Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Berglar-Crack meldet sich in Hamburg zurück

Protectionist ist der Protagonist

Hamburg 29. Juni 2014

Vor einem Jahr galt der im Besitz des Kölners Dr. Christoph Berglar stehende Protectionist als einer der Mitfavoriten für das Deutsche Derby in Hamburg. Doch eine schwere Verletzung vereitelte alle großen Pläne mit dem Sohn der Deckhengst-Legende Monsun. Vor wenigen Wochen gab der von Andreas Wöhler trainierte Vierjährige ein versprechendes Comeback als Zweiter im Großen Preis der Badischen Unternehmer. Und am Sonntag, dem ersten Tag der Derby-Woche in Horn, schlug seine große Stunde. Der 39:10-Co-Favorit gewann den Lucky Speed Hansa-Preis (Gruppe II, 70.000 Euro, 2.400 m) bei angenehmer Witterung und beachtlicher Kulisse.

Unter Eduardo Pedroza war Protectionist zunächst an vorletzter Stelle auszumachen, während Nymphea vor Elis Gury eine nicht überschnelle Pace diktierte. Doch vor dem Schlussbogen orientierte sich der Jockey des späteren Siegers weiter nach vorne und war außen schnell an dritter Stelle auszumachen, während der Favorit und Derbysieger Lucky Speed sogar Letzter war.

Auf der geraden verteidigte sich Nymphea noch eine Weile, dann ging mit Singing das andere Wöhler-Pferd nach vorne. Aber Protectionist kämpfte verbissen. Zwischen beiden fand der Dreijährige Sirius zunächst einfach keine Lücke. Lange sah es nach Singing aus, aber Protectionist bewies seine ganze Klasse und raufte sich noch sicher zum mit 40.000 Euro honorierten Triumph.

Andreas Wöhler landete als Betreuer der beiden Erstplatzierten einen riesigen Erfolg. „Wir waren im Vorfeld schon optimistisch, dass beide Pferde sehr gut laufen würden. Protectionist hatte sich 2013 leider eine Woche vor dem Derby verletzt. Schön, dass er nun nachholen kann. Singing kam aus Frankreich zu uns und hat seine letzte Form voll bestätigt. Wir hatten gedacht, dass es mehr Tempo geben würde. Singing muss im Vordertreffen mitgehen, da er nicht viel Speed hat. Mit Protectionist hat sich Eddie zeit gelassen, doch in der Gegenseite früh Anschluss gesucht. Das war entscheidend, denn sonst hätte er es gegen Singing nicht mehr geschafft. Genannt ist Protectionist überall“, sagte Wöhler.

Jockey Eduardo Pedroza fügte an: „Es war unterwegs etwas zu langsam, da habe ich mich weiter nach vorne orientiert. Mein Pferd marschierte immer gut.“

Als Dritter verkaufte sich Sirius als einziger Dreijähriger großartig, zumal er lange keine Passage hatte. „Er musste um Protectionist herum, hat dabei viel Schwung verloren. Aber er hat bewiesen, dass er in die Grand Prix-Klasse gehört. Der Große Preis von Baden und der Preis von Europa sind nun seine Optionen“, so Trainer Andreas Löwe.
Lucky Speed kam erst spät noch etwas auf und wurde Vierter, leicht tat er sich nie. „Im Schlussbogen musste ich ihn schieben, er hatte einen toten Punkt und fasste dann zum Schluss wieder an“, signalisierte sein Reiter Adrie de Vries. Trainer Peter Schiergen meinte: „Die Tempoverschärfung im Schlussbogen konnte Lucky Speed nicht mitgehen und packte erst spät an. Nymphea hielt vorne lange stand, brauchst festeren Boden“, so der Coach zur Fünftplatzierten. Der Rest hatte bald keine Chance mehr.

Mit einer deutlichen Steigerung gegenüber seinem Debüt wartete der dreijährige It’s Gino-Sohn Rock Shandy (58:10, A. de Vries) im einleitenden 1.600 Meter-Maidenrennen auf. Mit großem Speed spurtete er an der Außenseite noch an der Konkurrenz vorbei. „Er hat diesmal nicht gepullt und war sehr relaxed. Trotz seiner Unerfahrenheit hat er gut gewonnen. Wir haben noch keinen weiteren Plan“, berichtete Trainer Dr. Andreas Bolte. Besitzer Dr. Hans-Hermann Leimbach weilte in Finnland.
Lacoper war immer Zweiter, kämpfte für diesen Rang zäh gegen den vorne lange standhaltenden Sha Gino. Beide Pferde blieben im Finish nicht gerade, was zu Lasten des Favoriten Sahand ging, der als Vierter extrem unglücklich war. Doch sein Reiter hatte sich innen in eine sehr ungünstige Lage hineinmanövriert, aus der er nicht mehr herauskam.

