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Preis der SAXO-Bank geht knapp an Lord of Leitrim

Niederländischer Ausgleich-I-Sieg in Bad Harzburg

Bad Harzburg 20. Juli 2014

Alle Weichen schienen bereits gestellt zu sein für Sanjii Danon, den ältesten der zehn Kandidaten im Preis der SAXO-Bank. Trotz Höchstgewicht sah man den Senior des Stalles Herb auf dem besten Wege zu einem Hattrick, da er in den Wochen zuvor schon zwei Rennen in München-Riem gewonnen hatte. Nahezu „überall“, wie man so zu sagen pflegt, hatte der von Trainer Gerald Geisler erneut in Topform präsentierte Big-Shuffle-Sohn „gewonnen“. Aber letztendlich nicht im Ziel. Und wer genau hingesehen hatte, der musste eigentlich erkannt haben, dass der vierjährige Lord of Leitrim sein Pulver auch längst noch nicht verschossen hatte. Von seiner Reiterin Jadey Pietrasievicz genau auf den Punkt und keinen Meter zu früh oder zu spät gebracht, entriss der vierjährige Wallach dem schon auf der Siegerstraße galoppierenden Sanjii Danon am Ende den Erfolg doch noch mit einem Hals und entführte die stattliche Siegbörse von 13.000 Euro in die Niederlande an den Stall von Lucien van der Meulen. Der durfte sich keineswegs nur als Besitzer des Dark Angel-Sohnes riesig freuen, sondern obendrein noch viele Glückwünsche dazu als Trainer von Lord of Leitrim entgegennehmen.

Aus der Welt war dessen Erfolg in Bad Harzburg sicherlich nicht, hatte der Schimmel doch zuletzt in Hamburg und davor auch bereits in Dortmund angedeutet, dass ein erster Ausgleich-I-Treffer nur eine Frage der Zeit sein würde. Beim zweiten Meetings-Tag auf der Bündheimer Bahn, der wie die Premiere tags zuvor ebenfalls höchst sommerlich geprägt war, schlug auf einer Distanz von 1.550 Metern nun seine Stunde. Bei der auch Jadey Pietrasievicz eine ihr nicht jeden Tag gebotene Chance richtig beim Schopfe packte, um eines der bedeutendsten Rennen zu gewinnen, das der Harzburger Saisonkalender zu bieten hat.

Im ungemein spannenden Finale ging die weitere Platzierung fast ein wenig unter. Zu guter Letzt landete auf dem dritten Platz mit der Stute Zaphira ebenfalls ein absolutes Formpferd, das bei lediglich zwei Saisonstarts zuvor zweimal in Frankreich überzeugend aufgetreten war.

Doch die Auseinandersetzung zwischen Lord of Leitrim und Sanjii Danon blieb keineswegs die einzige mit besonderer Dramatik aufgeladene Endkampfsituation. Spannend war es vorher vor allem schon im ersten Ausgleich III des Tages zwischen Smoke Charger und House of Orange gewesen. Außerdem schenkten sich bei den Dreijährigen Storm und Silvery Moon rein gar nichts, wobei Erstgenannter erst ganz zuletzt entscheidend zufasste, nachdem der populäre Schecke seinen ersten Erfolg fast schon gegriffen zu haben schien.

Die sich bereits am Vortag manifestierte gute Stallform von Trainer Pavel Vovcenko fand erneut eine Bestätigung durch einen neuerlichen Sieg. Diesmal war es ein Erfolg der Stute Freya, der nach zwei guten Platzierungen im Vorfeld alles andere als unverdient war und zugleich Jockey Cevin Chan mal wieder aufs Siegertreppchen brachte.

Einen besonders guten Tag erwischte zudem die junge Reiterin Esther Ruth Weißmeier. Mit dem im Familienbesitz befindlichen Wallach Namecheck gewann sie zunächst die erste Tagesprüfung, ehe sie später ihren Teil dazu betrug, dass die Wallach Zenturios nach einer längeren Periode ohne Sieg endlich wieder mal zu einem Erfolgserlebnis kam.

Eine klare Sache wurde erwartungsgemäß der Sieg der Stute Lira, die als 14:10-Chance den enormen Vorschusslorbeeren vollends gerecht wurde, ehe sich zu guter Letzt alles auf das große Finale konzentrierte, auf den Preis der Hasseröder Brauerei, den ersten Lauf zum Bad Harzburger Seekönig.

Bei dem dann einmal mehr ein Schützling von Pavel Vovenko im Fokus stand, als die treue Stute Indian Sun ihren Vorjahreserfolg wiederholte. Die neunjährige Tannenkönig-Tochter meisterte nicht nur das nasse Element vorzüglich. Dazu sprang sie weitaus besser und flüssiger als jüngst bei ihrem Frankreichstart, und zum Schluss besaß sie überdies noch die nötigen Mittel, um den in keiner Weise locker lassenden Gelon in Schach zu halten.

Da Supervisor zeitig reiterlos geworden war und Sztorms Reiter lange ohne Bügel herumfuhrwerken musste, sich aber tapfer im Sattel hielt, hatte sich das Duell der beiden Favoriten früh abgezeichnet. Wobei eine Wiederholung ihrer Auseinandersetzung am Finaltag durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

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