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Interview mit Sea The Moons Trainer Markus Klug

Trainer-Aufsteiger betreut ungeschlagenen Super-Star

Hamburg 1. Juli 2014

Was für ein rasanter Aufstieg: Am 22. November 2002 legte Markus Klug in Köln die Prüfung zum Besitzer-Trainer ab - schon damals war er mit einer Note von 1,5 der Beste seines Lehrgangs. Seither trainierte er die Pferde seiner Familie im badischen Renndorf Iffezheim. Auf der Mini-Rennbahn Herxheim sattelte er am 18.5 2003 mit Gordian seinen ersten Sieger. Stets gehörte er zur Spitze der Statistik.

Als einziger Besitzertrainer war er in fünf verschiedenen Ländern erfolgreich (Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich und Belgien). Ein weiterer bedeutender Schritt war die Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister am 18.12.2009 in Köln - Klug wurde Public-Trainer.

Ein immenser Karrieresprung war die Berufung zum Cheftrainer auf der Trainingsanlage des Traditions-Gestüts Röttgen in Köln-Heumar am 1.8.2010. Seither gehört Markus Klug stets zur Spitzengruppe der Trainer, 2014 steht er sogar auf der Pole-Position und gewinnt ein Top-Rennen nach dem anderen.

Der Galopp Club Deutschland wählte ihn zur Turf-Persönlichkeit des Jahres 2013. Sein bestes Rennpferd ist der ungeschlagene Super-Dreijährige Sea The Moon, der große Favorit auf den Sieg im IDEE 145. Deutschen Derby. German Racing sprach mit dem Newcomer, der auch leidenschaftlicher Fußball-Fan (Borussia Münchengladbach) ist über seinen Star-Galopper.

Sea The Moon ist der Top-Favorit auf den Derby-Sieg. Was ist Ihr Ziel?

Ich hoffe, dass er gesund bleibt und in der Vorbereitung weiterhin alles glatt verläuft. Natürlich soll er im Derby gut abschneiden.

Was zeichnet Sea The Moon besonders aus und macht ihn so einzigartig?

Er ist vom Charakter und Umgang ein sehr ruhiges Pferd und hat eine tolle Galoppade. Zweijährig konnte man schon sehen, was für ein Talent in ihm steckt.

Mit welchem Spitzenpferd aus der Vergangenheit würden Sie ihn vergleichen?

Ich persönlich hatte noch nie ein so gutes Pferd in Training wie ihn. Vom Aussehen erinnert mich Sea The Moon an seinen Vater Sea The Stars, auch wenn er etwas kleiner ist.

Welche Voraussetzungen wünschen Sie sich fürs Derby? Der Boden sollte in einem gutem Zustand sein, vielleicht etwas weich oder zumindest elastisch. Und wir sollten Glück mit der Startbox haben.

Welches sind die stärksten Konkurrenten?

Für mich ist, vorausgesetzt er läuft auch wirklich, Wild Chief ganz klar der Hauptgegner. Seinen vierten Platz im Französischen Derby stufe ich als Leistung sogar noch etwas stärker ein als die Formen, die Sea The Moon in diesem Jahr gezeigt hat. Auch Lucky Lion ist sehr gefährlich. Zwischen diesen Pferden könnte Tagesform, Boden, Rennverlauf und der Jockey entscheidend sein.

Wie gehen Sie als junger Trainer mit dem großen Druck vor dem Derby um?

Ich emfand den Druck vor dem ersten Grupperennen von Sea The Moon in Frankfurt größer als jetzt. Er war vorher erst einmal gelaufen, und für mich war es nicht selbstverständlich, dass er gewinnen würde. Das Derby hat seine eigenen Gesetze, so viele Favoriten, die später die Jahrgangs-Besten waren, wie Tiger Hill oder Lomitas, haben das Derby nicht gewonnen. Natürlich hoffe ich nicht, dass uns solch ein Schicksal ereilt.

Hatten Sie je von solch einer Entwicklung des Pferdes zum Star und einem solchen Aufstieg als Trainer geträumt?

Beim Pferd hatte ich schon vor über einem Jahr erwartet, dass er auf jeden Fall Gruppe-Klasse haben würde, allerdings nicht, dass er nun der Derby-Favorit ist. Was mich anbetrifft, so hatte ich mir diese Entwicklung vor zehn Jahren nicht erhoffen können, als ich noch in Iffezheim war. Der entscheidende Schritt war der Wechsel nach Röttgen. Ich hatte das große Glück, hierher kommen zu können. Man hat natürlich ganz andere Pferde zur Verfügung als früher. Dass es in den letzten beiden Jahren so extrem nach oben gehen würde, hatte ich nicht unbedingt erwartet.

Ist das Trainer-Championat 2014 ein Thema für Sie?

Von mir haben so viele dreijährige Pferde nun schon gewonnen, da wird es nun immer schwerer. ich kann mir nicht vorstellen, dass es gegen meine Kollegen Schiergen, Wöhler oder Hofer am Ende des Jahres reicht, da bräuchte ich schon 30 Pferde mehr. Allein Peter Schiergen hat ja fast doppelt so viele Pferde wie ich zur Verfügung.

Sollte der Traum vom Sieg in Erfüllung gehen, was haben Sie sich für den Abend vorgenommen?

Mein Hotel habe ich nur bis Sonntag gebucht. Geplant ist, am Abend nach Hause zu fahren und am Montagmorgen wieder im Stall zu sein. Wenn es wirklich klappen sollte mit dem Derby-Sieg, dann wäre es aber sicher auch kein Problem, kurzfristig um eine Nacht zu verlängern.

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