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Alexander Pereiras Triumph mit Baroness Daniela

Der Überraschungs-Coup des Opern-Bosses

Hamburg 3. Juli 2014

In der Opern-Welt ist er seit Jahrzehnten eine absolute Größe, doch sein Herz schlägt auch für den Galopprennsport: Alexander Pereira, früherer Boss des Züricher Opernhauses, aktuell Chef der Salzburger Festspiele, der in Kürze zur Mailänder Scala wechselt. Am sonnigen Hamburger Donnerstag durfte er sich live vor Ort über einen besonderen Coup freuen – seine vierjährige Tiger Hill-Tochter Baroness Daniela (benannt nach seiner attraktiven Lebensgefährtin Daniela) gewann mit dem German Tote – „Langer Hamburger“ (Listenrennen, 25.000 Euro, 3.200 m) das längste Top-Highlight der Derby-Woche.

In der Opern-Welt ist er seit Jahrzehnten eine absolute Größe, doch sein Herz schlägt auch für den Galopprennsport: Alexander Pereira, früherer Boss des Züricher Opernhauses, aktuell Chef der Salzburger Festspiele, der in Kürze zur Mailänder Scala wechselt. Am sonnigen Hamburger Donnerstag durfte er sich live vor Ort über einen besonderen Coup freuen – seine vierjährige Tiger Hill-Tochter Baroness Daniela (benannt nach seiner attraktiven Lebensgefährtin Daniela) gewann mit dem German Tote – „Langer Hamburger“ (Listenrennen, 25.000 Euro, 3.200 m) das längste Top-Highlight der Derby-Woche.

Mit einer großartigen Energieleistung wehrte die 73:10-Chance aus dem Stall des nicht mitgereisten Henri-Alex Pantall mit Fabrice Veron im Sattel Start-Ziel die Konkurrenz ab. Viel weiter hätte es allerdings nicht gehen dürfen, denn sonst wäre der vom letzten Platz heranstürmende Tscheche Autor noch vorbeigekommen. Doch ein Kopf sprach am Ende für die immer wieder anziehende Baroness Daniela. Es war ihr fünfter Karrieretreffer. 2013 war sie hier im Auktionsrennen als Favoritin Vierte, doch die beiden 2014er-Formen waren wenig berauschend.

Alexander Pereira lieferte die Erklärung: „Sie war im Frühjahr erkältet, aber wir wussten, dass sie ein sehr gutes Pferd ist. Im Vorjahr hatte die Stute ja Rock of Romance im Schweizer Derby hinter sich gelassen. Nach dem ersten Saisonstart hatte sie Nasenbluten, und zuletzt war sie noch verschleimt. Als Optionen kommen nun ein Gruppe-Rennen für Stuten über 3.000 Meter in Goodwood, der Prix Kergorlay über 3.100 Meter in Deauvillle bzw. das Italienische St. Leger in Frage.

Autor kam einen Schritt zu spät, lief ausgezeichnet. „Er zeigte enorm viel Speed“, berichtete Jockey Zdenko Smida. Der Favorit Girolamo war immer in vorderer Linie, schien auch lange alle Chancen zu haben, doch am Ende fehlten die Reserven. Gestüts Ebbeslohs Racing Managerin Suzanne Roberts: „Er braucht doch weichen Boden. Zum Schluss hat er etwas seine Aktion verloren.“

Der stark gewettete Rock of Romance drang innen aus optimaler Lage nicht durch, der Rest hatte wenig zu bestellen.

Ex-Bundesliga-Profi Markus Münch hat seine Pferde weiterhin glänzend in Schuss. Das bewahrheitete sich im einleitenden 1.400 Meter-Rennen, als die dreijährige Stute Sunstream (83:10, F. Minarik) Start-Ziel gegen Molly Macho und Precious Promise nie in Gefahr geriet. Der Favorit Nirano war nie ein Faktor.

So richtig wieder in Tritt gekommen ist Stall Molenhofs Execution (51:10, St. Hellyn), der in einer 2.000 Meter-Prüfung Start-Ziel alles bestens eingeteilt bekam und die stets attackierende Moi Lolita knapp abwehrte. „Er hat jetzt wieder Vertrauen gefunden, nachdem er oft mit Höchstgewicht in Quinté+-Handicaps unterwegs war und es dort zu schwer hatte. Wir haben ihm dann eine Pause gegeben. Ich hoffe, dass uns der Handicapper gnädig behandelt“, erklärte Besitzer Wim van de Poele. Völlig unter Wert geschlagen war als Dritter der Favorit und letztjährige Derby-Fünfte Global Bang, der sich vom Ende des Feldes in vorentscheidender Phase festfuhr, und dann waren die vorderen beiden Pferde weg. Bald zu beachten ist Tatar, dessen Reiter früh seine Bemühungen einstellte, sonst vielleicht Dritter hätte werden können.