„Der Mann macht momentan einfach keine Fehler“, lobte der Hannoveraner Trainer Hans-Jürgen Gröschel Erfolgsjockey Adrie de Vries, der im Ausgleich II über 1.800 Meter den immerhin schon achtjährigen Turgenjew (82:10) zu einem hauchdünnen Sieg führte. „Wenn das Pferd Lust hat, dann ist vieles möglich“, fügte der Coach noch an. Und Lust hatte sein Schützling, denn aus einer idealen Lage im Vordertreffen schnappte er den lange führenden Schimea ganz zum Schluss. „Schade, er hätte nach vier zweiten Plätzen einen Erfolg wirklich verdient. Da kein Tempo war, musste er selbst vorne gehen“, schilderte Sascha Smrczek. Fly First schien kurz alle zu überrollen, zog aber nicht komplett durch. „Er ging eigentlich überlegen“, berichtete Ferdinand Leve.

Verblüffenden Speed zeigte der Handicap-Debütant Larsen Bay (246:10, K. Clijmans) in einem Ausgleich III über 1.400 Meter. Denn trotz Startverlusts flog der Dreijährige ganz außen noch vom allerletzten Platz an der Konkurrenz vorbei. „Er hatte Luftprobleme“, signalisierte Trainer Sascha Smrczek. Der Favorit Silencio kämpfte bis zuletzt gegen die lange führende Timara, hinter der Partner die Viererwette komplettierte, die nicht getroffen wurde. Allein die Dreierwette bezahlte schon 173.363:10 Euro.

Fünf Pferde hatte die Familie Weißmeier in das Araberrennen geschickt, und nach 1.800 Metern stellte man mit Labischa D.A. auch die Siegerin (mit Tochter Esther Ruth im Sattel, 55:10). Mit großen Reserven ließ die Mitfavoritin Nabukko und Myrtille de Jura abblitzen, während die Favoritin Lillij Ann nach kaum optimalem Start außen nicht weiterzog und nur Sechste wurde. „Das Gewicht von 50 Kilo war entscheidend für den Sieg. Ansätze waren da. Steffi Hofer hatte nach dem letzten Start schon gesagt, schade, dass sie die Stute in Hamburg nicht reiten könnte, denn sie würde dort gewinnen“, ließ Trainergatte Joachim Weißmeier durchblicken.

„Ich habe schon unterwegs gemerkt, wie gut er ging“, gab Trainer Hans-Jürgen Gröschel nach dem 1.800 Meter-Ausgleich I zu, den der von ihm für den Stall Widukind vorbereitete Bahnspezialist Redesert (61:10, W. Panov) noch sicher gegen den heranfliegenden Fujiyama Danon und die lange führende Paris Rose gewann. Interessant: Für den vor einem Jahr verstorbenen Trainer Uwe Stoltefuß hatte Redesert hier in Hamburg seinen ersten Treffer gelandet.

Die Favoritenwetter kamen im Amateurreiten auf ihre Kosten, denn der stark unterstützte Dewald-Schützling East of Eden (35:10, O. Laznovska) rettete sich nach frühem Vorstoß gegen Amondo und Princess Stina ins Ziel.

Die Mega-Form von Trainer Hans-Jürgen Gröschel setzte sich auch in einem Ausgleich III über 2.000 Meter, der Wettchance des Tages, mit dem dritten Sieg an diesem Nachmittag fort. Denn der dreijährige Tertullian-Sohn Fair Trade (45:10, zweiter Punkt für Wladimir Panov) triumphierte für den Orthopäden Peter Gollmann in zukunftsweisender Manier. Mit riesigen Reserven machte sich der Hengst noch von Motabaary, Caufield und Aussicht frei, womit es eine sehr formgemäße Viererwette (Quote: 6.541:10) gab. „Er ist ein sehr gutes Pferd. In Hoppegarten hatte er nur wegen eines taktischen Reiterfehlers verloren. Er hat eine Nennung für ein Grupperennen in Krefeld“, kommentierte Gröschel. „Wir versuchen nur, unsere Arbeit gut zu machen“, entgegnete der Coach gegenüber Albert Darboven auf die Frage, was sein Erfolgsgeheimnis sei.

