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Gruppe-Rennen wird am Sonntag nachgeholt

Unwetter sorgt für Abbruch

Köln 5. Juli 2014

Ein mehr als heftiges Unwetter beendete den Hamburger Renntag 24 Stunden vor dem Deutschen Derby abrupt: Gewitter und heftige Regenfälle sorgten dafür, dass sowohl der Almased-Cup, das Hauptrennen, als auch die abschließende Meilen-Prüfung auf Anordnung der Rennleitung aus Sicherheitsgründen nicht mehr durchgeführt werden konnten. Das Gruppe III-Rennen wird am Derby-Sonntag nachgeholt, das 9. Rennen ersatzlos gestrichen.

Immerhin war das zweitwichtigste Event noch über die Bühne gegangen: „Mir fällt ein richtiger Stein vom Herzen“, freute sich Stall Lintec-Eigner Hans-Dieter Lindemeyer aus Leipzig nach dem Esso Cup (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m). Denn seine vierjährige Areion-Tochter Red Lips (27:10, A. de Vries) landete ihren mehr als überfälligen ersten Black Type-Erfolg. „Jetzt können wir größere Aufgaben ins Visier nehmen.“ Und Trainer Andreas Löwe fügte an: „Mich freut das unheimlich für die Stute. Wir wollten ihr einen guten Winter gönnen, aber sie hat in diesem Jahr unheimlich lange gebraucht, bis sie in Gang kam. Doch die guten Stutenrennen kommen erst in der zweiten Jahreshälfte. Vielleicht steuern wir nun den Prix Romanet, ein Grupperennen für vierjährige und ältere Stuten in Deauville, an.

Vorausgegangen war ein sicherer Treffer nach perfekter Einteilung von Formjockey Adrie de Vries. Von fünfter Position entwickelte sie die größten Reserven und kam sicher gegen die stark aufkommende Dänin Aylin hin. Deren Jockey Fabrice Veron meinte: „Besser ging es nicht. Sie kann sicher ein Listenrennen gewinnen.“ Star Lahib schien innen lange mehr zu erreichen, kam erst spät nicht mehr weiter. Bis zur Vierten Wild Silva war der Abstand schon deutlicher.

Ein sehr bedeutendes Debüt gab der Zweijährige Dashing Home (20:10, A. Pietsch) im einleitenden 1.400 Meter-Rennen. Der Dashing Blade-Sohn des Tschetschenen-Präsidenten Ramzan Kadyrov verabschiedete sich von zweiter Position aus im gewöhnlichsten Handgalopp von der Konkurrenz. „Wir hatten immer eine gute Meinung von ihm, das hat er heute gut umgesetzt. Alex hat ihn entsprechend geritten. Wir steuern nun das Auktionsrennen in Köln an, vielleicht geht er danach ins Zukunftsrennen nach Baden-Baden. Bis zum Preis des Winterfavoriten ist ja noch viel Zeit“, sagte Waldemar Hickst über seinen erstklassigen Youngster. Noble Colonia stand früh als Zweite fest. „Das war sehr gut“, war Trainer Peter Schiergen zufrieden. Le Tiger Still folgte als Dritter schon deutlicher zurück.

Ein standesgemäßes Comeback gab der von Jens Hirschberger trainierteAuenqueller Daring Match (18:10, St. Hellyn), der sich in einem 1.200 Meter-Rennen früh souverän von Northern Sun und Salimera absetzte und sicherlich noch mehr kann.

Alle Geduld zahlte sich bei dem fünfjährigen Wallach Coeur Link (43:10, F. Minarik) aus. „Er hatte zwei Operationen am Karpalgelenk“, berichtete Trainer Dr. Andreas Bolte nach dem alles andere als unerwarteten Sieg im 3.200 Meter-Ausgleich II über Merci Cherie und Nostrel.

Auf passend abgetrocknetem Boden war gegen die von Axel Kleinkorres für den Stall Unia trainierte Betsy Princess (57:10, A. Helfenbein) in einem Ausgleich IV über 1.800 Meter kein Kraut gewachsen. Sie bekam Jarak, Ocean Six und Shakti noch sicher in den Griff. Die Viererwette bezahlte 28.372:10 Euro.

Völlig verdient war der Treffer der Dai Jin-Tochter Betty Lou (44:10, A. Helfenbein) in einem 2.000 Meter-Ausgleich III. Nach frühem Vorstoß rettete sich die Mitfavoritin gegen den innen heranfliegenden Foreign Hill und den deutlicher zurück einkommenden Manolito ins Ziel. „Das war ein Super-Ritt von Andreas Helfenbein. Wir steuern nun ein Listenrennen an“, versicherte Trainer Markus Klug. Foreign Hills Trainer Hans-Jürgen Gröschel haderte mit der knappen Niederlage: „Wenn das Rennen auf der Außenbahn gelaufen worden wäre, hätte er gewonnen.“

In der Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.800 m) legte der Halbblüter Geladi (75:10, J. Bojko) nach seinem Verdener Coup gleich noch einmal nach und kam vor Top Tip, Taruma und Kimara sicher hin. Die Viererwette kletterte auf 184.074:10 Euro. „Sein Manko ist die Startmaschine. Mir war klar, dass er diese Marke kann“, versicherte Trainerin Elfi Schnakenberg. Die dunklen Wolken deuteten es bereits an, anschließend musste der Renntag abgebrochen werden – das hatte es 2001 schon einmal exakt an diesem Nachmittag gegeben.

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