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Hoppegarten verändert das Ranking der dreijährigen Stuten

Überraschung durch Longina im Diana Trial

Berlin-Hoppegarten 8. Juni 2014

Es war erst ihr dritter Start überhaupt, und sie kam auch als sieglose Stute nach Berlin. Dass ihr Trainer Peter Schiergen sie dennoch in ein solches Rennen wie das Hoppegartener Diana Trial schickte, zeugte schon von immens großem Vertrauen in Gestüt Ittlingens Longina. Ganz zu Recht. Denn die Dreijährige fuhr nach Köln zurück als Gruppe-II-Siegerin. Ihr Erfolg unter Adrie de Vries in der renommierten Stutenprüfung auf der Rennbahn vor den Toren der Hauptstadt gibt gleichzeitig Anlass zu einer Neuberechnung des Ranking bei den dreijährigen Stuten. Bis dahin schien hier die Röttgenerin Weltmacht ganz eindeutig die Regentin zu sein. Als 16:10-Favoritin musste sie in dem mit insgesamt 70.000 Euro dotierten 2.000-Meter-Test am Ende aber Longina ziehen lassen und mit Platz zwei vorliebnehmen.

Nicht allein Peter Schiergens Vertrauen in Longina war offenbar gewaltig, auch das von Adrie de Vries dürfte nicht gerade gering gewesen sein. Jedenfalls ritt er die Monsun-Tochter gleich offensiv, ohne es allerdings tempomäßig zu übertreiben, was ihr augenscheinlich bestens passte. Vorne konnte der Niederländer auf der Dreijährigen lange schalten und walten, wie er wollte. Bis sich dann kurz vor Erreichen der Geraden der Druck der Gegnerinnen zwangsläufig erhöhte und auch Weltmacht sich zunehmend nach vorne orientierte, um im Einlauf bald in Angriffsposition zu erscheinen.

Aber der durchschlagende Vorstoß blieb aus, Weltmacht drohte für einen Moment sogar völlig unterzugehen. Dafür rückte innen jedoch ihre Trainingsgefährtin Papagena Star besser ins Bild, während außen die Französin Kamellata mobilmachte, was Longina jedoch in keiner Weise tangierte. Sie stiefelte ihr Pensum nahezu ungefährdet herunter und gewann leicht mit anderthalb Längen in der Zeit von 2:02,30 Minuten.

Derweil rappelte Weltmacht sich zumindest noch einmal auf und fand auch ihre Beine wieder, die sie letztlich aber nur noch auf den Ehrenplatz trugen, mit Kopf und Hals an Kamellata und an Papagena Star vorbei. Keineswegs weit geschlagen endeten dahinter Ardeola und Turmalin, die mit der engeren Entscheidung freilich nie etwas zu tun hatten.

Interessant ist natürlich, dass Longina eine Derby-Nennung besitzt. Nach den allerersten Einlassungen ihres Trainers unmittelbar nach dem Rennen scheint das Blaue Band für das zweite Fohlen der von Medicean stammenden Winterkönigin Love Academy zumindest keine Priorität zu besitzen. Ein veritables „Derby-Pedigree“ hat Longina als Urenkelin der legendären Laurea, der Mutter der Hamburger Helden Lando und Laroche, jedoch allemal.

Hamburg-Horn könnte indes dennoch auf ihrer Agenda stehen. Dann allerdings mit Blickrichtung auf den Hamburger Stutenpreis. Dass der in gut acht Wochen anstehende Henkel-Preis der Diana ein zentrales Thema werden wird, versteht sich bei einer Stute ihres Schlages ja fast schon von selbst.

Für Adrie de Vries hatte der herrliche Hochsommer-Renntag auf der Parkbahn im Übrigen bereits ideal begonnen mit einem Erfolg auf der von Daniel Paulick trainierten Außenseiterin Pipita.

Einen ungleich dickerer Brocken schnappte sich der „Fliegende Holländer“ später noch mit dem von Paul Harley trainierten Brümmerhofer Wallach Messi im Preis der Land Brandenburg Lotto GmbH. Nach zwei zweiten Plätzen in Top-Handicaps auf seiner hannoverschen Heimatbahn konnte sich Messi damit verdientermaßen seinen ersten Ausgleich-I-Treffer sichern, und zwar gegen das Höchstgewicht Szoff sowie gegen König Arte.

Was sich in Hoppegarten einmal mehr bestätigte, war die derzeit riesige Stallform von Trainer Hans-Jürgen Gröschel, der sowohl das Viererwetten- Rennen mit dem absoluten Höchstgewicht Savignon gewann, aber auch mit dem in zukunftsträchtiger Manier auftretenden dreijährigen Areion-Sohn Polski Poseidon erfolgreich war, einem Halbbruder keines Geringeren als Polish Vulcano, der sogar über 2.400 Meter punktete. Erfolgsjockey war dabei jedes Mal Wladimir Panov.

Als Doppelsieger konnte darüber hinaus dessen Kollege Eduardo Pedroza nach Hause fahren. Erst gewann er mit Ninfea, einer von Selkirk stammenden Halbschwester keines Geringeren als Novellist. Im letzten Jahr war die Dreijährige bei ihrem Debüt übrigens nur an Sea The Moon gescheitert. Und es scheint keineswegs abwegig, dass sie sich im Henkel-Preis der Diana demnächst mit Longina auseinandersetzen wird. Ninfea, im Besitz von Dr. Christoph Berglar, wird natürlich ebenfalls von Andreas Wöhler trainiert, der ja schon den jüngsten „Galopper des Jahres“ Novellist zu großen und größten internationalen Erfolgen geführt hatte.

Eduardo Pedroza sicherte sich mit Toward Glory, einer Pflegebefohlenen von Stefan Richter, obendrein noch das zweitbeste Handicap des Tages, den Preis der Sparkasse Märkisch-Oderland. Summa summarum war es diesmal jedoch kein Tag der heimischen Ställe. Bis zu guter Letzt dann doch noch ein Lokalmatador als Erster durchs Ziel ging. Wobei der von Harald Franke gesattelte Wallach Kalypso King mit Steffi Hofer im Sattel zugleich einer langen Durststrecke endlich ein Ende setzen konnte.

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