Beim 29. Start klappte es endlich mit einem Volltreffer für den England-Import Headstight (69:10, zweiter Tagestreffer für Stephen Hellyn). „Christian von der Recke hatte mir die Stute angeboten, für gerade einmal 2.500 Euro. Sie ist sehr gut gezogen“, sagte Daniel Delius, der u.a. neben Bahn-Arzt Dr. Peter Wind Mitbesitzer der Holy Roman-Emperor-Tochter ist. Mit großem Kampfgeist raufte sie sich knapp an dem immer wieder anziehenden Soreion vorbei. „Auftrag ausgeführt, wir sollten in Hamburg gewonnen und dann zweimal in Bad Harzburg starten“, signalisierte Recke. Choice Words und Samba Night vervollständigten die Viererwette, die stolze 117.667:10 Euro bezahlte, zweimal getroffen wurde.

Und auch im nächsten Galopprennen kam ein Pferd aus dem Weilerswister Stall von Christian von der recke zum Zuge – der sträflich unterschätzte Parigino (69:10), wobei in diesem 2.000 Meter-Ausgleich III dem Reiter fast noch mehr Bedeutung zukam, denn es handelte sich um ein Ex-Aktiven Reiten: Eycke Schulze-Othersen (43), der 1999 nach 63 Siegen seine Karriere beendet hatte und inzwischen bei Volker Schleusner bei Rostock als Arbeitsreiter aktiv ist. Start-Ziel entlockte er in einem Super-Endkampf Parigino immer neue Reserven und wehrte alle Angriffe des Favoriten Ostpol unter William Mongil ab. William Newnes wurde mit Lira nach nicht idealem Rennverlauf Dritter. „Zum Glück trug Parigino so wenig Gewicht, da kam ich nicht auf die Idee, ihn selbst zu reiten. Erste Wahl war eigentlich Mick Kinane, aber er hatte abgesagt, da kam ich auf Eycke, der früher mal bei mir gearbeitet hat“, flachste Recke.

Drei Pferde lässt das Gestüt Park Wiedingen von Helmut von Finck bei Hans-Jürgen Gröschel in Hannover vorbereiten, darunter die vierjährige Shirocco-Stute Wamika (38:10), die in einem 2.000 Meter-Ausgleich III mit gehörigem Endspurt an der Außenseite die Konkurrenz regelrecht stehenließ. „Auf einer großen Bahn hätte sie klarer gewonnen. Das ist eine gute Stute“, kommentierte ihr Trainer. Die Außenseiterin Echo Alpha verteidigte sich dahinter bestens vor dem vom letzten Platz heranfliegenden Dangus und Seto. Die Viererwette kletterte mit 148.940:10 Euro in stattliche Höhen, zwei Wetter bekam über 7.000 Euro. Gregorious hatte lange alle Chancen, wurde gestört und Sechster.

Zwei Starts hatte der im Besitz von Adrie de Vries‘ Gattin Lorna stehende Captain Noble (78:10) aus dem holländischen Stall von Daniel Klomp in diesem Jahr absolviert, doch beide Male keine Rolle gespielt. „Er braucht unbedingt guten Boden, den traf er zuvor nie an“, begründete Jockey Miki Cadeddu (Adrie de Vries konnte das erforderliche Gewicht von 52,5 Kilo nicht in den Sattel bringen). Der Italiener machte seine Sache bestens, schob Captain Noble vor der Geraden mächtig an und zog auf dem letzten Stück noch bequem nach vorne. Best Dreaming endete innen sehr stark, hatte lange keinen Platz. „Sonst gewinnt sie“, vermutete Trainer Mario Hofer. Flavio forte schien außen vom letzten Platz alle zu überlaufen, während das Höchstgewicht Beau Reve vorne von El Zagal immer Druck bekam. Beide Pferde ließen noch stark nach.

Auch ein gebrochenes Handgelenk hielt die Münchener Trainerin Jutta Mayer nicht von einem Besuch in Hamburg an. Da passte es nur zu gut, dass ihr ungemein treuer Wallach Shinko Danon (74:10, zweiter Treffer für Miki Cadeddu) den abschließenden Ausgleich III über 1.000 Meter ganz zuletzt hauchdünn vor Freya für sich entschied.

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