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Festliches Ereignis im Casino Baden-Baden

Der Galoppsport ehrt seine Champions

Baden-Baden 1. Juni 2014

Das Ambiente im Casino Baden-Baden hätte festlicher nicht sein können und war dem großen Anlass mehr als angemessen: Die Championatsehrung, veranstaltet von der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. in Zusammenarbeit mit Baden Racing und moderiert von Daniel Delius, am Samstagabend war wieder ein bedeutendes gesellschaftliches Highlight mit einem hochkarätigen Gala-Diner.

Im Mittelpunkt standen natürlich die Titelträger der Saison 2013, deren Laudatoren sich diesmal ganz besonders ins Zeug gelegt hatten, denn die Reden fanden ausnahmslos sehr guten Anklang.

Zunächst ehrte Dr. Andreas Jacobs den Champion der Auszubildenden Bayarsaikhan „Encki“ Ganbat(42 Siege). Mit vielen der Top-Jockeys aus früheren Jahren habe der Mongole auch einen Spitznamen gemein.

Dennis Schiergen wurde von Susanna Santesson zum dritten Mal hintereinander als Amateur-Champion ausgezeichnet. 32 Siege sowie zwei im Ausland erreichte der Sohn von Trainer Peter Schiergen.

Christian von der Recke hielt eine sehr persönliche Laudatio auf Silke Brüggemann, die Amateur-Championesse. „Dabei sagt ihr Pedigree etwas ganz anderes, Ihre Mutter war nie auf einer Rennbahn, und der Vater war im Turniersport erfolgreich.“

Auch für Cevin Chan, den besten Hindernisreiter, fand Christian von der Recke die richtigen Worte. „Er hat 43 Prozent aller deutschen Hindernisrennen gewonnen und steht damit über dem Feld. Er kann allerdings nur dort arbeiten, wo er die Weser sieht und riecht“, scherzte der Laudator.

Jochen Blohme, der Top-Hindernisbesitzer, konnte sein Championat leider nicht mehr miterleben, da er im vergangenen Jahr verstarb. Sein Sohn Thomas weilte vor Ort. Dr. Benedict Forndran wies auf die große Familientradition der Blohmes im Rennsport hin. Indian Sun war für das Championat im Wesentlichen verantwortlich.

Trainer von Indian Sun ist Pavel Vovcenko, den Forndran anschließend als besten Coach im Hindernissport auszeichnete. Zwölf Treffer bescherten ihm das erste Championat.

Eine bemerkenswerte Idee hatte man, um Andrasch Starke, den Jockey-Champion, in Abwesenheit zu feiern: Gezeigt wurde ein Video über den besten deutschen Sattelkünstler. Nun steht seine schnelle Genesung im Vordergrund.

Jan Antony Vogel durfte gleich zwei Champions bei den Besitzertrainern ehren – er erinnerte noch einmal an die immense Spannung, als Horst Rudolph am letzten Renntag der Saison in Dortmund mit 20 Siegen noch den Gleichstand mit Ferdinand Leve schaffte. „Wir können stolz auf unsere Besitzertrainer sein, sie sind ein wichtiger Bestandteil des deutschen Galopprennsports.“ Ferdinand Leve dankte spontan seiner Ehefrau Janet für ihre große Pferde-Leidenschaft und übereichte ihr unter großem Beifall einen Blumenstrauß.

Sehr unterhaltsam war die Laudatio von Eckhard Sauren auf Peter Schiergen, zum vierten Mal Champion der Trainer (mit 88 Siegen und rund 1,9 Millionen Euro Gewinnsumme). „Ein Kölner ehrt einen Kölner“, begann der Renn-Vereins-Präsident seine Ansprache und hielt die ersten Worte auf Kölsch. Der Derby-Sieg mit Lucky Speed war nur ein Highlight. Mit ihm und Neatico stellte er auch zwei der drei Kandidaten bei der „Galopper des Jahres“-Wahl. Schiergen sei ein „Perfektionist“, wobei Sauren zudem mit „Schiergen‘ scher Familienpower“ ein neues Wort kreierte.

Franz Prinz von Auersperg ehrte Novellist als „Galopper des Jahres“ mit einem sehr humorigen Vortrag: „Er hatte das Glück auf der selben Koppel zu stehen wie mein Pastorius.“ Er erinnerte an den King George-Triumph in Ascot und wies darauf hin, wie viel Besitzer Dr. Christoph Berglar für den deutschen Rennsport getan habe.

Zum Abschluss war es Gregor Baum, der Manfred Ostermann für das Besitzer- und Züchter-Championat mit dem Gestüt Ittlingen gebührend feierte – mit einer sehr bemerkenswerten Rede. „Es gibt nicht viele Gestüte, die in den letzten 30 Jahren das Doppel-Championat geschafft haben“, sagte Baum. Die vier Gruppe-Siege mit Neatico waren natürlich besondere Höhepunkte. 21 Siege und rund 425.000 Euro bei den Besitzern sowie 43 Treffer und 875.000 Euro Gewinnsumme als Züchter – das waren die herausragenden Zahlen der Zuchtstätte in 2013. Ostermann war auch der Züchter von Derbysieger Lucky Speed und des großartigen Steher Altano, die beide für andere Eigner ihre Triumphe feierten. „Ich bin ja der Vorsitzende der Selbsthilfegruppe für Züchter, die Pferde zu früh verkauft haben“, scherzte der Danedream-Breeder. „Man muss als Züchter denken wie ein Pferd“, meinte Baum verglich die Eigenschaften eines Vollblüters mit denen Ostermanns. Zugleich lobte er Manfred Ostermann als „Motor des Rennsports“. Auch die immense Unterstützung von dessen Lebensgefährtin Sonja Wewering stellte Gregor Baum heraus, wobei auch sie einen Blumenstrauß überreicht bekam. Um Mitternacht endete dieser mehr als gelungene Gala-Abend des deutschen Turfs.

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