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Ammerländer nun Richtung Dallmayr-Preis

Bermuda jetzt voll auf Kurs

Hamburg 6. Juli 2014

Der Münchener Rennvereins-Präsident Dietrich von Boetticher hat in diesem Jahr noch einen Grund mehr sich auf das Saison-Highlight zu freuen – der im Besitz seines Gestüts Ammerland stehende Bermuda Reef (27:10, A. de Vries) steuert nach seiner Gala-Vorstellung am Derby-Sonntag vor 23.000 Zuschauern in Hamburg nun den Großen Dallmayr-Preis an – mit allen Chancen.

Denn der vierjährige Oasis Dream-Sohn, der 2013 im Blauen Band hier ohne Chance war, setzte im vom Samstag verlegten Almased-Cup (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m) seinen Siegeszug fort, bleibt in 2014 weiter ungeschlagen.

Von dritter Position aus attackierte der Favorit auf der geraden früh und wehrte den immer wieder angreifenden Franzosen Vanishing Cupid sicher ab. „Er hat gezeigt, was er kann. Im Vorjahr war er noch sehr unreif und brauchte dann eine längere Pause“, berichtete Siegtrainer Peter Schiergen.
Vanishing Cupid schien kurz sogar zu gewinnen. „Der Gegner hatte etwas mehr Speed, aber ich bin sehr zufrieden“, argumentierte Ioritz Mendizabal, der den Ritt für Fabrice Veron übernommen hatte. Die lange führende Nausica Time hielt bestens stand, wurde Dritte. „Sie ist wieder da“, freute sich Trainer Sascha Smrczek. Das Höchstgewicht Neatico kam nur noch auf Rang vier vor Majestic Jasmine. „Die Kilos drückten wieder“, versicherte Neaticos Besitzer Manfred Ostermann.

„Beim letzten Mal hatte sie einen Infekt. Bisher machte sie in ihrer Karriere noch wenig Fehler. Eine gute Stute, die hier mit einem günstigen Gewicht lief. Nun wollen wir Black Type erreichen“, bilanzierte Trainer Roland Dzubasz nach dem sehr überzeugenden Erfolg von New World (M. Demuro, 73:10) im Rudolf Oetker-Gedächtnisrennen (52.000 Euro, 1.600 m). Von zweiter Position machte sich die Stute des Stalles Honeycookiehorse noch sicher frei, dahinter stieß der Außenseiter Cassilero noch auf den Ehrenplatz vor dem lange führenden Diplomat.
Bavarian Beauty rettete Rang vier (sie hatte Sovalla behindert, die dann Letzte wurde, weshalb es einen Gewinnausgleich gab) vor dem Favoriten Marunas, der viel zu sehr auf Warten geritten wurde. Von ganz weit hinten war kaum mehr möglich.

Mit einem absoluten Traumergebnis für Trainer Waldemar Hickst endete das Hapag-Lloyd-Rennen (52.000 Euro, 2.200 m). Denn seine Pferde belegten die ersten drei Plätze. Mit immer neuen Reserven wehrte der im Besitz von Lars-Wilhelm Baumgarten und Sebastian Weiss stehende Agenor (167:10), der sein erstes Rennen überhaupt gewann, alle Attacken von Notre Same ab, der lange führende Time of my Life hielt Rang drei vor Ephraim. Die Viererwette brachte spektakuläre 611.031:10 Euro.

Da haben die Fußball-Stars Thomas Müller, Tim Borowski und Claudio Pizarro ein mehr als hoffnungsvolles Pferd in ihrem Rennstall – El Tren (24:10, J. Bojko), dreijähriger Hengst aus dem Stall von Andreas Wöhler, gewann beim vierten Start sein drittes Rennen. In einem 1.600 Meter-Ausgleich III lief der steigerungsfähige Danehill Dancer-Sohn an der Außenseite vom letzten Platz souverän an Librettista und Lips Dancer vorbei, der der große Pechvogel der Prüfung war. Sein Reiter Ioritz Mendizabal versteifte sich auf die Innenseite und fand nie eine Passage. „Da wäre wesentlich mehr drin gewesen“, versicherte Trainer Andreas Löwe. El Trens Betreuer Andreas Wöhler meinte: „Er stellt sich immer noch etwas doof an. Wenn er alles kapiert hat, ist er ein gutes Pferd.“

