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Alex Pietsch feiert erfolgreiches Comeback

In Düsseldorf platzt bei Nadelwald der Knoten

Düsseldorf 2. Juni 2014

Schon ein kleiner Blick in den Generalausgleich genügte, um zu erkennen, dass Nicole Richters Nadelwald einer den Besten des Jahrgangs 2011 ist. Der Dreijährige wird hier schließlich mit 90 Kilo notiert. Aber bis dato war er alles andere als ein Siegertyp. Der Fährhofer profilierte sich vorrangig über teils exzellente Platzierungen. So war er beispielsweise im letzten Jahr unter anderem Zweiter im Preis des Winterfavoriten gewesen. Doch beim Montags-PMU-Renntag in Düsseldorf platzte nun endlich der Knoten. Der Schützling von Peter Schiergen kam erstmals als Sieger vom Geläuf zurück. Der Shamardal-Sohn gewann dabei den Preis des Satzstudios Ingrid Horlemann mit drei Längen gegen die in gutem Stil debütierende Schlenderhanerin Fata Morgana und die sich einmal mehr gut verkaufende Sarina.

Vielleicht war es ja der Form-Jockey Adrie de Vries, der gerade erst in Baden-Baden dem jüngsten Frühjahrs-Meeting nachdrücklich seinen Stempel aufgedrückt hatte, der Nadelwald entscheidend zu inspirieren verstand. Vor allem wird jedoch interessant sein, wie sein Betreuer jetzt mit ihm weiter verfährt. Der Dreijährige könnte jedenfalls in den nächsten Wochen noch in einigen Großereignissen auflaufen, wie etwa im Großen Preis der Wirtschaft in Dortmund oder auch beim Derby-Meeting in Hamburg-Horn, wo der Baden-Badener 95.000-Euro-Auktionzuschlag sowohl in der Hamburg-Trophy als auch im BBAG Meiler Auktionsrennen nach wie vor Startberechtigungen besitzt.

Dass Adrie de Vries seinen Iffezheimer Lauf keineswegs allein nur für Nadelwald konserviert hatte, machte er anschließend im Prix Mir schnell klar. Denn den gewann er mit dem bereits am Himmelfahrtstag in Magdeburg erfolgreich gewesenen Newton Lodge, den selbst ein Aufgewicht von vier Kilo nicht stoppen konnte.

Kaum zu bremsen war danach im Prix Pattex aber auch Kollege Alex Pietsch, der früh mit dem belgischen Wallach Historic Occasion das Heft in die Hand nahm – und es am Ende nicht mehr abgab. Nach einer langen und verletzungsbedingten Zwangspause hätte sein rennreiterlicher Neubeginn also kaum besser verlaufen können. Zwar fasste der ebenfalls aus Belgien kommende dreijährige Campitello am Ende noch besser an. Doch das Höchstgewicht „klebte“ gemäß dem Renntitel vorne schon viel zu fest auf Platz eins, als dass es diesen noch hätte abgeben wollen.

Für Alex Pietsch gab es jedoch keineswegs nur Gratulationen für das erfolgreiche Comeback; vielmehr durfte der gleichermaßen so lange verletzte wie vermisste Jockey obendrein noch viele nachträgliche Glückwünsche zu seinem Geburtstag entgegennehmen, den er erst tags zuvor gefeiert hatte.

Was den Belgiern recht war, schien den Niederändern nur billig. Der unlängst in Köln wohl etwas unter Wert weggekommene Sarino Hilleshage ging danach im Prix de l’Hotel Rolandsburg Mitte des Einlaufs bereits wie der spätere Sieger, nachdem die vorne ihrer eigenen Pace erlegenen Vodka Lady und Al Mamzar so gut wie stillstanden. Doch der „Fliegende Holländer“ auf Sarino Hilleshage musste dennoch weiter auf der Hut bleiben, da auch ein deutlich geförderter Saturn sowie das Formpferd Late Mute keineswegs schon ihr Pulver verschossen hatten. Aber Adrie de Vries ließ sich letztendlich die (holländische) Butter nicht mehr vom Brot nehmen, und die beiden Angreifer mussten sich in dieser Reihenfolge mit den Plätzen begnügen. Die Viererwette komplettierte hier die Stute Dorola, wofür es eine Quote von immerhin 18.183:10 gab.

