijährige zum Zuge gekommen war. Früh in der Geraden hatte Rosenkönig den Konkurrenten ein wenig gestört, doch sah die Rennleitung von weiteren Konsequenzen ab.

Das Team Dennis Schiergen/Uwe Stech und Besitzerin Karin Brieskorn komplettierte im abschließenden 1.600 Meter-Ausgleich III ein Doppel mit der nach dem ersten Saisonstart weiter gesteigerten Titania (149:10), die alle Angriffe von Foolproof abwehrte. Sandra und Viscount Vert vervollständigten die Viererwette, die nicht getroffen wurde. Die Dreierwette brachte stolze 55.851:10 Euro.

Mit einem sehr umsichtigen Ritt wartete einmal mehr die junge Tamara Hofer im Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV, 1.800 m) auf. Aus der Reserve führte sie den von Dieter Ronge in München vorbereiteten Fort de Vaux (32:10) zu einem deutlichen Erfolg über die zu spät auf Touren kommende Orfleur und Abbadia.

Völlig standesgemäß fiel der Erfolg des einstigen Derby-Starters Bermuda Reef (11:10, A. de Bries) in einem Maidenrennen über 2.000 Meter-Maidenrennen aus. Start-Ziel marschierte der Ammerländer The Tigress (mit „Veteran“ Dragan Ilic) und Eisblume davon. „Das war sehr einfach, ich denke, dass es nun in einer größeren Aufgabe weitergeht“, versicherte Adrie de Vries nach seinem fünften Meetingserfolg.

Nach sechs Treffern hintereinander endete im Ausgleich II über 1.600 Meter die großartige Serie von Tasci, der als Favorit mit Rang drei vorlieb nehmen musste. So richtig kam er aus idealer Lage nicht weiter, lief aber auch im kleinen Fünferfeld gut. Keine Chance besaß er jedoch gegen den längst wieder einmal fälligen Redesert (39:10, W. Panov). Hans-Jürgen Gröschels dritter Meetingssieger attackierte zu Beginn der Geraden früh und verteidigte seinen Vorteil problemlos gegen den schnell aufkommenden Fly First.

Seine ewig scheinende Durststrecke beendete die von Piet van Kempen aus Belgien entsandte Middleton Flyer (45:10, V. Schiergen) in einem 1.400 Meter-Ausgleich III. Sicher hielt sie ihren Vorteil vor Jupiter und Tweet Lady.

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