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Beeindruckender Sprint-Triumph in Hamburg

Amarillo wieder auf dem richtigen Weg

Hamburg 1. Juli 2014

Rund 800 Kilometer sind es von Freiburg bis nach Hamburg. Keine kurze Strecke. „Doch wir haben die Reise gerne auf uns genommen“, gab der aus der Breisgau-Metropole stammende Bankier Jürgen Imm zu, nachdem der im Besitz seines Stalles Nizza stehende Amarillo am Dienstag den Preis der Mitglieder des Hamburger Renn-Clubs (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.200 m) bei strahlendem Sonnenschein gewonnen hatte. „Denn zuletzt in England ist Amarillo nur am Reiter (Richard Hughes) gescheitert.“

Rund 800 Kilometer sind es von Freiburg bis nach Hamburg. Keine kurze Strecke. „Doch wir haben die Reise gerne auf uns genommen“, gab der aus der Breisgau-Metropole stammende Bankier Jürgen Imm zu, nachdem der im Besitz seines Stalles Nizza stehende Amarillo am Dienstag den Preis der Mitglieder des Hamburger Renn-Clubs (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.200 m) bei strahlendem Sonnenschein gewonnen hatte. „Denn zuletzt in England ist Amarillo nur am Reiter (Richard Hughes) gescheitert.“

Der Trip in die Hansestadt hatte sich für das Ehepaar Imm also vollauf gelohnt, denn ihr fünfjähriger selbst gezogener Holy Roman Emperor-Sohn - als 36:10-Mitfavorit gestartet – imponierte sehr, markierte beim 21. Start den fünften Sieg und katapultierte seine Gewinnsumme auf 296.896 Euro. 32.000 Euro flossen nun auf das Konto der erfolgsverwöhnten, sympathischen Eigner, die bekanntlich auch die Gruppe I-Siegerin Nymphea ihr Eigen nennen.

Adrie de Vries, dem aktuell wahrlich fast alles gelingt (noch am Montag hatte er mit der Stute Wunder ein Gruppe-Rennen in Chantilly gewonnen), ließ sich auch nicht beeindrucken, als auf der Geraden zunächst an der Innenseite keine Lücke aufging. Hinter der von Dabirsim tragenden Baiadera, die sich vorne lange verteidigte, zum Schluss aber passen musste, dem Favoriten Donnerschlag, Charles Darwin und Murcielago galoppierte Amarillo an fünfter Position.

Der Holländer musste Amarillo Mitte des Einlaufs um Baiadera herumbugsieren, dann schnellte der Crack, der schon die Silberne Peitsche in München auf sein Konto gebracht hatte, locker davon. „Was der Jockey beim letzten Mal falsch gemacht hat, hat Adrie heute richtig gemacht“, gab Trainer Peter Schiergen zu Protokoll. „Amarillo muss ein ungestörtes Rennen haben und dort gehen, wo er möchte. Er darf unterwegs nicht verhaftet werden. Er bekam alles bestens eingeteilt und steuert nun die Goldene Peitsche an.“

Im bedeutendsten Steherrennen Deutschlands in Baden-Baden wird er es wieder mit Donnerschlag zu tun bekommen, der immer wieder anzog und den Ehrenplatz hauchdünn rettete. „Amarillo war von hause aus unser Gegner. Ich denke, für unser Pferd ist eine gerade Bahn besser“, vermutete Trainer Andreas Löwe. Dicht zu Donnerschlag lief noch der Außenseiter Birthday Prince auf, der sich mächtig gesteigert präsentierte. „Ohne einen kleinen Spurwechsel wäre er Zweiter geworden. Aber das war eine Riesenleistung angesichts unserer bescheidenen Stallform. Wir gehen nun in ein Listenrennen nach München“, versicherte Christian Sprengel.
Namera machte außen noch viel Boden gut und wurde Vierte vor der lange führenden Baiadera. Als Sechste enttäuschte die stark gewettete Guinnevre, die nicht gut abgekommen war und außen einige Meter mehr gehen musste. Dort packte die Stute aber nicht entscheidend an. Charles Darwin und Murcielago ließen deutlich nach.