Im abschließenden Verkaufsrennen setzte sich die Top-Form des Münchener Trainers Werner Glanz fort - New Fighter (27:10, T. Hofer) machte sich locker von Guardian Angel und Cioccomia frei.

Mit einem deutschen Doppelsieg endete das Österreichische Derby (60.000 Euro) in Wien. Der von Wolfgang Figge für den Stall Salzburg trainierte Liebesbrief (F. Tylicki, 26:10) siegte vor Moment of Glory (E. Frank/T. Potters). Der von Peter Schiergen aufgebotene Empoli wurde im Grand Prix de Saint-Cloud (Gruppe I, 400.000 Euro) auf der gleichnamigen Bahn unter Umberto Rispoli nur Siebter und Letzter. Hier siegte Pascal Barys Spiritjim (C. Lemaire) vor dem Frankel-Bruder Noble Mission und Siljan’S Saga.

Weitere News

  • Besuchen Sie Stand 34 auf der Galerie

    Der Galopprennsport präsentiert sich auf der EQUITANA in Essen

    Köln 19.01.2017

    Die EQUITANA ist die weltweit größte Messe für Reitsport, die alle zwei Jahre in Essen tagt. Vom 18. bis 26. März präsentiert sich in diesem Jahr dort auch der Galopprennsport.

  • Erster Renntag in Wambel im neuen Jahr

    Dortmund 18.01.2017

    Am kommenden Samstag beginnt auf der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel mit einigen Neuerungen die Galoppsaison 2017. Acht Rennen stehen auf dem Programm, erster Start ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Das gastronomische Angebot ist weiter verbessert und der Dortmunder Rennverein bietet auch eine Viererwette mit einer garantierten Gewinnauszahlung von 10.000 Euro.

  • Vier Pferde wurden gestrichen

    82 Pferde noch im Derby-Aufgebot

    Köln 16.01.2017

    Wer gewinnt das Rennen des Jahres? Am 2. Juli 2017, dem ersten Meetingssonntag bei der Derby-Woche in Hamburg, wird mit dem IDEE 148. Deutschen Derby das große Highlight 2017 ausgetragen.

  • Eva Maria Herresthal führt nach ihrem Sieg im „Preis der Perlenkette 2017“

    Ohne Tadel sichert erste Punkte

    Neuss 14.01.2017

    Noch ist nichts entschieden, aber das erste Punktepolster für die diesjährige Entscheidung im „Preis der Perlenkette“ hat sich Amateurrennreiterin Eva Maria Herresthal heute in Neuss schon einmal gesichert. Mit 10 Punkten übernimmt sie zunächst einmal die Führung im Klassement. Was sie weiter daraus machen kann, wird man bei den nächsten beiden Läufen sehen. Garant für diese ersten Zähler war der Wallach Ohne Tadel, dessen Besitzer und Trainer Dirk Lüker in Personalunion ist. Den 1. Lauf zur Albers & Sieberts Buchmacher GmbH – Perlenkette 2017 gewann Ohne Tadel gegen Mountain View und Magic Quercus.

  • „Preis der Perlenkette“ – seit 1961 bestehende Traditionskette im deutschen Turf

    Via Neuss nach St. Moritz

    Neuss 12.01.2017

    Das mondäne St. Moritz in der Schweiz ist im Winter nicht nur Anziehungspunkt für die Schönen und die Reichen oder für besonders gut betuchte Wintersportfreunde. Vielmehr reisen seit Jahrzehnten auch immer wieder schnelle Vollblüter aus Frankreich oder Großbritannien und nicht zuletzt aus der Bundesrepublik stets aufs Neue in Richtung Engadin. Und zwar vor allem hin zum Großen Preis von St. Moritz, jenem weltweit bekannten Galoppspektakel auf dem Moritz-See. Gerade die aus Deutschland waren in jüngerer Vergangenheit dabei sehr erfolgreich. Wobei sich nicht wenige hiervon ihren letzten Schliff dafür während der Winterrennen in Dortmund oder Neuss geholt hatten. Am Samstag – erster Start um 16.30 Uhr - wird die Neusser Sandbahn ein weiteres Mal zur Probebühne für den „White Turf“ in der Schweiz, diesmal genutzt von Eugen-Andreas Wahlers Wallach Interior Minister.

 
 

Newsletter abonnieren

Champions League

GERMAN RACING

Erlebnissport der Extraklasse.
Unter der Dachmarke “GERMAN RACING” werden spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen abgehalten. Seit 188 Jahren bestehen Pferderennen als ältester organisierter Sport in Deutschland. Ein echter Klassiker!

Imagefilm

GERMAN RACING Imagefilm