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swb-DERBY-Trial stellt Weichen in Richtung Horn

Bremer Rehabilitation für Amazonit

Bremen 22. Juni 2014

Zwar war es eine knappe Ankunft, doch zuletzt hatte Gestüt Karlshofs Amazonit dann doch noch gut erkennbar und sicher die Oberhand gewonnen. Zu großem Jubel gab es weder für dessen Entourage noch für seinen Anhang zunächst aber noch keinen Anlass Unüberhörbar schallte nämlich das Signal der Rennleitung über die Bremer Vahr. Die Stewards wollten sich das Geschehen nach dem swb-Derby-Trial noch einmal genauer ansehen. Ihnen war natürlich nicht entgangen, dass es auf den letzten Metern des 2.200-Meter-Tests zwischen dem Sieger und dem keineswegs weit geschlagenen Baltic Storm recht eng geworden war. Dann jedoch kam die Erlösung. Die Rennleitung stufte dies alles nicht als gravierend ein und leitete keine weiteren Maßnahmen mehr ein. Aufatmen bei all jenen, die mit Amazonit zu tun haben. Insbesondere natürlich bei Jockey Michael Cadeddu und Trainer Jens Hirschberger, der seinen Schützling zuvor an die Startmaschine begleitet hatte.

Der Kamsin-Sohn, das erste Aushängeschild seines in der Zucht noch am Anfang seiner Karriere stehenden Vaters, gewann am Ende sicher mit ein-ein-viertel Länge vor den lediglich durch einen Hals getrennten Russian Bolero und Baltic Storm. Vierter wurde der Außenseiter Amorous Adventure vor Agenor, der nicht weit hinter ihm folgte. Ebenso endete Highwayman dichtauf und noch vor dem enttäuschenden Favoriten Polski Poseidon , der nur Pretty Luna, hinter sich sah, die einzige Stute im Feld.

Wer nun gedacht hatte, dass die mit 25.000 Euro dotierte und letzte wichtige Derby-Vorprüfung genau 14 Tage vor der Entscheidung um das Blaue Band in Hamburg-Horn ein Stamina-Test auf Biegen oder Brechen würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Dennis Schiergen auf Highwayman wollte vorne partout nicht den Pacemaker für die anderen geben. Die Fahrt in der Listenprüfung blieb lange ruhig und das gesamte Feld folglich dichtgeschlossen, mit Russian Bolero sowie Baltic Storm und Agenor auf den nächsten Positionen hinter dem Piloten aus dem Kölner Stall Asterblüte.

Fast schien es, als könne der erst zum zweiten Mal gesattelte Highwayman sogar die Früchte seines Tempodiktats einfahren. Denn er hielt vorne erstaunlich lange weiter stand, bis letztlich in der Distanz der Druck der Gegner jedoch allmählich immer zwingender wurde. Russian Bolero und Baltic Storm setzten ihm nun zunehmend zu, vor allem aber fasste der außen jetzt mit Verve ins Geschehen eingreifende Amazonit immer besser Tritt und Schwung, was ihn am Ende noch zu einem sicherem Gewinner avancieren ließ.

Bereits sein Debüt Mitte April in Köln hatte eine Menge Eindruck gemacht, bis dann in Baden-Baden beim zweiten Versuch eine herbe Enttäuschung folgte, für die sich jedoch schnell eine Erklärung fand, da Amazonit an diesem Tag mit einer Allergie zu kämpfen hatte und mithin nicht in der Lage war, Bestform zu bringen. Die danach verordnete Behandlung war, wie jetzt in Bremen gesehen, zum Glück erfolgreich und verhalf ihm zu einer grundlegenden Rehabilitierung.

Dass der Sohn eines Derby-Siegers wie Kamsin, dessen Vater Samum ja auch zu den großen Helden vom Horner Moor gehört, nun in Richtung Hamburg geht, müsste eigentlich Fakt sein. Sein von Samum stammender Bruder Adelar hatte in Kamsins Derby 2008 übrigens Platz sieben besetzt und gar keine so schlechte Figur abgegeben.

Da es in Bremen auf den Plätzen einigermaßen knapp war, werden im weiteren Feld die Derby-Pläne sicherlich auch so schnell noch nicht ad acta gelegt werden. Spätestens beim letzten Streichungstermin am 1. Juni wird man sehen, wie die einzelnen Trainer und Besitzer das Ergebnis des swb-Derby-Trials 2014 interpretiert haben.

Der sonnige Renntag in der Vahr, der zu den namhaftesten im Bremer Saisonkalender zählt, hatte mit einer kleinen Wöhler-Bojko-Dominanz begonnen. Nachdem sich in der Eingangsprüfung schon Jaber Abdullahs zweijähriger Nabhan mit deutlichen drei Längen die Konkurrenz vom Leibe gehalten hatte, siegte das Trainer-Jockey-Gespann unmittelbar darauf noch mit dem dreijährigen El Tren, der sich als 17:10-Favorit zu behaupten verstand.

Dagegen sorgte der von Pavel Vovcenko betreute Schimmel Abbanandi für erheblich mehr Wirbel am Toto, gewann er unter Maxim Pecheur und den Farben von Volker Franz Schleusner doch als letzter Außenseiter für eine Quote von 146:10.

Mit einem Doppelsieg im Gepäck fuhr nebenbei auch Dennis Schiergen zurück nach Köln. Ihm gelangen Erfolge mit dem dreijährigen All Percy für Lucien van der Meulen und mit Quinzieme Monarque für John Michael B. O‘ Connor und den Stall Asterblüte seines Vaters Peter Schiergen.

Dazu holte sich Michael Cadeddu gewissermaßen als Dessert nach dem Hauptereignis noch die vorletzte Prüfung mit Piet van Kempens Wallach Grain of Sand, ehe der Sieg von AFP-Racings Stute Tintorette das Bremer Programm beendete und Trainer Günter Lentz sowie ihrem Reiter Patrick Gibson ebenfalls jeweils ein Erfolgserlebnis bescherte.

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