„Ich hatte schon damit gerechnet, dass sie bald ein Rennen gewinnt, aber nicht unbedingt, dass es ausgerechnet in Hamburg sein würde. das ist natürlich besonders schön“, freute sich Jockey Daniele Porcu nach dem sicheren Überraschungssieg der von Frank Trobisch aufgebotenen Außenseiterin Kenia (154:10), die in einem Maidenrennen über 2.000 Meter gegen Hollywood Dreamer und The Tigress immer wieder zulegte.

Seine ganze Klasse im Sattel bewies Andreas Helfenbein auf dem von Toni Potters vorbereiteten Time Looser (59:10), der in einem 1.600 Meter-Ausgleich IV immer wieder gegen Bear Paolina und Zenturios anpackte.

Riesig gesteigert ist die im Besitz des Stalles Baden-Pfalz stehende Glamour Girl (94:10), die nach einem starken Finish von Alexander Pietsch in einem 2.200 Meter-Ausgleich III in einem spannenden Duell gegen Sarino Hilleshage mit einer Nase hinkam und ihrem Badener Treffer einen weiteren hinzufügte. „Entscheidend war die Pause seit Iffezheim. Hätten unsere Nationalspieler seit Februar keine Spiele mehr gehabt, wären sie jetzt auch frisch und unschlagbar“, flachste Trainer Rudi Storp, dessen Humor immer wieder aufs Neue erfreut. Der innen gut auf Touren kommende Dao Vasco und Styletto komplettierten die Viererwette, die stolze 244.371:10 bezahlte. Ein Wetter kassierte über 12.000 Euro.

Solch eine Vorstellung sieht man in einem Handicap wahrlich selten: Mit beeindruckendem Speed rauschte die immerhin schon siebenjährige Stute Late Mute (82:10, E. Pedroza) in einem 2.400 Meter-Ausgleich IV trotz des Höchstgewichts von 62.5 Kilo der von Chachani angeführten Konkurrenz auf fünf Längen davon. Ein glänzendes Debüt für den Neusser Trainer Reinhard Ording. „Die Besitzerin ist eine Studienkollegin von mir. Mein Kollege Rudi Storp hatte sehr gute Vorarbeit geleistet. Late Mute kam vor vier Wochen zu mir. Da müsste noch etwas drin sein“, ließ Ording durchblicken.

In der Form seines Lebens agiert der siebenjährige Wallach Lairy (80:10, F. Minarik), der für Besitzertrainer Frank Lippitsch in einem 1.600 Meter-Handicap den zweiten Treffer hintereinander markierte und den Holländer Eastern Flyer knapp abwehrte.

Auch die Mannschaft des Hamburger SV gab sich an diesem Nachmittag in Horn die Ehre. Im Preis des HSV (Ausgleich III, 1.600 m) überreichte das Team auch die Ehrenpreise an das Team des groß gesteigerten Foolproof (38:10, zweiter Tagessieg für Trainer Toni Potters und Jockey Andreas Helfenbein). Locker und leicht machte sich der Favorit von zweiter Position aus von Titania, Falakee und Viscount Vert frei. German Racing hatte diese Viererwette in der Sport-Welt in der korrekten Reihenfolge vorhergesagt – die Quote: 5.208:10 Euro.

Nur Top-Leistungen kennt man von Piet van Kempens Middleton Flyer (56:10), die von dem jungen Vinzenz Schiergen im Memorial für den viel zu früh verstorbenen Trainer Uwe Stoltefuß (Ausgleich III, 1-200 m) genau rechtzeitig eingesetzt wurde und die Attacke von Style and Panache knapp abhalten konnte. Interessant: Vinzenz Schiergen hatte vor einem Jahr hier mit Weideland auch den letzten Sieger des Dortmunder Coaches gesteuert. Seine Gattin Birgit übergab die Trophäen.

Noch mehr hören dürfte man von Jaber Abdullahs Bint Nayef (23:10, E. Pedroza), die sich im abschließenden 2.400 Meter-Ausgleich III Start-Ziel problemlos gegen Allianz und Severin durchsetzte. „Wir sind schon sehr zuversichtlich hierher gefahren. Das Ziel bei ihr ist Black Type. Die Pferde von Jaber Abdullah sind im Dezember/Januar zu uns nach Gütersloh gekommen“, berichtete Andreas Wöhlers Assistenztrainerin Christa Germann.

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