Vor vier Jahren war Pain Perdu Vierter im Französischen Derby. Nun meldete sich der Wallach des Stalles Salzburg im 1.600 Meter-Ausgleich I wieder zurück. Vorneweg ließ die 77:10-Chance unter dem Engländer David Probert nichts anbrennen und geriet nie in Bedrängnis. „Er hatte eine kleine Pause wegen eines gesundheitlichen Problems, das aber nicht tragisch war. Man muss nur warten können“, signalisierte Trainer Wolfgang Figge. Lord of Leitrim machte sich noch stark bemerkbar. „Wir sind super zufrieden“, so sein Betreuer Lucien van der Meulen. Auch Siempre Manduro machte noch Boden gut, hatte jedoch lange keine freie Fahrt. Immer Letzter war der Favorit Royal Fox, der schon am Start deutlich nachgeklappt war. „Er hatte heute gar keine Meinung“, stand Peter Schiergen vor einem Rätsel.

Mit einer imponierenden Vorstellung wartete die von Roland Dzubasz trainierte It’s Gino-Tochter Lilydale (41:10, M. Lane) in einem Dreijährigenrennen über die Meile auf. An der Außenseite stürmte die Mitfavoritin an Caro Jetta vorbei, Dritte wurde nach wenig optimalem Rennverlauf die favorisierte Debütantin und Darboven-Stute Mi Senora. „Unser Ziel ist jetzt Black Type“, erklärte Lilydales Coach.

„Wir haben sie eigens für die Meetings aufgespart“, hatte der Hoppegartener Trainer Uwe Stech schon im Vorfeld gesagt. Und die von ihm vorbereitete Stute Siberian Princess (67:10, D. Schiergen) landete in einem 1.800 Meter-Ausgleich III ihren dritten Saisontreffer beim ebensovielten Start. Mit starkem Endspurt raufte sie sich noch an Bor, Auenstern sowie dem spät anpackenden Smoke Charger vorbei. Die Viererwette bezahlte stolze 111.939:10 Euro. Einen Husarenritt zeigte Jozef Bojko auf Pavel Vovcenkos Simplon (69:10), die in einem 1.800 Meter-Ausgleich III mit Riesenvorsprung Start-Ziel gegen Red Trump und Elkantino triumphierte.

Ein Pferd mit weiterem Potenzial sollte der Ittlinger Alito (60:10, A. Pietsch) aus dem Stall von Waldemar Hickst sein, der einen 2.200 Meter-Ausgleich II vor North Star und Magaluf früh beherrschte. Ähnlich wie Hickst hat auch Frank Lippitsch seine Pferde blendend in Gang, das bewies der immerhin schon achtjährige Partner (56:10, C. Demuro) bei seinem sicheren Speedsieg über Gitana und Swift Return in einem 1.200 Meter-Ausgleich III. Den abschließenden Ausgleich III über 2.400 Meter des Mammutprogramms von zwölf Rennen schnappte sich Dr. Andreas Boltes Entourage (35:10, A. Best) völlig souverän gegen Poly Cross und Mrs Pat.

Es war ein großartiger Derby-Tag bei Sonnenschein und bester Stimmung. Schon jetzt darf man sich auf das Hamburger Finale am Dienstag freuen.

In Mannheim landete Christian Peterschmitts Beagle Boy (19:10, M. Gier) einen völlig ungefährdeten Start-Ziel-Erfolg in einem Altersgewichtsrennen vor Agua Hero und Dagostino. Frank Maurers Pleasant Princess (78:10, M. Lopez) sicherte sich den Ausgleich III (Preis der Stadt Mannheim) vor La Strada und Kanasubigi.

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