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Riemer Siegertypen: Werner Glanz und Benjamin Clös

Sanjii Danon in München knapp vor Quixote

München 25. Juni 2014

Eine „Sommer-Brise “wehte über München-Riem. Es war die erste, noch weitere zehnmal soll sie im Laufe der nächsten Wochen und Monate durchs Land ziehen. „Sommer-Brise“, das ist das Label für eine Serie von Renntagen, die German Tote und die PMU konzipiert haben und die vor allem den französischen Wettmarkt bedienen soll, aber auch den hiesigen Besitzern lukrative Preisgelder bescheren wird, die über dem üblichen Niveau liegen. An 11 Renntagen auf sechs verschiedenen Rennplätzen werden in 79 Prüfungen sage und schreibe insgesamt 615.000 Euro an Preisgeldern ausgeschüttet werden. Hiervon gingen jetzt bereits 3.000 Euro auf das Konto des Stalles Herb, dessen achtjähriger Haudegen Sanjii Danon in Riem den Prix de Clairefontaine gewann. Ein an sich unspektakuläres Rennen, das allerdings durch das Saisondebüt beziehungsweise das Comeback des hoch eingeschätzten vierjährigen Quichote durchaus mit einer besonderen Bedeutung aufgeladen war. Quichote war zwar ständig und überall vorne, aber letztendlich nicht im Ziel. Hier hatte der beherzt kämpfende und von Filip Minarik mit aller Delikatesse unterstützte Big-Shuffle-Sohn ihn förmlich mit einem kurzen Kopf endgültig festgenagelt, womit Trainer Gerald Geisler seinen Schützling bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr als Gewinner vom Geläuf zurückbegleiten konnte.

Begonnen hatte der die Riemer „Sommer-Brise“ mit einem Heimsieg durch Angelka Brümmers immerhin schon 10-jährigen Valdez mit Susanne Wlodkowski im Sattel. Beim inzwischen bereits siebenten Erfolg in seiner Laufbahn hatte der Schützling von Trainer Michael Figge im Prix d‘Avenches am Ende wenig Mühe, den lange führenden Cuore de Lute zu verdrängen, und war zugleich noch bestens gewappnet, um eine gut aussehende Endattacke der Stute Maaghi sicher abzuwehren.

Ein großer Schlussakkord kennzeichnete im Prix de Deauville dann den Sieg des zweiten Lokalmatadors, des von Werner Glanz vorbereiteten dreijährigen Swordshire des Stalles Challenger. Den bereits wie der Sieger gehenden Dresdener Gast Storm fing der Shirocco-Sohn noch vergleichsweise sicher ab, als Jockey Benjamin Clös innen die Lücke zum Vorstoß gefunden hatte. Lange aussichtsreich schien insbesondere noch die Stute La Celerina, der zuletzt der Weg fast eine Idee zu weit zu werden schien.

Vor dem anschließenden Prix de Longchamp war es erwartungsgemäß kein Geringerer als der Schecke Silvery Moon, der wieder alle Augen auf sich zog. Der Publikumsliebling ging auch nicht unerwartet als Totofavorit an den Start, der sich durch die reiterlos gewordene Arleona zunächst verzögert hatte, bis die Stute dann nach einer längeren Extratour zurückgezogen wurde.

Doch so sehr sich Silvery Moon mühte und einmal mehr gut verkaufte, so war es doch der Kallisto-Sohn Floristo, dem nach absolvierten 1.600 Metern alle Aufmerksamkeit gebührte. Der bei seinen beiden letzten Starts bereits platzierte Hengst des Stalles Logo, der überdies als Züchter zeichnet, hatte sich unter Tamara Hofer schon im Schlussbogen groß in Szene gesetzt und damit schnell eine Vorentscheidung für den zweiten Tagessieg von Trainer Werner Glanz herbeigeführt. Der stark endende und versprechend debütierende Marius schob sich zum Schluss noch an Silvery Moon vorbei auf Platz zwei.

Die frühe Riemer Erfolgsserie wurde allerdings gestoppt durch die aus Dresden angereiste Concordia, die im Prix de Saint-Cloud für den Galoppclub Sportpark ihren ersten Saisonerfolg markierte, nachdem die Paolini-Tochter bei den vorausgegangen diesjährigen Starts stets schon Geld verdient hatte. Lange schien es, als könne die dreijährige Delicate Delight dem kompletten Rennverlauf ihren Stempel aufdrücken. Aber die von Stephen Hellyn auf Concordia inszenierte Aufholjagd machte ihr letztlich noch einen Strich durch die Rechnung und sicherte Trainer Stephan Richter den Sieg. Immerhin konnte die dreijährige Ammerländerin für Platz zwei den rettenden Hafen noch knapp erreichen, und zwar vor Nice Danon, Renoir und Aconito. Die Riemer Hoffnung First Line hatte übrigens alle etwaigen Chancen am Start gelassen und war zahlreiche Längen hinter dem Feld auf die Reise gegangen.

Alle Erwartungen erfüllen konnte indes die Iffezheimer Stute Eisblume mit Filip Minarik im Sattel, der später überdies noch mit dem bereits einleitend genannten Sanji Danon erfolgreich war. Dabei gestaltet die von Manfred Weber betreute Soldier-Hollow-Tochter weite Teile der Schlussphase im Prix de Chantilly allein und ausschließlich mit dem vehement, aber vergeblich angreifenden Zauberlord, der die Vierjährige des Stalles Lucky Seven freilich nie richtig zu packen bekam. Zuletzt gelang es Winoso zwar noch auf Platz drei vorzustoßen, was aber für die engere Entscheidung keinerlei Bedeutung mehr besaß.

Zwei Hauptdarsteller gab es darüber hinaus im Prix de Maisons-Laffitte, der am Ende zwei Sieger sah. Zwischen Stall NIC’s Oceanmambo und Lord Sholokhov des Stalles Südpol passte auf dem Zielfoto kein Blatt; Richter und Rennleitung waren sich einig in ihrer Einschätzung und entschieden auf totes Rennen. Folglich gab es sowohl zwei erfolgreiche Trainer als auch Jockeys. Für Oceanmambo kamen Dieter Ronge und Eduardo Pedroza zur Siegerehrung, während das Team von Lord Sholkhov sich aus Werner Glanz, der damit seinen dritten Tagessieg feierte, und Benjamin Clös rekrutierte, der immerhin bereits zum zweiten Mal zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen durfte. Dass Eternal Power zum Schluss Platz drei besetzte, war in der Dramatik des Endkampfes weitgehend untergangen, soll aber natürlich keinesfalls unerwähnt bleiben.

Für Werner Glanz und Benjamin Clös sollte das alles aber keineswegs schon die sportliche Schlussbilanz sein. Beide konnten nämlich beim Finale noch ein weiteres Mal nachlegen, und zwar Stall Pidas King Goofi, der im Prix Vichy den Riemer PMU-Termin mit einem Erfolg über Gusty Gale und Kings Club beendete und gleichzeitig an beiden Gegnern erfolgreich Revanche nahm, nachdem sie ihn erst kürzlich auf Platz drei verwiesen hatten.

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