In der Chronologie des Renntages war im HOME &GARDEN RACE dann die vierjährige Itschou unter Piotr Krowicki an der Reihe. Dabei war es erst der zweite Start der Shirocco-Tochter überhaupt und zudem noch ihr Saisondebüt, sodass ihrem Trainer Axel Kleinkorres als Anerkennung für die gute Arbeit anschießend öfter auf die Schulter geklopft wurde. Aber ein immer stärker werdender Gios Last wie auch die lange vielversprechend gehende Well away machten es Itschou in keiner Weise leicht. Die als klare Favoritin am Toto geführte Magic Lips war allerdings nicht dazu zu bewegen gewesen, in die Boxen einzurücken, und wurde schließlich vom Start verwiesen.

Nach drei kaum schon riesig ausgefallenen diesjährigen Vorstellungen zeigte sich danach die Stute Arriba Directa mit Jana Oppermann im Sattel im Preis der Golfanlage Düsseldorf-Grafenberg erstmals von ganz anderer Seite. Was, wie die Quote von 109:10 ausweist, nicht gerade erwartet worden war. Dabei vereitelte sie gleichzeitig einen zweiten Sieg in Folge von Dorietta, die dennoch voll und ganz ihren jüngsten Kölner Erfolg erhärtete. Ordentlich verkaufte sich hierbei einmal mehr die wirklich eisenharte Stute Kim Groom als Dritte.

Der vierjährige Elis Gury sowie die dreijährigen und frischen Siegerinnen Weltklasse und Alpinia, das waren jene drei Starter, die dem Prix Le Chat fast den Rang eines kleinen sportlichen Leckerbissen verliehen. Erster kam ja immerhin noch ungeschlagen nach Düsseldorf. Was er dann auch blieb. Denn der Schützling von Miltcho Mintchev holte für Litex Commerce AD unter Filip Minarik erwartungsgemäß Sieg Nummer drei, während die beiden Stuten an Grenzen stießen. Ebenso mussten die beherzt alles versuchenden Formpferde Initiator und Mandachic sich gegen den Start-Ziel-Sieger zeitig mit dem Kampf um die Plätze bescheiden. Die Quote von 15:10 dokumentiert, dass auch das wettende Publikum in dem vierjährigen Refuse-To-Bend-Sohn einen Hengst sah und sieht, der noch eine Menge Entwicklungspotenzial besitzt. Wie es hieß, soll Elis Gury jetzt in Richtung Großer Hansa-Preis und Hamburg-Horn marschieren.

15:10 notierte beim Prix Diadermine zum Finale dann zeitweise noch die niederländische Stute Dutch Gal. Dies geschah zwar sicherlich auch wegen ihren letzten guten Formen. Vor allem aber war es wohl der Umstand, dass wieder Adrie de Vries im Sattel saß. Der gab zwar alles, um auch noch den vierten Tagestreffer zu holen. Aber der Widerstand der aus Dresden angereisten Stute Sol Y Vida stand dem im Wege, wobei ihr kein Geringerer als Eduardo Pedroza seine volle Unterstützung zuteil werden ließ und Dutch Gal somit mittlerweile zum dritten Mal hintereinander auf dem Ehrenplatz einkam.

Jedoch auch sie wird sicher noch ihr Rennen finden. Bei der Siegerehrung für die Gewinnerin der Besitzergemeinschaft um Sven Ociepka vermisste man allerdings ihren Trainer, Stefan Richter. Der hatte in der Tat wirklich Wichtigeres zu tun, da er nämlich Sol Y Vida geführt hatte und seinen Schützling gerade im Stallgelände versorgte – und sich dabei bestimmt auch schon ein bisschen auf die kleine Nachfeier im engsten Kreis gefreut haben wird.

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